Willkommen in Neukölln! Willkommen zu Hause! Gegen Rassismus und Antiziganismus!


Bildmontage: HF

01.03.12
AntifaschismusAntifaschismus, Berlin 

 

von Bündnis gegen Rassismus c/o Migrationsrat Berlin Brandenburg e.V.

Am 03. März findet die Demonstration „Willkommen in Neukölln! Willkommen zu Hause!“ in Berlin Neukölln statt – Treffpunkt ist um 15.00 Uhr am Rathaus Neukölln.

Anlass für die Demonstration ist die Verbreitung Rroma-feindlicher Flugblätter durch die rechtspopulistische Kleinpartei pro Deutschland in den Bezirken Neukölln und Treptow. Zahlreiche Verbände innerhalb des Bündnisses gegen Rassismus organisieren die Demonstration und rufen zu Solidarität mit und Support für Rroma AktivistInnen auf, um gegen antiziganistische Hetze und die Stigmatisierung von Rroma aufzutreten.

Das Bündnis gegen Rassismus ist ein Sprachrohr für MigrantInnen und People of Color, in dem weiße als UnterstützerInnen auftreten. Unter dem Motto: „Nein! zu Rassismus - in Politik, Alltag und Institutionen. GENUG - gemordet, geschwiegen, geduldet, gedeckt!“ hat sich das Bündnis letztes Jahr neu gegründet. Ein Teil des Bündnisses gegen Rassismus ist Amaro Foro e.V., ein Jugendverband von Roma und nicht-Rroma, der eng mit vielen in Neukölln lebenden Roma verbunden ist.

Die verbreiteten Flugblätter diffamieren Roma aus Rumänien und Bulgarien als AusbeuterInnen des deutschen Sozialstaates und greifen damit alte stereotype Zuweisungen auf. Sie basieren auf dem SPIEGEL TV Bericht "Von Bukarest in den deutschen Sozialstaat: Klein-Rumänien in der Harzerstraße" vom 14.09.2011. Das Bündnis gegen Rassismus kritisiert den Bericht für seine einseitigen antiziganistischen Darstellungen, welche die Grundlage für rassistische Argumentation liefern. Die beteiligten Organisationen widersprechen dem Inhalt deutlich und möchten mit der Demonstration über die rassistische Hetze gegen bulgarische und rumänische Rroma in Berlin aufmerksam machen und dagegen kämpfen.

Tatsächlich sind in den letzten Jahren vermehrt Rroma aus Südosteuropa nach Berlin migriert. Es sind Menschen, die unter Gebrauch ihres Rechts auf Freizügigkeit als EU-BürgerInnen in Berlin leben. In ihren Heimatländern sind sie mit Ausgrenzung, Diskriminierung und dem faktischen Ausschluss aus Bildungs-, Versorgungs- und Gesundheitssystemen konfrontiert. In Berlin wollen sie eine gesicherte Existenz aufbauen, auch um ihren Kindern eine bessere Zukunft bieten zu können.

Mit der Demonstration fordern die OrganisatorInnen das Recht für Rroma auf ihre selbständige Lebensgestaltung – frei von rassistischen und antiziganistischen Handlungen und Äußerungen und die Bennenung und Sichtbarwerdung der Ablehnung gegen Roma. Zudem verlangen sie eine selbstkritische Reflexion der Medien über ihre nicht zu unterschätzende Rolle im Zusammenhang mit Rassismus in Deutschland. Denn welche Gefahren von tendenziöser Berichterstattung ausgehen, dürfte nicht erst mit der positiven Rezeption dieses "SPIEGEL-TV"-Beitrags durch eine rechtspopulistische Partei deutlich geworden sein.

Bereits zu Beginn der 1990er Jahre hetzten der Spiegel und auch Spiegel TV gegen Roma, die damals aus Rumänien und Ex-Jugoslawien nach Deutschland flüchteten. Diese Berichterstattung bildete eine der Grundlagen für die antiziganistischen und rassistischen Pogrome in Rostock Lichtenhagen 1992. Es ist ein Skandal, dass eine solche Berichterstattung bis heute immer wieder praktiziert wird.








VON: BÜNDNIS GEGEN RASSISMUS C/O MIGRATIONSRAT BERLIN BRANDENBURG E.V.






<< Zurck
Ja, auch diese Webseite verwendet Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz