Clausnitz: Begrüßung im Klammergriff

21.02.16
AntifaschismusAntifaschismus, Sachsen, TopNews 

 

Von Reinhold Schramm

»Als die Flüchtlinge aussteigen sollten, wehrten sich laut Polizei einige der Insassen – darunter der etwa zehnjährige Junge sowie ein Jugendlicher und eine Frau. Diese habe hyperventiliert und direkt von einem Notarzt betreut werden müssen {...} Zuvor hatte bereits die Freie Presse berichtet, dass in der Folge des Einsatzes zwei Frauen von einem Notarzt in der Flüchtlingsunterkunft behandelt werden mussten. Sie seien kollabiert, nachdem sie den Bus verlassen hatten.« Vgl. Zeit.de*

Kommentar

Clausnitz ist doch nur ein Spiegelbild der medial immer noch erfolgreich geleugneten bundesdeutschen gesellschaftlichen Realität, verdeckt durch den noch allgemeinen Wohlstand und Konsum für die postfaschistischen [einschließlich akademischen] Volksmassen.

Spätestens nach dem kommenden sozial- und gesellschaftspolitischen Zusammenbruch, die nächste größere kapitalistische Finanz-, Wirtschafts- und Wohlstandskrise kommt bestimmt, bricht die alte historische Vergangenheit in modifizierter Neuauflage in Deutschland und Europa hervor.

Eine eigenständige Auseinandersetzung mit dem deutschen Kapitalfaschismus hat es niemals gegeben und die letzte antifaschistische Kraft, die KPD, wurde 1956 verboten und erfolgreich – mit der Implosion der DDR – liquidiert. Es gab 1945 nur eine zeitweilige Befreiung vom Kapitalfaschismus [deutscher Prägung] von Außen. Die notwendige sozial- und gesellschaftspolitische Auseinandersetzung wurde von den Konsumerwartungen [der Volksgemeinschaft] erschlagen. Die sog. “68er Bewegung“ war nur eine zeitweilige (vor allem akademische) Minderheitenbewegung. –

Und in Ostdeutschland wurden die Reste des Antifaschismus und Antiimperialismus durch die [Konsum- und] Wirtschaftsfluchtbewegung der ostdeutschen Arbeiterklasse und deren akademischen Werktätigen, auf ihrem Höhepunkt, 1989/1990, für Konsum und ‘Bild’medien, liquidiert.

* Vgl. ZEIT-ONLINE am 20. Februar 2016. Clausnitz. Polizei gibt Flüchtlingen Mitschuld an Eskalation. »Die Anwendung körperlicher Gewalt gegen die Insassen nach Ankunft des Busses an dem Flüchtlingsquartier sei gerechtfertigt gewesen, sagte [der] Polizeipräsident {...}Man habe “einfachen unmittelbaren Zwang“ gegen drei der Businsassen – zwei Jungen und eine Frau – anwenden müssen, da diese die umstehende Menge provoziert und so die Lage zusätzlich verschärft hätten.«

www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-02/clausnitz-fluechtlinge-polizei-einsatz-pressekonferenz?page=62#comments

21.02.2016, Reinhold Schramm







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