Rassismus unter Kindern?

13.12.15
AntifaschismusAntifaschismus, Sachsen, TopNews 

 

Von Reinhold Schramm

»In einer sächsischen Schule haben deutsche Schüler Flüchtlingsmädchen gequält. Jetzt lebt die Kleinstadt Wurzen mit dem Verdacht: Gibt es Rassismus schon unter Kindern?«

Vgl. ZEIT-ONLINE *

Natürlich erfolgt eine Prägung unserer Kinder vor allem in der Familie: Eltern, Großeltern, Verwandtschaft und nahe Bekanntschaft. Zugleich in Fortsetzung der historischen Prägung durch die Gesellschaft: Überlieferung, Erziehungssystem, Kirche, Bildungs- und Ausbildungssystem, soziale Stellung in der Gemeinschaft und Gesellschaft.

Noch in guter Erinnerung, in den 1950er und 1960er Jahren, die unterschlagene faschistische Gesinnung bei den Erwachsenen im Familienumfeld. Sie kam nicht selten in rassistischen und sozialdarwinistischen Bemerkungen zum Ausdruck. So gegenüber Menschen einer anderen Hautfarbe und Herkunft, sexuellen Orientierung und gegenüber den finanziell und sozial ärmeren Menschen.

Diese postfaschistische Prägung wurde in Westdeutschland ebenso wenig wie in Ostdeutschland überwunden! Im Westen nach 1945/1949 vom Konsum und Volkswohlstand überdeckt und im Osten vor 1989/1990 vom unter der Familiendecke konservierten Antikommunismus ebenso beibehalten.

In Westdeutschland wurde eine antifaschistische Alternative 1956 mit dem Verbot der KPD und den folgenden Berufsverboten, einschließlich des sog. Radikalenerlass 1972 – unter Federführung Willy Brandts, erfolgreich liquidiert. In Ostdeutschland wurden die antifaschistischen, kommunistischen und humanistischen Reste bei den ‘freien’ Konsumwahlen 1990 aus der politischen Verantwortung entfernt und mit Hilfe der springerschen VS-BStU-Gauck-Behörde nach der Wende nachhaltig aus dem Massenbewusstsein getilgt.

* Vgl. Zeit.de am 13. Dezember 2015. Fliegende Türen und fliegende Fäuste. Von Doreen Reinhard. »Kinder schlagen Kinder. Mobbing im Klassenzimmer, aber in diesem Fall ist das Entsetzen besonders groß, denn deutsche Jungen haben Flüchtlingsmädchen gequält, sie bespuckt, geschubst, mit Steinen beworfen und in einer Tür eingequetscht. Der Notarzt musste kommen. Eine Neunjährige wurde wegen Knochenabsplitterungen im Arm behandelt und trägt nun einen Gipsverband, eine 14-Jährige erlitt Quetschungen.«

www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-12/wurzen-fluechtlinge-kinder-sachsen-pestalozzi-schule-rassismus?cid=5721220#cid-5721220

13.12.2015, Reinhold Schramm







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