Neuerscheinungen Graphic Novel und Kunst

22.07.20
KulturKultur, TopNews 

 

Buchtipps von Michael Lausberg

Buch 1

Köster, Thomas: Mary Bauermeister. Im Märchenreich. Haus und Garten, Hirmer Verlag, München 2020, ISBN: 978-3-7774-3499-5, 39,90 EURO (D)

In den 1960er Jahren war das Kölner Atelier von Mary Bauermeister Keimzelle der Fluxusbewegung. Sie wurde als Bildende Künstlerin bekannt und hatte viele internationale Ausstellungen. Mit dem Komponisten Karlheinz Stockhausen war sie eines der bekanntesten Künstlerpaare der BRD. Inzwischen hat sich die reife Künstlerin ins Oberbergische zurückgezogen, in ihr Wohn- und Atelierhaus nach Rösrath-Forsberg mit einem sehr großen Garten, wo sie mit Unterbrechungen seit 1968 wohnt und arbeitet. Für Bauermeister war immer ein räumlicher Lebensmittelpunkt von großer Bedeutung, sie schuf sich in Rösrath-Forsberg ihr eigenes „Märchenreich“. Dort wird Bauermeisters auf ganzheitlichem Denken beruhende Sicht auf die Welt deutlich: „Über Jahrzehnte ist in Folge in Forsbach ein Ensemble erschaffen worden, das das Denken und Wirken der Künstlerin, ihr Verantwortungsbewusstsein für Mensch und Natur in einzigartiger Weise reflektiert.“ (S. 7)

Der Fotograf Thomas Köster durfte ihr privates Reich besuchen und hat aus den 2.500 dabei gemachten Bildern die prägnantesten für dieses Buch zusammengestellt. Köster besuchte Haus und Garten von Mary Bauermeister in einem Zeitraum von vier Jahren zu unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten sowie wechselndem Licht und zeigt hier den „Spiegel dieser Raumzeitlosigkeit, die Haus und Garten eigen ist.“ Das Buch erscheint gleichzeitig in deutscher und englischer Sprache.

Im Vorwort der Reise in den Kosmos von Mary Bauermeister führt Petra Oelschlägel, Direktorin des Kunstmuseums Villa Zanders in Bergisch-Gladbach, aus, dass das sich das Leben der Künstlerin extrem stark in der Natur manifestiert und dabei dem Licht die zentrale Rolle beikommt. Aber auch der Klang manifestiert durch Klangschalen oder Gongs gehört zu diesem Gesamtkunstwerk.

In einem Essay geht es um Haus- und Gartengestaltung der Künstlerin. Danach folgen die Bilder durchzogen von einigen Zitaten Bauermeisters. Sie sind meistens großformatig und auf einer Seite zu sehen und sind neben den schon erwähnten unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten aus verschiedenen Perspektiven aufgenommen.

Dort gibt es intime Einblicke in das Anwesen mit Flachdächern und Wassergarten, wo ihr künstlerisches Werk aufbewahrt wird, Bücher von Freud oder eine Skulptur, wo ein Affe einen Totenkopf betrachtet.

Im Garten sind unter anderem der Bauwagen, der Zirkuswagen, den acht Meter hohen Turm, Holzaufbauten, Steinspiralen, Pyramiden, Totems, überwuchernde Relikte vergangener künstlerischen und spirituellen Aktivitäten, Knochengeweihe, der geschmückter „Ziegenaltar“, Kultplatz, Stelen, Bildern an Bäumen gehängt oder auch ihr eigener Grabstein, den sie in Todesahnung selbst gemeißelt hat, und weitere biografische Marksteine zu sehen. Auf einigen wenigen Bildern ist die Künstlerin selbst zu sehen: bei der Arbeit, in Großformat oder als Teil eines künstlerischen Rahmens.

Hinter den Bildern gibt es noch einen kurzen Artikel über Leben und Werk von Mary Bauermeister.

Das Buch zeigt auf, dass Bauermeister ihre unmittelbare Umgebung selbst in ein heterogenes Kunstwerk verwandelt hat. Sozusagen als Lebenswerk, wo auch Teile ihre Biografie verarbeitet werden. Viele skurrile, kreative und spirituelle Artefakte sind zu entdecken, in ihrem Zusammenspiel manchmal zynisch oder witzig. Haus und Garten sind Ausdruck ihrer Persönlichkeit und ihrer Weltsicht, was durch die Bilder gut in Szene gesetzt wird.

Buch 2

Arp Museum Bahnhof Rolandseck und vom Atelier Jonas Burgert (Hrsg.): Jonas Burgert. Sinn frisst. Publikation zur gleichnamigen Ausstellung vom 16. Februar bis 16. August 2020 im Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Kerber Verlag, Bielefeld/Berlin 2020, ISBN 978-3-7356-0660-0, € 78,00

Jonas Burgert ist so etwas wie der Shootingstar der deutschen Kunstszene. Eigens für die große Einzelschau im Arp Museum Bahnhof Rolandseck schuf  er neue monumentale Gemälde und raumgreifende Skulpturen. Hinzu kommen kleinformatige Arbeiten, vorwiegend Porträts. Bei Burgert geht es nach eigener Aussage darum, alles das abzubilden, was den Menschen ausmacht.

Dies ist das Begleitbuch zur Ausstellung. Neben den in der Ausstellung gezeigten jüngeren und jüngsten Großformaten, Porträts und Skulpturen sind weiter 75 Arbeiten des Künstlers aus den Jahren 2012 – 2019 in den Katalog aufgenommen.

Bei der Suche nach einer Einordnung von Burgerts Kunst und seinem ungewöhnlichen Stil liefern das Buch und vor allem die begleitenden Texte von Ralph Dutli, Oliver Kornhoff, Jutta Mattern und Monika Rinck keine Antworten.

Auf überdimensionalen Leinwänden, die an Tafelbilder der Kunstgeschichte erinnern, werden Lebewesen wie Menschen, Tiere, Pflanzen und Phantasiegeschöpfe dargestellt. Dabei werden Mythologie, verschiedene Etappen der Kunstgeschichte, Aspekte der Gegenwart, Futurismus und Zwischenwelten gezeigt. Dabei benutzt Burgert die gesamte farbliche Palette und überrascht trotz der großen Leinwände mit viel Liebe zum Detail. Verschiedene Epochen und Stile werden in einen Topf geschmissen, auch gegensätzliche: Symbolismus, Surrealismus, Expressionismus, Figuration und Abstraktion, Gegensatzpaare von Hell und Dunkel wie im Barock, Stimmungserzeugungen wie in der Romantik. Oft sind in einem Bild verschiedene Bilder zu sehen. Dramaturgische Effekte seiner atmosphärischen Darstellung verweisen auf die Moderne.

Seine Kunst bleibt ein Rätsel, vielleicht soll es ja auch so sein.

Der Leser bekommt jedenfalls 124 farbige und 15 schwarz-weiße Abbildungen zu sehen, die großformatig, oft über zwei Seiten angelegt sind und viele Details von Burgerts Bilderwelten zeigen. Die Texte dazu tragen mehr zur Verwirrung als zur Klarheit bei, man sollte die Abbildungen auf sich wirken lassen und zu einem eigenen Urteil gelangen.

Buch 3

Andrea Baumgartl: Wir sind hier, wir sind laut. Fridays für Future, Kerber, Bielefeld/Berlin 2020, ISBN: 978-3-7356-0663-1, 25 EURO (D)

Als Künstlerin, die vorzugsweise mit dem Ausdrucksmittel der Fotografie arbeitet, hat Andrea Baumgartl seit dem Frühjahr 2019 an den Fridays for Future-Demonstrationen in Berlin teilgenommen, um das Beobachtete in Bildern festzuhalten. Ihre Arbeiten stehen in der Reihe der sozialdokumentarischen Fotografie, die Teilbereiche des Sozialen Lebens kritisch in den Blick nimmt. Das Buch erscheint gleichzeitig in deutscher und englischer Sprache.

Zu Beginn wird ein Poetry Slam der Schülerin und Aktivistin Julia Axthelm von der Kundgebung am 18.10.2019 in Berlin abgedruckt. Danach folgen die zahlreichen Aufnahmen von Andrea Baumgartl. Die Bilder zeigen Farbfotos mit den Aktivistinnen und Aktivisten und ihren kreativen Botschaften auf Plakaten, meist Kinder und Jugendliche. Sie stellt sich dabei auf die Seite der protestierenden Jugend, die von ihnen mitgebrachten und individuell beschrifteten Tafeln nehmen dabei einen breiten Raum ein. Baumgartl verleiht dem jugendlichen Protest sozusagen einen Ausdruck.

Anschließend folgt noch ein Text von der Fotografin über ihre Eindrücke der Proteste und Kundgebungen in Berlin. Der Künstler und Dozent Enno Kaufhold ordnet danach in seinem Beitrag die Methode des Fotografierens von Baumgartl ein. Die Gruppe Scientist for Future präsentiert danach Zahlen und Fakten zur Klimakrise und den Gründen. Danach wird noch die Rede von Greta Thunberg beim UN-Klimagipfel im Dezember 2018 im polnischen Kattowice auf Deutsch abgedruckt.

Die Bilder haben keinen hervorgehobenen ästhetischen Charakter, die darauf abgebildeten Personen und ihre Botschaften als zeithistorisches Dokument stehen im Mittelpunkt der Aufnahmen. Baumgartl selbst nimmt bei den Aufnahmen die Position einer Beobachtenden ein, die nicht den Protest für ihr eigenes Projekt instrumentalisieren will, sondern ihnen eine bildliche Stimme verleiht. Die Texte werden meist von Aktivisten selbst verfasst, was deren Emotionen und Anliegen gut transportiert. Es fehlen wohl Seitenzahlen, was die Orientierung etwas mühsam macht.

 

Buch 4

Julian Voloj/Sören Mosdal: Basquiat, Carlsen, Hamburg 2020, ISBN: 978-3-551-76046-3, 20 EURO (D)

Diese Graphic Novel handelt von dem früh verstorbenen Künstler Jean-Michel Basquiat (1960-1988), der in New York der späten 1970er Jahre und 1980er Jahre ein wildes, bewegtes, jedoch auch sinnentleertes Leben führte und an einer Überdosis verstarb. Basquiat wurde von Andy Warhol gefördert, verstand sich aber immer als eigenständig. Autor Julian Voloj und Zeichner Sören Mosdal zeigen einen jungen Künstler, der mit Ruhm, Kreativität und auch Drogensucht ringt und diesen Kampf tragisch am Ende verliert.

Dies ist jedoch keine Biografie im herkömmlichen Sinne, sondern nimmt als Ausgangspunkt seinen Tod durch eine Überdosis. Alle Szenen basieren auf biografischen Aufzeichnungen von Freunden und Bekannten Basquiats. Sein Leben wird als Dialog mit seinem inneren Dämon assoziativ erzählt. In dieser Retrospektive erlebt Basquiat noch einmal seinen Werdegang, der ihm zwar Ruhm und Reichtum einbrachte, ihn aber auch einsam hinterließ.

Diese beginnen mit Szenen aus seiner Kindheit und Jugend, die ersten Erfahrungen mit Marihuana, seiner kurzer Flucht mit 15 aus dem Elternhaus und seinem Leben im Park, wo er erste Acid-Erfahrungen macht und in den Knast wandert. Seine Eltern schicken ihn auf eine Art alternative Privatschule, die auch nicht das Richtige für ihn ist. Er erschafft sich seine eigene Welt im Traumladen Quasimodo-Jones, sprüht SAMO-Graffiti, erlebt die Talking Heads im Mudo-Club und schafftt bald seine erste Ausstellung. Andy Warhol wird auf ihn aufmerksam und fördert ihn, ein Wendepunkt. Er reist nach Italien, wird bekannt und kommt zu Geld. Ein Tiefpunkt für ihn sind die Geschehnisse um Michael Steward, einem afroamerikanischen Künstler, der 1983 von der New Yorker Polizei getötet wurde, nachdem er Graffiti in die U-Bahn gesprüht hat. Sein Tod löste damals bei Basquiat und anderen afroamerikanischen Künstlern einen Schockmoment aus, was er in seinem Werk „The Death of Michael Steward“ verarbeitete. Danach fühlt er sich von imaginären Cops verfolgt.

Dennoch steht sein ausschweifendes Rock’n-Roll Leben im Mittelpunkt. Sein laxer und arroganter Umgang mit Geld, Sex mit vielen Frauen und immer wieder Drogenexzesse begleiten seinen künstlerischen Aufstieg. Trotz seiner Erfolge fühlt er sich immer noch leer. Er Sehnsucht nach seinem alten Leben in Brooklyn und ein ambivalentes Verhältnis zu seinem Vater. Er nimmt regelmäßig Koks, sein Größenwahn nimmt zu: er fährt von der Schweiz nach Florenz mit dem Taxi. Der Vorwurf, eine Marionette von Warhol zu sein, trifft ihn hart, genauso wie der Tod seines Förderers. Er entwickelt sich immer mehr zum Junkie, hält sich aber für unzerstörbar und macht sich wegen seiner Sucht etwas vor. Das bittere Ende mit dem toten Basquiat im Bett mit Fixerbesteck bildet den Abschluss der Geschichte.

Dahinter werden die in der Geschichte erwähnten Freunde, Bekannte und Familie Basquiats mit Bild näher vorgestellt. In einem Nachwort finden sich Erläuterungen zum Buch: Dort werden kurz auf die Biografie Basquiat eingegangen, die Motivation des Autors und der Aufbau des Buches eingegangen.

Quer durch die Geschichte hindurch werden immer wieder die eigenen Dämonen im Text eingebaut. Die Themen Drogenrausch, Frauen und Rassismus bilden auch einen Schwerpunkt.

Zum Verständnis empfiehlt es sich, zuerst das Nachwort zu lesen. Die vielen Personen rund um Basquiat können während des Lesens immer wieder nachgeschlagen werden. Dort werden sie und ihre Beziehung zu Basquiat dargestellt. Dies hilft es, das Buch auch ohne Vorkenntnisse zu verstehen. Ein kurzes Glossar für die künstlerischen Fachbegriffe könnte noch hinzugefügt werden.

Dies ist keine Hagiografie von Basquiat, sondern eine Darstellung von guten und schlechten Eigenschaften des Künstlers mit seinem tragischen Ende. Es ist keine Unterhaltungsliteratur, sondern eher ein Buch, das nachdenklich macht. Die Illustrationen sind von guter Qualität, vor allem die immer wiederkehrenden Schatten und Vorboten des Todes.

 

Buch 5

Franco Knie/Kurt Müller (Hrsg.): 100 Jahre Knie-Elefanten, Scheidegger &Spiess, Zürich 2020, ISBN: 978-3-85881-677-1, 38 EURO (D)

Dieses Buch behandelt die Geschichte und Perspektiven der Elefantenhaltung im Circus Knie von 1920 bis heute. In historischen Bildern, Zirkusplakaten, Seiten aus den Programmheften und Fotoporträts der Elefanten und Tierlehrer wird die facettenreiche Geschichte der Elefanten von 1920 bis 2020 des Schweizer Nationalcircus erzählt. Bühnenbilder in schwarz-weiß oder in Farbe quer durch die Jahrzehnte zeigen die Elefantentradition. Dies ist mit einem kritischen Rückblick verbunden: Fehler aus der Vergangenheit und ein veränderten Blick auf die Tiere werden dabei angesprochen. Wie eine zeitgemäße und möglichst artgerechte Elefantenhaltung aussehen kann und welche Kriterien diese erfüllen sollten, wird ebenfalls in Texten diskutiert. Die Vermehrung der Elefanten innerhalb der menschlichen Haltung und das damit verbundene Thema Elefantenschutz kommen ebenfalls zur Sprache. Zum Abschluss gibt es detaillierte Daten zu den einzelnen Tieren und ein Stammbuch der verwandtschaftlichen Beziehungen der Knie-Elefanten.

Das Buch berührt ein provokantes und vieldiskutiertes Thema, das des Haltens von Wildtieren im Zirkus. Tierschützer beklagen eine Zurschaustellung von Tieren für den Profit, die Tierdressur, die mit dem Auftritt verbundene laute Musik und das Blitzlicht und die Reisen und Transporte in engen Käfigen. Sie fordern eine Umstellung auf ein tierfreies Programm. Veranstalter und deren Tierschutzbeauftragte und Aktionsbündnisse halten dagegen und verweisen darauf, dass alle Übungen der Tiere auf natürlichen Verhaltensweisen der Tiere basieren, der Transport ist kein Stress sei und keine artfremde Haltung vorliegt. In einigen Ländern gibt es ein generelles Verbot von Wildtieren im Zirkus, in der BRD zum Beispiel nicht.

Diese Retrospektive ist zwar (selbst-)kritisch angelegt, wird aber Fundamentalisten auf beiden Seiten nicht zufriedenstellen. Die Diskussion um Tierschutz im Zoo ist noch einmal ein ganz anderes Thema.

Auf jeden Fall ist das Buch ein Zeugnis der kulturgeschichtlichen Bedeutung von Elefanten für den Menschen, ganz gleich, wie man zum Thema Zirkus steht. Zu begrüßen ist der hier vielfach angesprochene Elefantenschutz.

Buch 6

Thomas Will: Kunst des Bewahrens. Denkmalpflege, Architektur und Stadt, Reimer, Berlin 2019, ISBN: 978-3-496-01609-0, 39 EURO (D)

In diesem Buch untersucht Thomas Will, Professor an der TU Dresden, die Beziehung zwischen Denkmal und Entwurf und fragt nach dem Erinnerungspotential gebauter Orte. Er kritisiert, dass die Praxis im Bauwesen heute nicht langfristig und reparaturfreundlich ausgerichtet ist, und stattdessen eine „Kultur des Verschleißes, in dem die Dinge beseitigt und ersetzt werden, bevor sie ausgedient haben“ (S. 10) vorherrscht.

Denkmalmalpflege wendet das historische und ästhetische Interesse an den Bauten der Vergangenheit in ein handlungsorientiertes, die Kunst des Bewahrens von Architektur, Stadt und Landschaft. Bei begrenzten Ressourcen ist Bewahren zur angewandten Kulturökologie geworden. Er definiert daher Denkmalpflege nicht als Festhalten an der Vergangenheit oder eine Rückkehr in diese, sondern als „Interesse des Andersartigen, um seine Respektierung und Erhaltung als Teil eines pluralistischen Gesellschaftsentwurfs.“ (S. 13)

Um Positions- und Grenzbestimmungen zwischen Denkmalpflege, Architektur und Stadt zu diskutieren, werden „zusammengeführte Aufsätze“ (S. 17) präsentiert, die in der „Summe eine Art Kompendium zu den wichtigsten Themenfeldern ergeben“. (Ebd.). Es soll kein Lehrbuch sein, sondern „die Überprüfung und Diskussion praktischer Fragen an der Schnittstelle von Denkmalpflege, Architektur und Städtebau.“ (Ebd.).

Nach einer Einführung werden mehrere Aufsätze zu folgenden Schwerpunkten vorgestellt: Denkmalpflege und architektonisches Entwerfen, Reparieren. Eine schöne Kunst, Denkmale im Gebrauch, Die Autorität der Sache, Orte und Erinnerungen, die Stadt als Denkmal und Kulturökologie.

Im Anhang findet man noch ein ausführliches Literaturverzeichnis, die Drucknachweise, die Abbildungsnachweise und die Mitwirkenden am Buch.

Diese Sammlung von Aufsätzen bezieht sich allerdings nicht aufeinander, sondern steht lediglich nebeneinander. Jeder Aufsatz hat unterschiedliche Ausgangsfragen und Thesen. Man springt als Leser von einem Thema zum nächsten. Es fehlen eine Struktur und ein fundierter Aufbau im Buch.

Spannend ist lediglich der Bereich der Ökologie des kulturellen Erbes im letzten Schwerpunkt, wo Denkmalschutz und Umweltschutz gemeinsame Schnittmengen haben: „Das zukunftsorientierte Bewahren des Artenreichtums, der in der gebauten Umwelt existiert, erfordert einen schonenden, abwägenden Umgang mit den Erbschaften der einzelnen Kulturräume. Denkmalschutz und Umweltschutz stimmen dabei in ihrer ethischen und praktischen Ausgangsbasis überein: In beiden Fällen wird das gemeinsame Erbe – Kultur oder Natur – im Interesse der Zukunft gegen konsumorientierte Zerstörungsabsichten verteidigt.“ (S. 466)

 







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