Die Sendung von Markus Lanz eröffnet auch einen Blick hinter die Kulissen

25.01.14
KulturKultur, Wirtschaft, Debatte, TopNews 

 

von G. Karfeld

Die Sendung Markus Lanz mit Sahra Wagenknecht schlägt hohe Wellen in der Öffentlichkeit, der Unmut entzündet sich dabei vor allem an der Person Markus Lanz. Ob dies nun eine geplante Aktion gegen Sahra Wagenknecht war oder nur vorauseilender Gehorsam eines Karrieristen, letztlich hat es die Parteilichkeit der öffentlich rechtlichen Medien offenbart.

Deshalb ist es auch falsch diese Affäre dem persönliches Versagen oder der politischen Einstellung des Moderators zuzuschreiben, Karrieristen sind in der Regel sehr flexibel was ihre politische Meinung betrifft. Es ist die Parteilichkeit der öffentlich - rechtlichen Medien, die sogenannte vierte Macht, wie sie in der parlamentarischen Demokratie auch genannt wird, ist nichts anderes als das Propagandaorgan der Herrschenden.

Aus demokratischer Sicht sind die öffentlich - rechtlichen Medien genauso Kulisse wie die Parlamente. Die Vorstellung mit Sahra Wagenknecht ist in sofern mißlungen, weil die Parteilichkeit so offensichtlich wurde. Die Kontrolle der öffentlichen Meinung ist ein wichtiger Faktor für die Herrschenden, sie hat hier eine kleine Niederlage erlitten. Deshalb sollte man nicht an der Oberfläche Markus Lanz kratzen, sondern dort ansetzen wo das eigentliche Problem liegt, an der fehlenden Demokratie.

Wenn die öffentlich - rechtlichen Medien uns täglich die fehlende Demokratie in Rußland und anderswo vor Augen führen, die undemokratischen Zustände im eigenem Land aber nicht erkennen, dann ist das kein Zufall. Genauso verhalten sie sich bei Demonstrationen, in Rußland demonstrieren nur aufrechte Demokraten und Freiheitskämpfer, während im eigenem Land nur Chaoten und kriminelle Gewalttäter auf die Straße gehen. In Rußland wird jede Polizeigewalt angeprangert, während im eigenem Land, Polizeigewalt verschwiegen oder verharmlost wird.

In der EU werden jährlich ca. 1 Billion € Steuern hinterzogen, das ist kein Thema wert, findet man jedoch einen Harz IV – Empfänger der sich 100 € erschwindelt hat, schlägt das Riesen Wellen in der Presselandschaft und es wird eine Verschärfung der bestehenden Gesetze gefordert. Aber nicht nur das, die jährlich 1 Billion hinterzogenen Steuern in der EU fließen natürlich in das Finanzsystem und diese kriminell erworbenen Vermögen werden zu die Krisenpolitik der eisernen Kanzlerin, wie Merkel in den öffentlich - rechtlichen Medien ab und zu genannt wird, zu Lasten der Löhne, Renten und sozialen Sicherungsnetzen der Werktätigen gerettet.

Bei Konzernen werden oft jahrelang aus Personalmangel in den Finanzämtern keine Steuerprüfungen durchgeführt, während für die Überprüfung der einfachen Bevölkerung kein Personalmangel besteht, sie entkommen dem Fiskus nicht ein Jahr. So ließe sich die Reihe der angeblichen Zufälle fast endlos fortsetzen, aber all dies ist den Öffentlich Rechtlichen Medien kein wirkliches Thema.

Die sogenannte vierte Macht, die publikative Gewalt ist fest in der Hand der Herrschenden, also genau das was laut Grundgesetz nicht sein sollte.
Die Linke, der Sahra Wagenknecht angehört, wird jedoch wenig zur Problemlösung beitragen, denn die Kritik von der Oppositionsbank aus, wo sie eine Pflichtübung ist, hat wenig Aussagekraft, dort wo man mit gestaltet oder um jeden Preis mit gestalten will, zeigt sich der wahre Charakter der Partei. Außerdem sind die Wasserträger des Kapitals in ihr allgegenwärtig um jede radikal formulierte Kritik zu verwässern.
Die fehlende Demokratie kann letztlich nur von einer Organisation durchgesetzt werden, die sie in ihren eigenen Reihen praktiziert.

In diesem Sinne
alle Macht den Räten!
 



VON: G. KARFELD






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