Studierende der Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF) protestieren gegen das sinnlose Sterben auf dem Mittelmeer

27.07.18
KulturKultur, Bewegungen, Bayern, TopNews 

 

Von Sea-Eye e.V.

Mit der Protestaktion ‚Nass gegen Hass’ protestieren die Studierenden in Anwesenheit des Ministerpräsidenten Markus Söder, der die HFF aufgrund der Veranstaltung ‚Bayern Digital’besuchte, gegen die Flüchtlingspolitik Bayerns. Der Ministerpräsident weicht aus und verschwindet laut Beobachtern schnell im Fahrstuhl. Unterdessen reagieren andere Besucher deutlich emotionaler und verunsicherter auf die Protestaktion der Studierenden.

  • Laut IOM starben in diesem Jahr 1.492 Menschen auf der tödlichsten Fluchtroute der Erde
  • In Abwesenheit der Rettungsschiffe starben mehr als 700 Menschen in den vergangenen Wochen
  • dies waren die tödlichsten Wochen seit Aufzeichnung durch IOM
  • Ministerpräsident Markus Söder gehört zu den Befürwortern einer restriktiven, europäischen Flüchtlingspolitik 

Der Widerstand gegen diese Politik und die Solidarität für zivile Seenotretter der Kunst- und Kulturschaffenden Münchens wächst weiter an. So hat der Jahrgang 2012 der HFF eine Spendenaktion für die bayerischen Seenotretter von Sea-Eye e.V. ins Leben gerufen und bis heute mehr als 16.000 € unter den Studierenden und Freunden gesammelt. Sie setzen damit ein Zeichen, dass aus Bayern nicht nur nationalistische und diffamierenden Impulse gesandt werden. Die Spendenaktion der Studierenden ‚Sei kein Horst’ – HFF Studierende für Sea-Eye e.V. läuft noch bis zum 01.08.2018 und ist auf Betterplace über den Spendenlink http://t1p.de/jbj9 erreichbar. 

Als die Studierenden der HFF erfahren haben, dass die Seenotretter von Sea-Eye mit der Planung einer neuen Rettungsmission begonnen haben, nahmen die Studierenden Kontakt zum Verein auf und boten ihre Unterstützung an. 

"Ich konnte keine ertrunkenen Kinder mehr sehen, die wegen unterlassener Hilfeleistung im Mittelmeer ihr Leben verloren haben.Heute hätte ich keinen besten Freund und mein Sohn keinen Patenonkel, wenn dessen Vater damals auf der Flucht vor dem Vietnamkrieg nicht aus der Seenot gerettet worden wäre. Jede einzelne Zahl, die in der Statistik auftaucht, hat eine Geschichte, weil es Menschen sind, keine Zahlen!“ sagt Simon Denda, Initiator der Spendenaktion und Teil des Jahrgangs 2012. 

Die Regensburger Seenotretter von Sea-Eye werden die Spenden für das Projekt ‚Sea-Eye 2’ einsetzen, um möglichst schnell ein Rettungsschiff ins Einsatzgebiet zu entsenden. Die Schiffe Sea-Eye und Seefuchs können derzeit nicht mehr eingesetzt werden. 

Nachdem uns die niederländischen Behörden nach 2 Jahren Zusammenarbeit mitteilten, dass unsere Papiere nun nicht länger ausreichen, um zu beweisen, dass wir die niederländische Flagge tragen dürfen und Italien die Verantwortung für das Seegebiet an Libyen übertragen hat, ohne dass es ausgebildete Rettungskräfte oder eine Koordinierungsstelle im Land gibt, haben wir entschieden ein neues Schiff zu beschaffen, um die bürokratischen Hürden zeitnah zu überwinden und schnell mit unserer Arbeit fortfahren zu können. Die Spende der Studierenden wird ein wichtiger Grundstein des Projekts und die Realisierung vorantreiben. Wir sind sehr glücklich über die Unterstützung aus München!– Gorden Isler, Sprecher von Sea-Eye e.V.

In den vergangenen 2 Jahren konnte sich der Verein Sea-Eye e.V. mit 2 zu Rettungsschiffen umgebauten Fischkuttern mehr als 14.000 Menschenleben retten. In den vergangenen Wochen verharren die einsatzbereiten und gut trainierten Crews im Hafen von Valletta. Dort liegen insgesamt 3 Rettungsschiffe und ein Suchflugzeug fest Der Verein plant nun die Durchführung eines kurzfristigen, zeitlich befristeten Charterprojekts und verhandelt mit Reedern, Spendern und Behörden. Mehr als 400 Mitglieder und 1000 Aktivisten sind nicht bereit zu akzeptieren, dass Europa seiner Verantwortung ausweicht und in den vergangenen 3 Jahren mehr als 20.000 Menschen ertrunken sind. 







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