Neuerscheinungen Kunst und Architektur

25.11.18
KulturKultur, TopNews 

 

Buchtipps von Michael Lausberg

Buch 1

Florenz und seine Maler. Von Giotto bis Leonardo da Vinci, Hirmer Verlag, München 2018, ISBN: 978-3-7774-3064-5, 45 EURO (D)

Der Beginn der Renaissance ist eng mit der Florentiner Skulptur und Malerei verbunden. Die Alte Pinakothek versammelt rund 120 Werke von Giotto, Donatello, Fra Angelico, Filippo Lippi, Andrea Verrocchio, Pollaiuolo, Sandro Botticelli, Ghirlandaio, Leonardo da Vinci und vielen mehr in ihren Sammlungsbeständen. Diese Werke sind der Ausgangspunkt für die erste Sonderausstellung des wiedereröffneten Hauses. Leihgaben aus Wien, Paris, London, Berlin, Washington machen eine nach ikonografischen Themen organisierte Schau möglich. Dies ist der Katalog zur Ausstellung, die vom 18.10.2018 – 27.1.2019 zu sehen ist. Hier werden die revolutionären und höchst einflussreichen Veränderungen in der Florentiner Malerei nachgezeichnet und erlaubt vielfältige Einblicke in die Ideenwelt und Arbeitsweise der Florentiner Künstler.

Nach einer Einführung von Andreas Schumacher anhand eines Altarbildes von Botticelli folgen verschiedene Essays: Zunächst beschreibt Wolf-Dietrich Löhr die Künste in Florenz im 14 Jahrhundert und ihr Erbe. Weiter geht es mit dem Beitrag von Dagmar Korbacher, die die Rolle der Zeichenkunst der Florentiner Maler näher beleuchtet. Nicoletta Pons widmet sich dann den Malern in Florentiner Werkstätten des 15. Jahrhunderts, bevor Caroline Campbell die Malerei im Palast kennzeichnet. Anschließend behandelt Annette Kranz das Bildnis im 14. Jahrhundert und Ulrich Pfisterer die Stiloptionen und Wahrnehmungskriterien in der Sassetti-Kapelle. Die Florentiner Bildhauer-Werkstätten des 15. Jahrhunderts werden danach von Doris Carl skizziert, bevor Michael Cole den technischen Wandel und die Bevorzugung von neuen Materialien in Kunst und Handwerk erörtert. Scott Nethersole beleuchtet dann den künstlerischen Dialog zwischen Florenz und Siena im zweiten Viertel des 15. Jahrhunderts. Die Essays werden durch den Beitrag von Matteo Burioni über den Kunstgeschichtsschreiber Giorgio Vasari und das 14. Jahrhundert abgerundet.

Dann folgt der Katalogteil, der den größten Platz im Katalog einnimmt. Im Anhang findet man noch ein Literaturverzeichnis und den Bildnachweis.

 

Die Wiege der neuzeitlichen Malerei von ihren Anfängen mit Giottos Wirken bis hin zu den Schöpfungen von Leonardo da Vinci wird hier erschöpfend behandelt. Die Ideenwelt und Arbeitsweise der Künstler stehen im Fokus dieses Kataloges und auch der Ausstellung. Dank zahlreicher internationaler Leihgaben und den Höhepunkten des Münchner Bestandes sind charakteristische Werke der prominentesten Florentiner Maler vertreten, darunter Fra Angelico, Filippo Lippi, Antonio Pollaiuolo, Andrea del Verrocchio, Domenico Ghirlandaio, Sandro Botticelli, Filippino Lippi, Leonardo da Vinci, Lorenzo di Credi und Fra Bartolommeo. Es wird ausführlich gezeigt, wie sie mit neuem Selbstbewusstsein die Wirklichkeit erforschten und nach den Gesetzen von Harmonie und Schönheit suchten, sie nach der Natur und zeichneten die Werke der Antike studierten. Zu erwähnen aus einem gelungenen Katalog sind die Tafelbilder, die im Zeitalter der Medici für die Kirchen oder Paläste der toskanischen Handelsmetropole geschaffen wurden. 

 

Buch 2

Bruce W. Talamon. Soul. R&B. Funk. Photographs 1972–1982, Taschen, Köln 2018, ISBN: 978.3.8365-7240-8, 50 EURO

Die afroamerikanische Bürgerrechtsbewegung erreichte ihre historische Hochphase erreichte sie zwischen den späten 1950er Jahren und Ende der 1960er Jahre. Der Schwerpunkt der damaligen Bewegung lag im Engagement für die Durchsetzung der Bürgerrechte der Afroamerikaner gegen die zu dieser Zeit in Form der „Rassentrennung“ gesetzlich festgeschriebenen Diskriminierung der schwarzen Bevölkerung in den Südstaaten der USA. Dort erstritt sie maßgebliche Reformen zur Gleichberechtigung und Gleichstellung mit sich bis in das amerikanische Verfassungsrecht auswirkender Bedeutung.

Das Civil Rights Movement erlangte vor allem durch dessen populären Protagonisten Martin Luther King und den von ihm propagierten gewaltfreien Widerstand im zivilen Ungehorsam Aufmerksamkeit. Mit der 1964 erfolgten Verleihung des Friedensnobelpreises an King wurde über seine Person hinaus auch die US-amerikanische Bürgerrechtsbewegung auf internationaler Ebene gewürdigt.

Die entscheidende Figur, die das neue afroamerikanische Selbstbewusstsein in der Musik in Bilder fasste, war Howard L. Bingham. Seine unzähligen Fotografien von Cassius Clay zeichnen ein intimes und zugleich beständiges Porträt seines Leben und ihrer langen Freundschaft. Bingham fotografierte auch viele der wichtigsten Ereignisse und Persönlichkeiten für Zeitschriften wie Life, Time, Newsweek, Sports Illustrated und Ebony.

Bingham war als afroamerikanischer Starfotograf ein Vorbild für Bruce W. Talamon. Dieser hat es in den 70er Jahren zu einem renommierten Fotografen beim „Soul Magazine“ geschafft und durfte die Stars der Soul-, Funk- und R’n’B-Szene fotografieren – auf der Bühne, backstage und ganz privat.

In diesem Band werden 300 Fotografien aus der Zeit von 1972 bis 1982 gezeigt. Dort werden Legenden wie Earth, Wind & Fire, Marvin Gaye, Diana Ross, Al Green, Gil Scott-Heron, James Brown, Barry White, Rick James, Aretha Franklin, The Jackson Five, Donna Summer, Chaka Kahn und die P-Funk-Ahnherren George Clinton und Bootsy Collins mit Funkadelic und Parliament und Impressionen aus den Studios und Kulissen der langlebigen US-Fernsehshow Soul Train des legendären Moderators und Produzenten Don Cornelius präsentiert. Zu diesen Bildern kommen Informationen über Ort, die Entstehungsgeschichte und den Hintergrund.

Man erlebt die Stars nicht nur auf Live-Bilder von der Bühne, sondern auch davor und danach und bei Aufnahmen im Studio. Die Bilder sind wie instinktiv gemacht und wirken daher authentisch. Talamon schafft es, die Stimmung des Augenblicks zu transportieren. Am besten sind die großformatigen Bilder der Live-Auftritte, wo die ganze Begeisterung für die Musik zum Ausdruck kommt.

 

Buch 3

Oliver Olzem/Hans Joachim Hoffstadt: Abwicklung von Bauvorhaben. Von den Grundstücksfragen über Planung und Ausführung bis zur Abnahme und Abrechnung, 8. Auflage, Rudolf Müller, Köln 2018, ISBN: 978-3-481-03668-3, 79 EURO (D)

Dieses Buch beschreibt anhand eines beispielhaften Prozesses eines Einfamilienhauses die Vorbereitung, Planung und Umsetzung von Bauprojekten. Dabei werden alle am Beispiel dieses Musterprojektes relevanten Personen wie Architekten, Bauherrn und Personen, die das Projekt abwickeln bzw. realisieren Schritt für Schritt vorgestellt. Deren Pflichten und Leistungsanforderungen werden in den verschiedenen Objektphasen dargestellt. Dieses Fachbuch erscheint mittlerweile in der achten Auflage, die auf den neuesten Stand des Wissens und der rechtlichen Voraussetzungen gebracht wurde. Neu ist das Kapitel des Building Information Modeling (BIM), das mithilfe von 3-D-Technik eine räumliche Darstellung für alle am Bau Beteiligten in einem abrufbaren System zusammenzuführen.

Die meisten der hier beschriebenen Objektphasen werden als zusätzlicher Service durch praxisgerechte Arbeitshilfen und Checklisten als Vorlage ergänzt, die durch einen Code im Buch heruntergeladen werden können.

Im ersten Kapitel werden die allgemeinen Grundlagen des Projektes behandelt und definiert: Grundstück, öffentliches Bau- und Planungsrecht, rechtliche Anforderungen der Energieeinsparung, Bauen im Bestand, Erschließungen, die am Bau beteiligten Personen sowie die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure. Anschließend geht es um die Planung anhand dem Musterbeispiel eines Einfamilienhauses: Lageplan, Projekt- und Praxisvorbereitung, Vorentwurf, Baukosten, Kosteneinschätzung, Rentabilität, Finanzierung, Genehmigungsfähigkeit, die Aufgaben des Architekten und eine Checkliste zur Vorplanung werden dort präsentiert. Es folgen die Anforderungen an den Entwurf, dessen Verbindlichkeit und Vollständigkeit, die Entwurfsplanung, die Kostenberechnung und die Wirtschaftlichkeitsberechnung sowie die daran beteiligten Personen. Die verschiedenen Schritte zur Baugenehmigung werden danach erläutert. Weiter geht es mit der Ausführungsplanung: Dabei werden Qualitätsbeschreibung, Koordinierungsplicht und die Planung nach HOAI, Leistungsphase 5 vorgestellt. Die Leistungsbeschreibung der Vergabe von Bauleistungen mit einer abschließenden Checkliste die Einzelheiten des Bauvertrages und dessen Arten folgen danach. Danach werden die Schritte der Bauausführung (Objektüberwachung, dessen Aufgaben, Checkliste zur Ausführung, die Baustelleneinrichtung und Sicherheit, die Abrechnung von Bauleistungen, die Abnahme, Kostenfeststellung, Objektübergabe) ausgebreitet. Die Regelwerke, Software, Kommunikation, die praktische Umsetzung, die Vertragsgestaltung und das Bedingungsfeld für den Einsatz von Building Information Modeling werden dann präsentiert. Kurze Informationen zur HOAI, Leistungsphase 9 runden das Buch ab.

Im opulenten Anhang findet man noch verschiedene Grundrisse, Straßen-, Seiten- und Gartenansichten des Musterprojekts in verschiedenen Maßstäben, die Berechnung der Flächen und Kennwerte und einen Energieausweis, ein Literaturverzeichnis und ein Stichwortverzeichnis.

 

In diesem Buch werden alle Schritte für Bauvorhaben Schritt für Schritt mit den Handlungen der dazu benötigten Personen dargestellt. Es ist für Personen wie Architekten, Bauherrn und Personen, die das Projekt abwickeln bzw. realisieren sowie Lernende konzipiert. Die zusätzlichen Leistungen im Anhang oder zum Download ergänzen dies hervorragend. Was hier noch stärker gewichtet werden muss, sind die detaillierte Nennung und Bewältigung von Fallstricken und häufig auftretenden Problemen beim Bauen.

 

Buch 4

Adolf-W. Sommer: Passivhäuser +. Planung, Konstruktion und Beispiele, 3. Auflage, Rudolf Müller, Köln 2018, ISBN: 978-3-481-03279-1, 79 EURO (D)

Das Passivhaus verbindet Komfort und ökologisches Bauen sowie Energiesparen und wird besonders gefördert. Beim Passivhaus wird durch die besondere Wärmedämmung der Wände, Fenster und des Daches eine überdurchschnittliche Wärmerückgewinnung der Abstrahlwärme von Bewohnern und Haushaltsgeräten erreicht. Die Lüftungsanlage vermindert ebenfalls einen Wärmeverlust und regelt die Frischluftzufuhr für die Bewohner. Die Frischluft wird oft durch einen Erdwärmetauscher vorgewärmt dem Gebäude zugeführt. Wichtige Bestandteile sind außerdem eine gute Luftdichtheit sowie eine spezielle Gebäudeform. Die Gebäudeheizung bei extrem niedrigen Temperaturen durch geläufige Heizungssysteme wie beispielsweise Fernwärme, Gas- oder Ölheizung, Holzofen oder eine solartechnische Anlage kennzeichnet dabei den Grenzbereich zu hochgedämmten konventionellen Gebäudetechnologien.

In der Regel erfolgt die Zuheizung beim Passivhaus über elektrische Heizregister oder eine elektrisch betriebene Luft-Luft-Wärmepumpenheizung über die Lüftungsanlage. Üblich sind auch (vor allem im Bad) elektrische Fliesenheizungen. Passivhäuser haben daher trotz ihrer Energieeffizienz in der Regel einen höheren Verbrauch an elektrischer Energie als konventionell beheizte Häuser.  Dabei ist das Passivhaus keine neue Bauweise, sondern ein Baustandard, der besondere Anforderungen bezüglich Architektur, Technik und Ökologie festlegt und nicht auf einen bestimmten Gebäudetyp beschränkt ist. Es ist auch durch Umbauten und Sanierungen möglich, diesen Standard zu erreichen.

In diesem Handbuch werden Planung, Konstruktion und Umbauten von Passivhäusern anhand von 23 geplanten und realisierten Beispielen aus der Praxis aufgezeigt. Dies ist die dritte Neuauflage des praxisorientierten Buches. Neu hinzugekommen sind Abschnitte zum Energieausweis, zu Förderprogrammen, zum Brandschutz, zu Nichtwohngebäuden sowie Projektbeispiele. Eine Checkliste zur Planung und Ausführung eines Passivhausbaues steht außerdem zum Download bereit.

Zunächst werden die grundlegenden Prinzipien des Baus eines Passivhauses erläutert. Die Funktionsweise, Vorteile, Merkmale, Anforderungen, Bauphysik, Förderkriterien, Planung, Besonderheiten bei Nichtwohngebäuden und Checklisten werden dort vorgestellt. Information über die Gebäudehülle wie Außenwände, Bodenplatten, Dächer, Wärmedämmung, Fenster und Verglasung, Wärmebrücken, Luftdichtheit und Brandschutz folgen danach. Anschließend geht es um die Elemente der Gebäudetechnik: Lüftung, Erdreichwärmetaucher, Luftvorwärmung, Heizungsanlage, Kompaktanlagen für Lüftung, Heizung und Brauchwassererwärmung sowie die Versorgungssysteme werden dargestellt. Die Elemente der Qualitätssicherung und Kontrolle sowie der Bestandssanierung mit Passivhauskomponenten folgen dann. Beispiele von verschiedenen Bauten (Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus, Studentenwohnheim, Verwaltungsgebäude, Bürogebäude, Turnhalle usw.) werden dann erläutert.  Passivhäuser in verschiedenen Bautypologien und Aspekte der Wirtschaftlichkeit und Argumentationshilfen im Gespräch mit dem Bauherren, Fragen und Bedenken werden dann präsentiert. Weiter geht es mit einem Rückblick auf die historische Entwicklung des Passivhausbaus, der Gegenwart in der BRD, Österreich und anderen Ländern, die Qualifizierung zum Spezialisten eines zukunftsorientierten Gewerbes und Thesen zur künftigen Entwicklung des Marktes. Im opulenten Anhang findet man noch Normen, Rechtsvorschriften, Literatur, Webseiten und ein Stichwortverzeichnis.

 

Das Handbuch stellt verständlich Schritt für Schritt die Fertigstellung aus eigener Erfahrung von Passivhäusern vor. Die 468 Abbildungen und 48 Tabellen visualisieren den Text, der gut strukturiert ist und am Ende des Kapitels immer die wichtigsten Thesen zusammenfasst. So können einzelne Abschnitte auch für sich gelesen werden. Der Bau von Passivhäusern ist ein Zukunftsmarkt: hier werden neben verschiedenartigen Beispielen auch Informationen zur Ausbildung und Förderprogrammen gegeben. Das Kapitel über Rückblick, Gegenwart und Zukunft hätte allerdings an den Anfang des Buches gehört.

 

Buch 5

Karl & Faber (Hrsg): Michael Koch: Alexander Kanoldt 1881-1939. Werkverzeichnis der Gemälde, Hirmer Verlag, München 2018, ISBN: 978-3-7774-3144-4, 58 EURO (D)

 

In diesem Buch wird erstmals das Leben und das Werk des Malers und Hochschullehrers Alexander Kanoldt (1881-1939) vorgestellt. Dieses Werkverzeichnis wird von dem Auktionshaus Karl & Faber herausgegeben, das von dem Experten Michael Koch zusammengestellt wurde. Koch organisierte die bislang einzige Kanoldt-Retrospektive 1987 in Freiburg und Wuppertal. Für dieses Werk sichtete er den Nachlass von Kanoldt in Karlsruhe, der ein wichtiger Grundstock für das Werkverzeichnis dargestellte.

Nach einem Vorwort des Herausgebers und einer Danksagung führt Michael Koch in das Leben und Schaffen Kanoldt in einem längeren Essay ein.

Durch seinen Vater, der Landschaftsmaler war, kommt Alexander Kanoldt schon früh mit der Kunst in Berührung und studiert seit 1901 an die Akademie der bildenden Künste in seiner Heimatstadt Karlsruhe. In dieser frühen Schaffensperiode orientiert er sich die Technik der Neoimpressionisten, die ihn zu drucktechnisch aufwendigen Farblithografien anregen.

Im Jahre 1908 siedelt Kanoldt nach München über. Dort gründet er 1909 mit Alexej von Jawlensky, Wassily Kandinsky und Gabriele Münter und anderen die „Neue Künstlervereinigung München“, einem Vorreiter des "Blauen Reiter", und ist an deren erster Ausstellung beteiligt.

1913 wird Kanoldt neben Karl Caspar, Jawlensky und Paul Klee Mitglied der „Münchener Neuen Secession“. Nach seinem Einsatz im 1. Weltkrieg ändert sich sein Werk: Während eines längeren Italien-Aufenthaltes entstehen 1924 multiperspektivische Architekturlandschaften und nüchterne Raumdarstellungen. Im Jahre 1925 nahm er an der Ausstellung „Neue Sachlichkeit“ in der Kunsthalle Mannheim teil. wo er neben Max Beckmann mit dem größten Werkkonvolut vertreten ist. Von 1925 bis 1931 ist er Professor an der Kunstakademie in Breslau. 1927 begründet er zusammen mit Karl Hofer die „Badischen Secession“ in Freiburg. Nach seinem Abschied aus Breslau gründete er 1931 in Garmisch-Partenkirchen eine private Malschule. 1932 wird er Mitglied der Münchner Künstlergruppe „Die Sieben“ und nimmt an deren Ausstellungen teil. Kanoldt malt vorwiegend Stillleben und italienische Landschaften mit einer nüchternen Darstellungsweise und Orientierung an der „Neuen Sachlichkeit“ 1933 wird er als Professor an die Kunstakademie in Berlin berufen. Während des Nationalsozialismus galten seine Werke unter als „entartet“ und werden 1937 beschlagnahmt.

Danach folgt der Hauptteil des Buches: das Werkverzeichnis der Gemälde Kanoldts. Das Werkverzeichnis ist chronologisch und für jedes Jahr nach Bildgattungen in der Abfolge Bildnisse, Landschaften und Stillleben geordnet. Die Mehrzahl der nachweisbaren Werke trägt neben einer Signatur des Künstlers auch die Angabe des Entstehungsjahres. Im Anhang findet man eine kurze Biografie Kanoldts, ein Literaturverzeichnis, ein Ausstellungsverzeichnis, ein Namensverzeichnis und einen Bildnachweis.

 

Alexander Kanoldt nahm in der Weimarer Republik eine repräsentative Stellung innerhalb der Neuen Sachlichkeit ein. Dies ist der erste systematische Versuch, seine Stellung innerhalb des Kunstbetriebes Anfang des 20. Jahrhunderts zu würdigen und ein Verzeichnis seiner Werke herauszugeben. Dieses gelungene Buch bildet zunächst mal einen vielleicht noch unvollständigen Grundstock der Beschäftigung mit Kanoldt und seinem Werk, andere Forschungen könnten dadurch angestoßen werden.

 







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