Mehr Medienverantwortung im Fall Oury Jalloh

19.04.12
KulturKultur, Antifaschismus, Sachsen-Anhalt, News 

 

von Dr. Sabine Schiffer

Prozessfortsetzung am 20.04.2012 in Magdeburg

Am 20. April 2012 wird der Strafprozess am Magdeburger Landgericht im vermutlichen Mordfall Oury Jalloh fortgesetzt. Dieser spektakuläre Fall vom Tod durch Verbrennung in Polizeigewahrsam, der erst nach jahrelanger Kampagne vonseiten der Familie und einer Unterstützerinitiative (s.u.) überhaupt zustande kam, droht im allgemeinen Medienhype um den rechtsextremen Mörder von Norwegen unterzugehen.

Angesichts des ungeklärten Hergangs der angeblichen Selbstverbrennung des Opfers, wird ein Brandsachverständiger gehört werden. Öffentliche Aufmerksamkeit dürfte auf Grund bisheriger Erfahrungen vonnöten sein, denn es scheint vonseiten der Verantwortlichen nur wenig Interesse an der Klärung der Zusammenhänge zu bestehen. Eine klassische Aufgabe für Medien als vierte Gewalt also.

Wir bitten um ausführliche Berichterstattung und auch die Veröffentlichung von Fotos des Opfers, damit die Menschen und Mediennutzer eine Vorstellung von den Vorgängen in der Zelle des Verhafteten bekommen können.

Falls Zweifel am öffentlichen Interesse dieses vermutlich gravierenden Falles von Rassismus bestehen sollten, so fordern wir dazu auf zu prüfen, inwiefern es am Umgang der Medien mit einem Sachverhalt liegt, Aufmerksamkeit zu erzeugen oder eben nicht.

Der Tathergang wurde aus Sicht von Opferinitiativen wie folgt beschrieben:
http://www.medienverantwortung.de/unsere-themen/informationsportale/rassismus-totet

Weitere Informationen finden Sie hier:          
http://ouryjalloh.wordpress.com
http://initiativeouryjalloh.wordpress.com
www.medienverantwortung.de

Das Institut für Medienverantwortung richtet sich mit seinen Analysen und Vorschlägen an Medien­macher und Mediennutzer gleichermaßen. Nicht nur mehr Verantwortung gegenüber dem jeweiligen Medienprodukt wäre erstrebenswert, sondern auch mehr Verantwortung gegen­über dem Medien­konsum und dem Bewusstsein für Meinungsbildungsprozesse. Darum setzt sich das IMV u.a. für eine umfassende Medienbildung und einen systematischen Lehrplan für den Schulunterricht ein.


VON: DR. SABINE SCHIFFER






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