Der Primat von der Lahn


*Bildmontage: HF

01.09.13
KulturKultur, Debatte, Hessen, TopNews 

 

von Georg Korfmacher - München

Kürzlich gab es im Dom an der Lahn eine erfrischende Predigt eines jungen Priesters, der nach Luther verfuhr:
„Tritt frisch auf, tu’s Maul auf, hör bald auf!“.
Stoff für neue Spottverse im Wirtshaus an der Lahn.

Die frischen Abschiedsworte des jungen Kaplans waren Worte des Aufruhrs.

Er gehört offenbar nicht zu jenen frisch geweihten Priestern, die ihre Weihe mit einem vom Primat an der Lahn inszenierten Sektempfang krönen. Und die forschen Worte waren nicht etwa an die Kirchgänger gerichtet, sondern direkt an eben diesen Primaten an der Lahn.

Der hat nämlich in seinem Machtbereich einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.
Der Kaplan machte klar, dass er seinen Zuhörern „…doch zu Herzen reden und keine dogmatische Vorlesung halten (wolle). Gerade Letzteres erleben wir hier im Dom doch viel zu oft.“
Jahrelang hätte er dagegen gekämpft, dass aus dem Dom „ein Hort klerikaler Eitelkeiten und eine Spielwiese pontifikaler Prachtentfaltung“ gemacht wird. Tosender Applaus im großen Dom! Und von ferne sicher auch Zustimmung des neuen Pontifex, der sich aus- drücklich gegen Prunk, Eitelkeit und Etikette ausspricht und vorlebt, wie es auch ein- fach geht.

Dieweil windet sich der Prunk-Protz-Primat an der Lahn in Ausreden und Ausflüchten, um davon abzulenken dass er zum größten Problemfall im deutschen Episkopat mutiert ist. Seinen 10-Mio Palazzo Prozzo solle man jetzt „Diözesanes Zentrum“ nennen, währ- end auf dem Türschild einschüchternd „Bischöfliches Haus“ steht. Das 'upgrade' in die erste Klasse für einen Flug zu Slum-Kindern in Indien ist nur noch peinlich.

Wie überhaupt verwundern muss, was den Beauftragten der Deutschen Bischofskon- ferenz für Familien in Indien umtreibt, ebenso wie seinen gönnerhaften Vikar. Im Gegen- satz zu seinem obersten Dienstherrn lässt er sich in einer Nobelkarosse hinter abgedun- kelten Fensterscheiben - aber bitte mit Stander - chauffieren. Nur ja kein Kontakt zum niederen Volk.

Den Gestank seiner Schafe mag der Hirte nicht, sie melken aber sehr wohl. Denn Macht und Prunk brauchen Moneten. Autorität seines Amtes geht ihm vor Seelsorge und der von seinem Pontifex geforderten Barmherzigkeit.

Daher sieht man ihn auch nicht mehr so oft in Rom wie früher. Dort müsste sich der als „Fürstbischof“ verspottete Primat ja bescheidener geben als sein Pontifex. Und so ver- biegen mag er sich nicht. Und der Papst mag keine stocksteifen Rechthaber. Auch die Vermögensverschiebungen zwischen seinem „Stuhl“ und seinem Bistum kann er keinem so recht erklären. Ist auch schwierig, zumal die Steuer außen vor bleibt und im Gegen- satz zu anderen Vermögenstransfers hier nicht hinschaut.

Und jetzt auch noch ein offener Brief der Schafe im Glauben gegen ihren machtprot- zigen Oberhirten! Hier steht der Catholica mit ihrem absolutistischen Selbstgerechtig- keitsverständnis eine Zerreißprobe mit ihren demokratisch erzogenen Gläubigen ins Haus. Aber welcher stolze Gockel riecht schon den Gestank des Mistes, auf dessen Gipfel er krähend steht?!

Frei nach Heine: Neuer Papst, neue Töne, neue Töne, neue Lieder. Entweder der Primat an der Lahn stimmt ein, oder er wird ganz einfach abgesungen.
Im Wirtshaus an der Lahn gibt es dann neue Spottverse.

www.georgkorfmacher.com

*https://de.wikipedia.org/wiki/Pecunia_non_olet


VON: GEORG KORFMACHER - MÜNCHEN






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