Neuerscheinungen Kunst


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24.02.19
KulturKultur, TopNews 

 

Buchtipps von Michael Lausberg

Buch 1

Jiri Fajt/Susanne Jaeger (Hrsg.): Das Expressive in der Kunst 1500-1550. Albrecht Altdorfer und seine Zeitgenossen, Deutscher Kunstverlag, Berlin 2018, ISBN: 978-3-422-07303-6, 58 EURO (D)

In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts bricht sich in der Kunst Mitteleuropas eine Tendenz zu expressiven Ausdrucksformen in Malerei, Skulptur und Zeichnung Bahn.

Licht- und Farbeffekte sind genauso wie groteske Formen und Posen Elemente einer gesteigerten Innerlichkeit der Handlungsträger und der sie umfangenden Natur. Angefangen von Albrecht Altdorfer, Wolf Huber (um 1485–1553), dem Passauer Bildschnitzer Meister IP (tätig bis nach 1520) und Hans Leinberger (Landshut, 1510–1530) geschaffen, zeigen eine neue und erstaunlich internationale Stilsuche. Dies ist der Tagungsband zur Ausstellung »Fantastische Welten« (in Frankfurt am Main vom 5. November bis 8. Februar 2015 und in Wien vom 17. März bis 14. Juni 2015, in dem sich Experten mit dem expressiven Tendenzen in Malerei, Skulptur und Zeichnung um 1500 und der Kunst der „Donauschule“ im europäischen Kontext in einzelnen Essays auseinandersetzen.

Dabei distanzieren sich die internationalen Autoren von dem Begriff der  „Donauschule“ und sprechen in einem transnationalen Kontext von prägenden Faktoren mitteleuropäischer Kunst. Die Natur erhält in ihren Bildern einen eigenständigen Rang. Erstmals im mitteleuropäischen Raum wird das Bildgeschehen auch in eine Landschaft eingebettet, die neuartig symbolhaft hervorgehoben wird.

Die hier erkannten Stilmittel wurden mit Elemente des späteren Zeitalters des Expressionismus verglichen. Dieser Vergleich der Stilmittel führte zu lebhaften Diskussionen und voneinander abweichenden Deutungsmustern, die hier in den einzelnen Beiträgen auch sichtbar werden.

Nach einem längeren Vorwort der Herausgeber behandeln drei Essays die Grundlagen und Begriffe dieses Zeitalters. Danach werden in fünf Beiträgen die Stilmittel des Expressiven anhand von Beispielen dargelegt. Den künstlerischen und kulturhistorischen Hintergrund beleuchten anschließend acht Aufsätze, bevor die Erfolgsbedingungen, die verschiedenen Werkstätten der Zeit und die personellen Netzwerke untereinander oder zu potenten Auftraggebern herausgearbeitet werden. Im Anhang findet man noch ein Personenregister, ein Orts- und Objektregister, die Biografie der Autorinnen und Autoren sowie einen Bildnachweis.

Der transnationale oder transregionale Ansatz des Buches und der Forschungsdebatte ist zu loben. Diese Fachkontroverse rund um die provozierende Bezeichnung des Expressionismus für die Kunst um 1500 in Mitteleuropa kann und soll nicht abschließend bewertet werden, da die Stilmittel in Malerei, Skulptur und Zeichnung heterogen sind und sich manchmal gar widersprechen.

Wissenschaft muss nicht immer pointierte und populistische Aussagen machen. Auch die einzelnen vorgestellten Künstler waren kein homogenes Gebilde oder gar in einer Künstlergruppe zusammengefasst. Das macht gerade den Reiz des Buches aus, sich selbst anhand der Beiträge und auch der zahlreichen Abbildungen eine eigene Meinung zu erschließen.

 

Buch 2

Philip Jodidio: Homes for our times. Contemporary Houses around the world, Taschen, Köln 2018, ISBN: 978-3-8365-7117-3, 50 EURO (D)

 

Philip Jodidio stellt in diesem aktuellen Band einen Überblick von zeitgenössischen Wohnbauten aus aller Welt und deren Architekten oder Architekturbüros vor. Der Band ist gleichzeitig in englischer, deutscher und französischer Sprache erschienen.

Dies sind 63 nach bestimmten Kriterien ausgewählte Eigenheime und Wochenendhäuser, die in der letzten Zeit gebaut wurden: „Ausschlaggebend für diese Zusammenstellung waren nicht nur die architektonische Herangehensweise, sondern auch Standort und Haustypus. Das Resultat kann als subjektive Zusammenschau von Häusern renommierter Architekten verstanden werden, wobei Wert darauf gelegt wurde, keine Weltgegend und keinen Stil zu bevorzugen. Vertreten sind große und kleine Häuser, Häuser am Strand oder im Wald, wobei von jedem Architekten nur ein Projekt aufgenommen wurde.“ (S. 18)

Diese hier vorgestellten zeitgenössischen Häuser haben mehr gemeinsam als ihre Verbreitung auf der gesamten Welt erahnen lässt: ökologische Standards, große Transparenz, geradlinige Entwürfe, Gemeinschaft mit der Natur und soziale Interaktion in ihren öffentlichen Bereichen sind die von ihm beobachteten Trends.

Jedes Haus wird in einem eigenen Kapitel in Wort und Bild vorgestellt. Außerdem ist der Grundriss, die Gesamtfläche, die Adresse, Ort und Land und der Erbauungszeitraum sowie der/die Architekt(in) oder das Architekturbüro genannt. Im Anhang findet man noch einen Index.

Beeindruckend ist zum Beispiel das von Architekture Brio entworfene Riparean House in der Mumbai in Indien, das auf abschüssigen Gelände mit einem begrünten Dach und einem Felsen, der in die Anlage integriert ist, sich der Landschaft anpasst und hohen Komfort bietet. Oder das von Philippe Meyer in der Nähe des Genfer Sees umgebaute Wohnprojekt, das aus einem ehemaligen Bürogebäude bestand und nun durch seine Transparenz besticht. Das von Rural Design Architects entworfene House at Corrie in den schottischen Nordwest Highlands, in dem die Überreste einer Kirche als Wohnräume dienen und die ursprüngliche Konstruktion in die Gestaltung miteinbezogen wurde.

Das Buch ist ein Seismograph für zeitgenössisches Wohnen und stellt auch besondere Objekte von international bekannten Architekten vor. Neuere Wohntrends werden sichtbar und erklärt und die außergewöhnlichen Bilder der Objekte bietet eine gute Inspirationsquelle für Hausbesitzer mit gefülltem Geldbeutel und einem Hang zum modernen Wohnstil.

 

Buch 3

METACULT: Kulturtransfer in Architektur und Stadtplanung, Straßburg 1830-1940, Tranferts culturels dans l’architecture et l’urbanisme, Strasbourg 1830-1940, Deutscher Kunstverlag, Berlin 2018, ISBN: 978-3-422-07432-3, 49,90 EURO (D)

Straßburg ist Sitz zahlreicher europäischer Einrichtungen, unter anderem Europarat, Europaparlament, Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte, Europäischer Bürgerbeauftragter und Eurokorps. Teile der Innenstadt, die mittelalterliche Altstadt auf der Grande-île und die Neustadt, sind unter dem Titel Straßburg: von der Grande-Île zur Neustadt, eine europäische Stadtszenerie UNESCO-Weltkulturerbe.

Dieses Buch beschäftigt sich mit den deutschen und französischen Einflüssen des architektonischen Kulturerbes der Stadt, ihren Institutionen und prägenden Stadtplanern und Architekten. Dieser wechselseitige Kultureinfluss wird nicht mehr als Gegensatz empfunden, sondern durch die engeren Bindungen zwischen beiden Ländern „die Besonderheit Straßburg ausmacht und einen wesentlichen Beitrag zu seiner Identität geleistet hat.“ (S. 13) Das Buch ist entstanden aus dem Projekt „Histoire Croisée“, einer Zusammenarbeit von deutschen und französischen Experten und ist gleichzeitig in beiden Sprachen erschienen.

Neben den Festungen Metz und Köln wurde Straßburg nach 1871 zu einer der wichtigsten Festungen im Westen des Deutschen Reiches ausgebaut. Im Zuge der Stadterweiterung entstand eine moderne Umwallung, die ältere Wallabschnitte aus der französischen Zeit miteinbezog. Von den Wallanlagen sind im Osten der Stadt Reste der Zitadelle von Vauban erhalten, vor allem aber große Teile der preußischen Befestigungen entlang der rue du Rempart hinter dem Bahnhof, darunter das imposante „Kriegstor“. Hier sind heute noch Grabenwehren aus Eisen zu sehen, damals und heute eine absolute Seltenheit. Neben dieser inneren Umwallung entstand in weitem Umkreis um die Stadt ein Festungsgürtel nach dem Einheitsfortsystem von Hans Alexis von Biehler, von denen die meisten heute noch stehen

1872 wurde die Universität als „Kaiser-Wilhelm-Universität“ neu gegründet und entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einer der bedeutendsten Hochschulen im Deutschen Reich. Eine weitere wichtige Veränderung des Stadtbilds brachte der vor allem aus militärischen Gesichtspunkten vorangetriebene Bau des neuen Straßburger Bahnhofs mit sich, der 1883 eingeweiht wurde und bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts weitgehend unverändert blieb. Mit dem Wiederaufbau des im Krieg vernichteten Stadtarchivs wurde der Historiker Rodolphe Reuss beauftragt. Die Neugründung und Bestückung der Kunstsammlungen leitete 1889 bis 1914 der kaiserliche Kurator Wilhelm von Bode. Die im Krieg zerstörte Bibliothek wurde, ebenfalls von Reuss, unter anderem durch Schenkungen aus dem ganzen Deutschen Reich zu einer der bedeutendsten Universitätsbibliotheken aufgebaut). Mit der wilhelminischen Neugestaltung der Stadt wurden vor allem die Architekten Hermann Eggert, August Hartel, Skjøld Neckelmann, Otto Warth, Jacques Albert Brion und Fritz Beblo beauftragt, weitere repräsentative Aufträge gingen unter anderem an Ludwig Becker, Ludwig Levy und Carl Schäfer sowie an Karl und Paul Bonatz.

Die Sozialdemokraten beeinflussten zusammen mit den Linksliberalen die Kommunalpolitik wesentlich. Die Neustadt wurde mit zahlreichen repräsentativen Bauten angelegt. Unter dem Bürgermeister Rudolf Schwander wurde 1906  der sogenannte Großen Durchbruch realisiert. der zum umfangreichsten städtischen Sanierungsprojekt im Deutschen Reich wurde. Es wurden heruntergekommene Armenviertel abgerissen und durch großzügig gestaltete Neubauten ersetzt. Ein vorbildliches Reglement der städtischen Armenfürsorge und Gesundheitsvorsorge wurde eingeführt, das Straßburger System. Im Rahmen der kommunalen Gesundheitsfürsorge wurden ein städtisches Volksbad und ein Tuberkulose-Sanatorium in den Vogesen errichtet. Dem wirtschaftlichen Aufschwung diente der Ausbau des Straßburger Rheinhafens.

Neben diesen Informationen werden auch Bilder und viele historische Karten gezeigt, die die unterschiedlichen Phasen der Stadtentwicklung visualisieren. Im Register können neben biografischen Angaben zu Protagonisten die einzelnen Objekte und Stadtviertel gut nachgeschlagen werden. (S. 99-128) Die politischen Verhältnisse zwischen 1830 und 1940 spiegeln sich auch in der Architektur und Stadtplanung wider. Die wechselnden politischen Verhältnisse können jedoch als historisches Hintergrundwissen nicht vorausgesetzt werden, daher hätte ein einleitendes Kapitel am Anfang mit hineingehört.

 

Buch 4

Die Brücke 1905-1914. Katalog zur Ausstellung im Frieder Burda Museum Baden-Baden, Hirmer, München 2018, ISBN: 978-3-7774-3152-9, 45 EURO (D)

Nach der Ausstellung zur Künstlervereinigung „Blauer Reiter“ im Jahr 2009 ist nun auch der anderen einflussreichen Vereinigung des deutschen Expressionismus, „Die Brücke“ im Frieder Burda Museum in Baden-Baden zu sehen. Neben Werken aus der Sammlung Frieder Burda und der Sammlung Franz Burda sind auch bedeutende Leihgaben aus internationalen Sammlungen dabei, von denen einige seit etlichen Jahren nicht mehr öffentlich zu sehen waren. Die Mehrzahl der in der Sonderausstellung ausgestellten Werke kommt aus dem Brücke Museum Berlin. Diese rund 120 Werke umfassen den Zeitraum von der Gründung der Künstlergruppe 1905 bis 1914, dem Jahr nach der offiziellen Auflösung. Die Ausstellung findet vom 17.11.2018  bis zum 24.3.2019 statt, dies ist der offizielle Begleitkatalog, der von der Kuratorin und langjährige Direktorin des Brücke Museum Berlin Magdalena M. Moeller konzipiert wurde.

 

Sie hat das Buch nach folgenden Leitlinien aufgebaut: „(…) dass er einerseits als Monographie zur „Brücke“ gelten kann, andererseits aber auch durch die in sich abgeschlossenen Texte ein Lesebuch darstellt, ohne allerdings eine bestimmte Leserichtung vorzugeben.“ (S. 13) In mehr als 30 einzelnen Kapiteln werden der „Innovationscharakter“ (S. 22) und ihr Beitrag zum internationalen Ansehen des deutschen Expressionismus dargestellt. Dabei werden Gründung, Programm, der Zusammenhalt der Gruppe ebenso wie die einzelnen Künstler, ihre Lebensstationen und ihre Werke beleuchtet. Ihre Anregungen von anderen Kunstrichtungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts, Selbstbildnisse und die zeithistorischen Zusammenhänge werden ebenfalls präsentiert.

 

Nach über zehn Jahren ist sie die erste umfassende Ausstellung der Künstlervereinigung „Die Brücke“. Alle bedeutenden Werke von Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Max Pechstein und Emil Nolde sind vertreten, die notwendigen Hintergrundinformationen zu den Bildern und den unterschiedlichen Schaffensperioden der einzelnen Künstler findet man hier. Die Werke sind hier großformatig und sehr scharf abgedruckt, so dass deren Farbenvielfalt und Ausdrucksstärke gut zum Tragen kommt.

 

Buch 5 

Utrecht, Caravaggio und Europa. Katalog zur Ausstellung in der Alten Pinakothek München, Hirmer, München 2019, ISBN: 978-3-7774-3132-1, 45 EURO (D) 

Diese Ausstellung in der Alten Pinakothek München wurde in Zusammenarbeit mit dem Utrechter Museum konzipiert und widmet sich der Kernperiode des europäischen Caravaggismus, der Zeit von 1600-1630. Es werden diejenigen 78 Gemälde der Maler gezeigt, die in Rom mit dem Werk Caravaggios in Kontakt gekommen sind. Der überwiegende Teil der Leihgaben aus rund 50 Museen, kirchlichen Einrichtungen und von Privateigentümern weltweit wird das erste Mal in Deutschland zu sehen sein.

 

Der italienische Maler Michelangelo Merisi da Caravaggio lebte von 1573 bis 1610 und wird generell zu den Hauptvertretern des früheren Barock gezählt. Seine Werke entstanden in einer Zeitspanne von mehr als zehn Jahren und zählen heute zu den bedeutendsten Schätzen der Kunstgeschichte. Er gilt als der Begründer einer Malerei, die besonders an natürlicher Darstellungsweise orientiert war und welche dem bis dahin üblichen Symbolismus Einhalt gebot. Den Kunstwerken wurde eine eigene Sprache verliehen, die sich in der unmittelbaren Direktheit der Thematik äußerte. Der Betrachter sollte die Bilder weniger durch seinen Intellekt, sondern mehr durch die Sinne erfahren.

Damit dieses Ziel erreicht werden konnte, waren die naturalistische Wirkung klarer Formen und der innovative Umgang mit der Technik des Chiaroscuro, welche miteinander kontrastierende Licht- und Schattenflächen hervorbrachte, von großer Bedeutung. Aufgrund seiner überaus realistischen Darstellungsweise, die auch vor religiöser Thematik nicht Halt machte, sah sich Caravaggio schon bald scharfer Kritik ausgesetzt, die ihm mangelnden Respekt für die Heiligen der Kirche und fehlendes Talent unterstellte. Doch schon zu Lebzeiten sollte seine Malerei überaus ruhmreich werden. Caravaggio verlieh seinen Figuren eine faszinierende Würde und Tiefe, die es vorher in dieser Form nicht gegeben hatte. Seinen Bewunderern erschien es so, als habe er die Kraft und die Überzeugung der Hochrenaissance verinnerlicht, ohne aber ihre Idealisierung fortzusetzen.

Seine Werke, von neuartigem Realismus und mysteriösem Licht gekennzeichnet, waren stilprägend für viele Künstler aus Italien, Frankreich, Spanien und den Niederlanden. Die Werke der Utrechter Caravaggisten stehen dabei im Fokus. Die drei jungen Utrechter Maler Hendrick ter Brugghen (1588-1629), Gerard van Honthorst (1592-1656) und Dirck van Baburen (um 1595-1624) trafen in Rom erstmals auf die Gemälde Caravaggios.

Ihre Bilder unterscheiden sich signifikant von denen der französischen, flämischen, italienischen und spanischen Caravaggisten. Durch eine direkte Gegenüberstellung mit den Bildern ihrer europäischen Kollegen wird der besondere Stil der holländischen Maler auf eindrucksvolle Weise sichtbar, aber: „Der intensive Austausch dieser zu gleichen Zeit in Rom tätigen Künstler ist in ihrem Schaffen sichtbar.“ (S. 17) Außerdem sollen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu Caravaggio deutlich gemacht werden.

In der Ausstellung, die vom 17.4.2019 bis zum 21.7.2019 andauert, sind neben Gemälden von Caravaggio selbst wie sein „Hl. Hieronymus“ aus dem Kloster Montserrat bei Barcelona oder die „Grablegung Christi“ aus den Vatikanischen Museen in Rom Gerard van Honthorsts „Konzert“ aus der National Gallery of Art in Washington und dessen „Enthauptung des heiligen Johannes“ auch Gemälde von Orazio Gentileschi, Bartolomeo Manfredi, Jusepe de Ribera, Valentin de Boulogne zu sehen. Dies ist der offizielle Ausstellungskatalog mit 330 farbigen Abbildungen. Er ist in deutscher Sprache erschienen und vereinigt eine Sammlung von Essays von führenden Experten auf diesem Gebiet.

Nach Vorworten beschäftigt sich Marten Jan Bok mit der geistesgeschichtlichen Entwicklung der Stadt Utrecht Anfang des 17. Jahrhunderts. Auch in folgenden Essay von Helen Langdon wird auf die Situation in Rom und die dortige Zusammenballung der Künstler aus verschiedenen Teilen Europas eingegangen. Dann steht das Leben und Werk der Utrechter Caravaggisten im Mittelpunkt, was von Liesbeth M. Helmus bearbeitet wird. Ihr Zusammenspiel mit Auftraggebern, Kunstmarkt und Sammlern behandeln danach Bernd Ebert und Susanne Hoppe. Die spezifisch niederländische Interpretation und Weiterführung von Caravaggios Werken durch die Utrechter Caravaggisten insbesondere in der Technik und dem Ausdruck wird dann von Ashok Roy skizziert. Dann folgt der Hauptteil, der Katalog der ausgestellten Werke mit inhaltlichen Erläuterungen. Im Anhang findet man noch die Künstlerbiografien und ihre hier ausgestellten Werke, eine opulente Literaturliste und einen Bildnachweis.

 

Die Essays stehen auf einem hohen Niveau und spiegeln die augenblickliche Forschungslage zum Caravaggismus wider. Ein einleitendes Essay über den neuartigen Malstil von Caravaggio fehlt allerdings, dies kann nicht für alle Leser vorausgesetzt werden. Ein Register zum schnellen Nachschlagen ist ebenfalls nicht vorhanden. Die Bilddarstellungen hier in diesem Katalog sind sehr scharf und transportieren gut die Technik und die Farbpracht der Bilder.







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