Julian Assange ist Träger des Karlspreises 2020

07.10.20
KulturKultur, Bewegungen, Internationales, TopNews 

 

Von Hannes Sies

Der in London inhaftierte Wikileaks-Gründer Julian Assange ist mit dem diesjährigen Karlspreises für Engagierte Literatur und Publizistik geehrt worden, die Verleihung findet am 16.10.2020 statt. Der Schauprozess des von den Briten in Folterhaft gehaltenen politischen Dissidenten gegen Verbrechen der Briten, US-Amerikaner und anderer ist an ein vorläufiges Ende gekommen: Die sogenannte Beweisaufnahme von Zeugen der Verteidigung wurde von Richterin Baraitser abgebrochen, Prozessrechte des an die US-Justiz Auszuliefernden wurden grob verletzt, ein faires Verfahren ist auch in der Urteilsfindung kaum zu erwarten. Unsere Medien bewahren zum Unrecht in London verbissenes Schweigen oder werfen abwiegelnde Nebelkerzen.

Julian Assange wurde gemeinsam mit der Koblenzer Eventmanagerin Sabiene Jahn Träger des Kölner Karlspreises für Engagierte Literatur und Publizistik der Neuen Rheinischen Zeitung geehrt, vorherige Preisträger waren u.a. Dr. Werner Rügemer, Dr. Wolfgang Bittner, Dr. Rolf Gössner, Evelyn Hecht-Galinsky, Ken Jebsen.

Mahnwache vor dem Kölner Dom (am Römerbogen):

  • 16. Oktober, ab 15 Uhr: Eröffnungskundgebung mit Davide Dormino, Hermann Ploppa, Annette Groth, Patrick Bradatsch und Claudia Daseking, mit musikalischen Beiträgen von Lutz Weber und Bijan sowie Verleihung des Kölner Karlspreises
  • 17. Oktober, ab 15 Uhr: Kundgebung
  • 18. Oktober, ab 15 Uhr: Kundgebung

Die Mahnwache läuft rund um die Uhr von Freitag Mittag bis Sonntag Abend 17 Uhr

War on Journalism? Während in diesen Tagen das Verfahren um die Auslieferung des australischen Journalisten Julian Assange an die USA in London fortgesetzt wird, mobilisieren Aktivistinnen und Aktivisten weltweit für die Freiheit des Journalismus schlechthin. Julian Assange machte auf der von ihm gegründeten Plattform Wikileaks u.a. Kriegsverbrechen in Irak und Afghanistan öffentlich. Dabei arbeitete er mit den Whistleblowern Bradley (später Chelsea) Manning und Edward Snowden zusammen: Anything to say? Zu Wort meldete sich der Kölner Journalist Günter Wallraff mit dem 43.000 Unterzeichnerinnen umfassenden prominenten Aufruf "Julian Assange aus der Haft entlassen".

Am 3. Mai 2020 (Tag der internationalen Pressefreiheit) startete in der Galerie Arbeiterfotografie in Köln (gegründet 1990) die Ausstellung "Julian Assange. Living Exhibition. Open Artist Call". Zu sehen sind unter anderem Teile aus der Kampagne "We Are Millions" mit Portraits von Oliver Stone, John Pilger und Mairead Maguire sowie Arbeiten des norwegischen Streetartkünstlers AFK, des italienischen Skulpturisten Davide Dormino, der Malerin Ursula Behr, der Kölner Künstler Boris Becker, Dorothea Bohde, Andreas Erdmann und Anne R. Kieschnick. Am 13. (Vorbesichtigung) und 14. November 2020 werden die Werke in den Kunsträumen der Michael Horbach Stiftung in Köln, Wormser Straße 23, versteigert. Der Erlös geht an Julians Vater John Shipton.

Julian Assange ist gemeinsam mit der Koblenzer Eventmanagerin Sabiene Jahn Träger des Kölner Karlspreises für Engagierte Literatur und Publizistik der Neuen Rheinischen Zeitung in der Folge von Dr. Werner Rügemer, Dr. Wolfgang Bittner, Dr. Rolf Gössner, Evelyn Hecht-Galinsky, Ken Jebsen.

Kölner Karlspreis an Sabiene Jahn und Julian Assange, Köln, 16. Oktober 2020


Wider das Schweigen: Anything to say?
Von NRhZ-Redaktion

Aktivitäten in Zusammenhang mit der Verleihung des Kölner Karlspreises für Engagierte Literatur und Publizistik an Sabiene Jahn und Julian Assange stehen bevor. Veranstaltet von der NRhZ in Kooperation mit Assange-Aktionsgruppen und dem Bundesverband Arbeiterfotografie wird am Freitag, dem 16. Oktober 2020, vor dem Kölner Dom am Römerbogen im Rahmen einer dreitägigen Mahnwache die Bronze-Skulptur "Anything to say?" des italienischen Künstlers Davide Dormino errichtet. Das Kunstwerk thematisiert die Freiheit der Information durch Journalismus, Whistleblowing und öffentliche Rede. Auf drei von vier Stühlen stehen Edward Snowden, Julian Assange und Chelsea Manning. Der vierte Stuhl ist frei für diejenigen, die etwas – zu diesen bedrohten Freiheiten – zu sagen haben. Das 2015 entstandene u.a. von der UN gesponsorte Werk wurde international an repräsentativen Plätzen ausgestellt – in Berlin (2x), Dresden, Genf (Place des Nations), Paris (vor dem Centre Pompidou). Vom 16. bis 18. Oktober steht es vor dem Kölner Dom. Die Einweihung beginnt am 16.10. um 15 Uhr


Siehe auch:

Website von Davide Dormino
http://davidedormino.com

Website über das Projekt "Anything to say?"
http://www.anythingtosay.com/content/

Fotogalerie
Unter fortgesetzter Folter
Free Julian Assange Living Exhibition / Ausstellung mit Benefiz-Versteigerung / Open Artist Call
NRhZ 748 vom 08.07.2020
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=26897

Sechster Kölner Karlspreis geht an Sabiene Jahn und Julian Assange
Nicht Zuschauer, sondern verantwortlicher Teil der Geschichte
NRhZ 730 vom 18.12.2019
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=26464

Respekt und Perspektive
Sechster Kölner Karlspreis der Neuen Rheinischen Zeitung an Sabiene Jahn
Sabiene Jahn – interviewt von Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann
NRhZ 728 vom 04.12.2019
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=26417







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