iz3w 373 erschienen: Themenschwerpunkt: Vergeben und vergessen? – Erinnerungskultur

29.06.19
KulturKultur, Antifaschismus, TopNews 

 

Von iz3w

Erinnern und Gedenken haben in den letzten Jahrzehnten einen Wandel erfahren. Mancherorts wird schon vom postheroischen Gedenken gesprochen. In Deutschland ist das selbstkritische Gedenken an den Nationalsozialismus fast zur Staatsraison geworden. Doch die Erfolge autoritärer Bewegungen bleiben nicht ohne Konsequenz. Rechte Politiker in Deutschland fordern eine „erinnerungspolitische Wende um 180 Grad“. In Ungarn oder Polen dementieren die heutigen Regierungen heftig, dass es auch im eigenen Land NazikollaborateurInnen gab. Der Kampf um die Erinnerung wird immer wieder neu ausgetragen.

Ob Erinnerungskultur die Raison d'Être eines Staates wie in Ruanda ist oder von Kulturschaffenden von unten gegen Widerstände durchgesetzt wird, wie in Indonesien: sie ist für ein friedliches Miteinander unabdingbar. Deshalb werfen wir in unserem Themenschwerpunkt einen genauen Blick auf das kollektive Erinnern, von Argentinien bis Simbabwe. Wir fragen: Was heißt eigentlich Erinnern? Wer erinnert was und zu welchem Zweck? Und was wird bewusst „vergessen“?

Inhaltsübersicht                                                 

Skandal im Sperrbezirk

Hefteditorial

Themenschwerpunkt: Erinnerungskultur

Gedenken in Zeiten der Erinnerungskultur

Editorial zum Themenschwerpunkt

 

Memory Boom

Über die Schwierigkeiten der Erinnerungskultur
von Larissa Schober

 

Alle wollen Opfer sein

Geschichtsrevisionismus in Ex-Jugoslawien

von Krsto Lazarevi?

 

»Geschichte wird von den Siegern geschrieben«

Geschichtsklitterung in Ungarn 75 Jahre nach dem Holocaust

von Karl Pfeifer

 

Verordneter Patriotismus

In der VR China ist Erinnerung ein Regierungsinstrument

von Nora Sausmikat

 

Lieder gegen das Verstummen

Kreatives Erinnern an die antikommunistischen Massaker in Indonesien

von Anett Keller

 

30.000 Verschwundene

Erinnern wird in Argentinien von sozialen Bewegungen getragen
von Alix Arnold

 

Hierarchie der Helden

An wen erinnert wird, entscheidet in Simbabwe die Regierungspartei

von Rita Schäfer

 

»Never Again«

Staatliche Erinnerungskultur im post-genozidalen Ruanda

von Annika Lüttner

 

In unseren Geschichten

Antikoloniale Erinnerungen im französischen Rap

von Anna Laiß

 

»Unsere Mütter, unsere Väter«

Erinnerungskultur und Film im postnazistischen Deutschland

von Georg Seeßlen

 

Politik und Ökonomie

Welche Revolution?

Die algerische Protestbewegung will keine Militärherrschaft, sondern Befreiung

Kommentar von Nedjib Sidi Moussa

 

Gestorben wird ja nur in Syrien

Die westliche Politik hat sich zum Komplizen von Assad gemacht

Kommentar von Jan-Niklas Kniewel

 

Sudan: »Just fall, that´s all«

Einblicke in die Protestbewegung im Sudan

von Mario Wolf

 

Kolumbien: Aufbruch ins Ungewisse

Die Demobilisierungszonen der FARC in Kolumbien
von Melissa Melanie Schröer

 

Süd-Süd: Im Hinterhof der USA

Chinas Träume von Neuen Seidenstraßen in Lateinamerika

von Uwe Hoering

 

Honduras: Bananenrepublik 2.0

Honduras´ Weg in die politische und humanitäre Krise

von Kristin Büttner und Daniela Dreißig

 

Kultur und Debatte

Black America: Soul City

Die Utopie einer Stadt ohne Rassismus in North Carolina

von Kathi King

 

Literatur: Grenzüberschreitungen

Afrikanische AutorInnen über die Migration von Menschen und Ideen

von Rita Schäfer

 

Kolonialismus: »Die koloniale Gewalt kehrt zurück«

Interview mit Wu Ming über den italienischen Kolonialismus

 

Rezensionen

Andrea D´Atri: Brot und Rosen
Geschlecht und Klasse im Kapitalismus

Lea Susemichel und Jens Kastner: Identitätspolitiken
Identitätspolitiken. Konzepte und Kritiken in Geschichte und Gegenwart der Linken

Black Earth Rising
Fernsehserie zum Genozid in Ruanda

Rainer Werning und Jörg Schwieger (Hg.): Handbuch Philippinen
Gesellschaft – Politik – Wirtschaft - Kultur

 

 

Weitere Informationen: www.iz3w.org

 

Die Zeitschrift kann für € 6,00 in zahlreichen Buchhandlungen und Bahnhofsbuchhandlungen oder zuzügl. 1,35 Euro für Porto und Versand direkt beim informationszentrum 3. welt (iz3w) bezogen werden. In unserem Online-Shop unter www.iz3w.org bieten wir neben der gedruckten Version auch eine pdf-Ausgabe an.







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