Neuerscheinungen Sachbuch


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12.02.20
KulturKultur, TopNews 

 

Buchtipps von Michael Lausberg

Buch 1

Jacob, U./Neuhäuser, S./ Streidt, G. (Hrsg.): Fürst Pückler. Ein Leben in Bildern, Be.bra Verlag, Berlin 2019, ISBN: 978-3-89809-170-1, 34 EURO (D)

Fürst Hermann Ludwig Heinrich von Pückler-Muskau (1785-1871) hatte ein bewegtes Leben als Landschaftskünstler, Genussmensch, Angehöriger des preußischen Militärs, Schriftsteller, Wissenschaftler und Reisender zwischen Okzident und Orient.

1800 immatrikulierte er sich zum Studium der Rechte an der Universität Leipzig, brach dies jedoch frühzeitig ab und begann eine militärische Laufbahn Als Oberstleutnant und Generaladjutant des Herzogs Karl-August von Sachsen-Weimar-Eisenach nahm er an der Völkerschlacht bei Leipzig teil. In den folgenden Feldzügen gegen Napoleon fungierte er als Verbindungsoffizier zum russischen Zaren Alexander I. und wurde danach kurzzeitig als Militärgouverneur von Brügge eingesetzt.

1812 bereiste er zusammen mit Leopold Schefer das erste Mal England, wo er angesichts der dortigen Parks seine Berufung zum Gartenkünstler entdeckte. Er bewunderte den Lebensstil des englischen Landadels, den er als das beste Element in der englischen Gesellschaft betrachtete. Nach dem Wiener Kongress 1815 fiel Pücklers Teil der Lausitz von Sachsen an Preußen.

Am 9. Oktober 1817 erfolgte seine Heirat mit der neun Jahre älteren Lucie von Hardenberg (1776–1854), Tochter des preußischen Staatskanzlers Karl August von Hardenberg. 1826 geschah pro forma die Scheidung von Lucie, mit der er dessen ungeachtet lebenslang freundschaftlich zusammen blieb.

Er unternahm eine Reise über Algier nach Ägypten, wo er vom Khediven Muhammad Ali Pascha als Staatsgast empfangen wurde. Er reiste weiter in den Sudan, bis er 1838 südlich von Khartum entkräftet den Rückweg antrat. 1837 kaufte er sich in Kairo auf dem Sklavenmarkt die etwa 12-jährige Machbuba, die ihn auf der weiteren Reise begleitete. Er nahm sie darauf mit zurück nach Europa, aber sie lebte nur noch kurz als seine Mätresse in Muskau. Das Mädchen verstarb am 27. Oktober 1840 in seinem Schloss und wurde in Muskau begraben. Ferner reiste er in den Nahen Osten, nach Konstantinopel und nach Griechenland.

Politisch vertrat er liberale Positionen und stand den preußischen Reformern um den Freiherrn vom Stein nahe. So plädierte er für eine politische Selbstverwaltung auf kommunaler Ebene. Dies, dazu sein erklärter Pantheismus und sein extravaganter Lebensstil machten ihn im reaktionären Preußen der Biedermeier-Ära suspekt. Auf der anderen Seite beteiligte Pückler sich jedoch, ganz der offiziellen deutschnationalen Linie folgend, aktiv an der Germanisierung seiner überwiegend sorbischen Untertanen und vernachlässigte die Volksbildung in seiner Herrschaft. 1862 stand er à la suite der Armee und wurde 1863 zum charakterisierten Generalleutnant ernannt. Als solcher gehörte er 1866 zum Hauptquartier des preußischen Königs im Deutsch-Österreichischen Krieg.

Da er sich mit der Anlage seines ersten Parks in Muskau finanziell übernommen hatte, verkaufte er 1845 die Standesherrschaft Muskau. Er zog auf sein Erbschloss Branitz bei Cottbus. Den Erlös aus dem Verkauf von Muskau verwendete er, um das Schloss Branitz unter starkem Einfluss von Gottfried Semper umbauen zu lassen und um erneut einen Landschaftsgarten nach englischem Vorbild, den heutigen Fürst-Pückler-Park, anzulegen.

Bis zu seinem Tod im Jahr 1871 widmete er sich der Schriftstellerei. Dabei war er der erste deutsche Schriftsteller, der Papier für Durchschläge benutzte bzw. eine Weiterentwicklung der Watt’schen Presse. Den literarischen Nachlass des Fürsten erbte die Schriftstellerin Ludmilla Assing mit der Auflage, die Biographie des Autors zu schreiben und seine ungedruckten Briefwechsel und Tagebücher zu veröffentlichen.

Leben und Werk des Fürsten erfreuen sich in den letzten Jahren einer wachsenden Popularität und Medienpräsenz. Dafür hat die Ausstellung „Parkomanie. Die Gartenlandschaften des Fürsten Pückler in Muskau, Babelsberg und Branitz“ sowie die Schloss Branitz Ende Mai 2019 eröffnete Dauerausstellung „Fürst Pückler. Ein Europäer in Branitz“ beigetragen. Dies ist eine groß angelegte Biografie über den Fürsten in Wort und Bild.. Dieses „Leben in Bilden wurde aus der Branitzer Perspektive entworfen und basiert im Wesentlichen auf die institutionalisierte Beschäftigung mit dem Vermächtnis des Fürsten auf seinem Alterssitz. Seit 1995 gibt es die Stiftung Fürst-Pückler-Museum-Park und Schloss Branitz, wo ein Gesamteindruck der Pücklerschen Lebens- und Schaffenswelt entsteht. Die dort vorhandenen Kunst- und Gebrauchsgegenstände, Archivalien und die Pückler-Callenberg—Bibliothek bilden den Grundstock dieser Biografie.

Neben dem „Leben in Bildern“ führen zwölf Essays von verschiedenen Fachleuten in wichtige biografische Phasen, Leitmotive und Hauptwerke ein. Zunächst führt Ulf Jacob in seine Herkunft, Kindheit und Jugend ein. Danach beschäftigt sich Katrin Schulze mit Fürst Pückler als Gartenkünstler und im Speziellen mit dem Muskauer Park. Die spezielle Beziehung zu seiner Frau und Freundin Lucie wird danach von Jana Kittelmann skizziert. Peter James Bowman geht danach auf die Pückler-Rezeption in Großbritannien und Marie-Ange Maillet auf seine Beziehung zu Frankreich ein.

Seine Orientreisen und die dortigen Begegnungen mit hochrangigen Persönlichkeiten stellt Andrea Polaschegg näher vor. Pücklers schriftstellerische Lebensleitung wird von Urte Stobbe, bevor dann Simone Neuhäuser und Anne Schäfer auf sein Leben und seine Beziehung zum Schloss Branitz eingehen. Pückler und seine politische Sicht auf Preußen sowie seine militärische Karriere präsentiert danach Gert Streidt. Die kulinarischen Erfahrungen des Fürsten werden dann von Marina Heilmeyer behandelt. Claudius Wecke stellt den Branitzer Park und seine Anlage vor. Nikolaus Gatter beschäftigt sich noch mit der geplanten Sicherstellung seines Nachruhm durch seinen Freund Carl August Varnhagen und der Schriftstellerin Ludmilla Assing.

Im Anhang findet man noch die Anmerkungen, ein Gesamtliteraturverzeichnis, ein Abkürzungsverzeichnis, ein Personenverzeichnis, Informationen zu den Autorinnen und Autoren und den Bildnachweis. Außerdem stellt Christian Friedrich kurz den Pückler-Bbliographen Walter Drangosch vor.

Hervorgehobene Zitate des Fürsten und seiner Zeitgenossen werden zwischendurch immer wieder abgedruckt. So sind „verschiedene Lektüreformen möglich; chronologisch, an Laufbahn und Entwicklung interessiert, inhaltlich-thematisch, ausgewählte Aspekte von Person und Schaffen vertiefend, sowie spontan, sich am Detail erfreuend und an beliebiger Stelle das biographische Maschenwerk aufnehmend.“ (S. 9)

Dies ist eine sehr ausführliche und arbeitsintensive Beschäftigung mit Leben und Werk des Fürsten Pücklers. Die Melange zwischen Wort und Bild ist gelungen: Die Texte sind informativ und decken Schwerpunkte seiner Persönlichkeit und seiner Schaffensphasen ab. Die Abbildungen sind mit ausführlichen Beschreibungen versehen, die Hintergründe offenlegen. Dies sollte für viele Jahre erstmal das neue Standardwerk zum Fürsten Pückler sein und empfiehlt sich auch als Hintergrundlektüre für einen Besuch des Fürst-Pückler-Museum-Parks und dem Schloss Branitz.

 

Buch 2

Harald Jähner: Wolfszeit. Deutschland und die Deutschen 1945-1955, Rowohlt, Berlin 2019, ISBN: 978-3-7371-0013.7, 26 EURO (D)

Harald Jähner befasst sich in diesem Buch mit der Mentalitätsgeschichte der Deutschen nach dem Ende der NS-Zeit bis zum Jahre 1955. Das Buch gewann den Sachbuchpreis der Leipziger Buchmesse.

Nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes und dem Ende des 2. Weltkrieges standen die Deutschen vor dem selbstverschuldeten Scherbenhaufen ihrer Existenz. Das Grauen des Holocausts warf einen langen Schatten auf die Gegenwart, die Befreiung vom Nationalsozialismus kam von außen.

Fragen danach ließen wohl das Nachkriegselend vieler Deutscher nicht zu oder man wollte es nicht wissen. Das Nachkriegsjahrzehnt mit Armut, Trauer und Wiederaufbau nennt Jähner „Wolfszeit“: ‚Da, wo die Ordnung aufhört, fängt das Reich des Wolfes an‘, hieß es, der für die gesamte Gesellschaft kein Interesse aufbrachte, keine Leidenschaft aufbrachte, sondern nur für sich und sein Rudel.“

Er berichtet von Schwarzmarkthändlern, dem Klauen von Kohle, Zigaretten als Währung aber auch von Ausgebombten, Verschleppten und Flüchtlingen aus dem Osten, deren manchmal schwieriges Verhältnis zur autochthonen Mehrheit und dem tristen Alltag der Menschen.

Dies ist für ihn aber nur eine Seite der Medaille. Gleichzeitig erzählt er über die neue erwachte Lebenslust nach den Entbehrungen des Krieges vor allem in den Städten: Die schnelle Wiedererrichtung des kulturellen Lebens und Ablenkungen vom tristen Alltag inmitten von Trümmerfeldern. Oder auch vom langsamen Aufkommen von Erotikläden, die auf eine spießige Sexualmoral traf. Oder auch vom Charme der US-amerikanischen Soldaten und Befreier mit großer Wirkung auf die deutsche Damenwelt. Aber auch von Übergriffen sowjetischer Soldaten an einheimischen Frauen, was allerdings auch für andere Soldaten der Alliierten galt.

Jähner übt mit Recht Kritik an der Betrachtung der sogenannten „Stunde Null“ .Die sich oft widersprechenden subjektiven Erfahrungen der Deutschen in Ost- und West spiegeln dieses Jahrzehnt der Gegensätze gut wider. Das Spannungsfeld zwischen Elend, Besatzung, verlorenem Krieg und persönliche Schuld im Nationalsozialismus und aufkeimender Lebensfreude macht das Besondere dieses Buches aus. Allerdings hätte das Scheitern der Entnazifizierung und die alten Seilschaften der NS-Führungspersönlichkeiten in der BRD eine stärkere Gewichtung verdient.

 

Buch 3

Jens Balzer: Das entfesselte Jahrzehnt. Sound und Geist der 70er, Rowohlt, Berlin 2019, ISBN: 978-3-7371-0049-6, 26 EURO (D)

In diesem Buch behandelt der Kolumnist und Autor Jens Balzer die 1970er Jahre in beiden deutschen Staaten. Für ihn beginnen sie im Sommer 1969 mit der Mondlandung und Woodstock und enden im Sommer 1978: „Die Siebziger sind eine Zeit der Entfesselung und der entfesselten Kritik an allen überkommenen Autoritäten und Institutionen.“ (S. 427) Geprägt wurde diese Zeit durch die Suche nach neuen Lebensformen und Einstellungen. Die Hoffnung, dass jeder selbstbestimmt leben kann, „seine eigene Zukunft, seine Existenz selbst entwerfen kann, sein politisches, privates und intimes Dasein“. (S. 426) Dabei sieht er die Popkultur als zentrales Feld kultureller Verschiebungen und orientiert sich stark an musikalischen Texten zur Beschreibung des Lebensgefühls.

Im ersten Teil von 1969 bis 1970 geht es um die Mondlandung, das Woodstock-Festival, den neuen Feminismus durch die Antibabypille, David Bowie, Charles Manson und den Okkultismus und Esoterik. Danach folgt im zweiten Teil die Zeitspanne von 1970 bis 1972: Dort werden Underground Comix, die sexuelle Befreiung, die Anfänge der deutschen Rockmusik, neue Frisuren, Farbfernseher und popkulturelle Entwicklungen. Im dritten Teil von 1973 bis 1976 werden die Ölkrise, der Anfang der Umweltbewegung, Perry Rhodan, die Frauenbewegung, „Ekel Alfred“ und die deutsche Spießigkeit, Ernährungsstile, Disco-Musik und die antiautoritäre Erziehung vorgestellt. Der vierte Teil beinhaltet die Anfänge des Punkrock, die Antifa, Nazi-Rock, die RAF, die Anti-AKW-Bewegung und die Anfänge des digitalen Zeitalters. In einem Fazit werden die Leitlinien der 1970er Jahre nochmals gebündelt.

Das Buch beschreibt ausführlich, spannend und lebensnah das Lebensgefühl der 1970er Jahre. Viele kulturellen Bereiche und Praktiken werden beschrieben und gedeutet, wobei die Musik als Seismograf für Veränderungen dient. Ein empfehlenswertes kulturhistorisch gut aufgearbeitetes Buch.

Eine Annahme erscheint aber fragwürdig: Punk ist kein Nihilismus, wie Balzer betont: Punk war und ist Provokation, Rebellion, innere Abwehr gegenüber Normen und Dogmen und wesentlich mehr als nur Musik. Punk ist vor allem auch Lebenseinstellung, Attitüde gegenüber Institutionen und Gesellschaft, aber auch Mode und ein Außenseiterimage.

 

Buch 4

Jürgen Kaube: Ist die Schule zu blöd für unsere Kinder, Rowohlt, Berlin 2019, ISBN: 978-3-7371-0053-3, 22 EURO (D)

Jürgen Kaube ist einer der vier Herausgeber der FAZ und dort verantwortlich für das Feuilleton. Hier legt er ein neues Buch zur Schule und Bildung vor, das wie viele seiner Vorgänger polemisch mit der Bildungspolitik und Schulpolitik abrechnet und diesen Lebensfremdheit vorwirft.

Seine Hauptthese lautet: Schule sei ein Ort, der außerhalb der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen liegt. Dabei kommt er auf den Sinn der Schule und Unterricht zu sprechen, der darin läge, den Schülern etwas zu zeigen, was sie nicht kennen, womit sie nicht vertraut sind, was sie womöglich nur in der Schule lernen können, aber nicht im Leben. Die Herangehensweise von Unterricht wäre durch die reformpädagogischen Elemente in der Schulpädagogik nachhaltig belastet worden. Höhere Anforderungen an Konzentration, Gedächtnis, Denken, Urteilskraft und Sprachvermögen, die Wiederherstellung der Autorität des Lehrers, das Erlangen von Wissen durch ständige Wiederholung usw.

Er polemisiert gegen schülerzentrierten Unterricht, möchte die Stärkung der „Kernfächer“ Mathematik, Deutsch und einer Fremdsprache und sieht in den anderen nur „ergänzende Fächer“, die auf Grundlagen reduziert werden sollten. Inklusion und fächerübergreifendes Lernen, autonome Wissensaneignung oder andere Versuche, Schüler in den Mittelpunkt des Unterrichts zu rücken, sind für ihn Teufelszeug.

Kurz und gut: Er vertritt ein konservatives rückwärtsgewandtes Weltbild in der Schul- und Bildungspolitik. Durch die Mittel der  Skandalisierung des Bestehenden und durchgängige Polemisierung möchte er Aufmerksamkeit gewinnen und für seine Thesen werben. Brauchbar von seinen Thesen sind nur wenige. Der Verweis auf die mangelnde Ausrüstung an Schulen für die Digitalisierung und fehlende Informatiklehrer ist zwar richtig, aber auch nichts Neues. Die notwendige Überarbeitung von Lehrplänen und Methoden, die sich der Lebenswirklichkeit und dem Alltag von Kindern und Jugendlichen anpassen, haben auch schon viele andere Bildungspolitiker, Eltern, Lehrer und Pädagogen vor ihm gefordert.

Neue Impulse für die Bildungspolitik und die Gestaltung von Schule bieten das Buch in geringem Maße. Polemik und Provokation ersetzen keinen kritischen, argumentativen Diskurs.

Buch 5

 

Susanne Foitzik/Olaf Fritsche: Weltmacht auf sechs Beinen. Das verborgene Leben der Ameisen, Rowohlt, Hamburg 2019, ISBN: 978-3-498-02140-5, 22 EURO (D)

Susanne Foitzik ist eine weltweit anerkannte Koryphäe auf dem Gebiet der Ameisenforschung. Gemeinsam mit dem Biophysiker Olaf Fritsche erzählt die Mainzer Evolutionsbiologin in diesem Buch alles, was man über Ameisen wissen muss. In diesem Buch geht es auf Reise nach Europa, Nordamerika, Peru und Malaysia, wo die verschiedensten Arten und Lebensweisen von Ameisen dargestellt werden.

Es gibt sogar Parallelen zwischen Mensch und Ameise: das Zusammenleben auf engem Raum, die Konkurrenz um Ressourcen und die Gefahrenabwehr in der Umwelt.

Alle bekannten Ameisenarten sind in Staaten organisiert. Ameisenstaaten bestehen aus einigen Dutzend bis mehreren Millionen Individuen. Ameisenstaaten sind arbeitsteilig organisiert und besitzen immer wenigstens drei so genannte Kasten: Arbeiter, Weibchen (Königin) und Männchen. Bei einigen Verwandtschaftsgruppen und Arten sind allerdings nur die Männchen geflügelt, oder die Vermehrung erfolgt ohne Männchen. Nach der Paarung sterben die Männchen, während die Weibchen die Flügel abwerfen (oder abbeißen) bzw. verlieren und neue, eigene Kolonien gründen oder in den elterlichen Bau zurückkehren, in dem dann mehrere Königinnen koexistieren.

Man erfährt weiterhin von einem harten Bestrafungssystem. Bei Schmalbrustameisen kommt es regelmäßig zum Zwist zwischen der Königin und den Arbeiterinnen. Beide können Söhne hervorbringen, da diese aus unbefruchteten Eiern schlüpfen.

Ameisen bilden eine große Vielzahl unterschiedlicher Lebensweisen aus, von nomadischen „Jägern“ über „Sammler“ und „Viehzüchter“ bis hin zu Arten, die Pilze als Nahrungsquelle kultivieren: die Blattschneiderameisen. Einige Arten betreiben quasi Sklaverei, indem sie Ameisenlarven anderer Arten entführen und später für sich arbeiten lassen

Wenn eine Arbeiterin ihre eigenen Söhne großzieht, kann sie in dieser Zeit nicht für die Königin und deren Söhne sorgen. Zudem hilft sie den anderen Arbeiterinnen nicht. Königin und Arbeiterinnen schlagen die selbstsüchtige Arbeiterin mit ihren Mundwerkzeugen oder den Antennen und zerstören die Brut der Arbeiterinnen. Im Ameisenstaat sind Konflikte und Bestrafungen allgegenwärtig.

Außerdem berichtet das Buch über die Brutkammer als sicherer Ort in der Ameisenkolonie, von ihrem heimtückischsten Feind, dem Pilz Ophiocordyceps, ihr Zirpen als Notsignal oder die Aufgaben von Kundschafterinnen.

Natürlich sind dies nur Ausschnitte aus der Welt der Ameisen, die hier vorgestellt werden.  Dieses reich bebilderte Buch erzählt manchmal auf amüsante Art Geschichten über das Verhalten von Ameisen, es ist kein trockenes wissenschaftliches Werk. Die Faszination für die kleinen Tiere der Autoren überträgt sich im Laufe der Lektüre auf den Leser.







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