Brandfleck auf dem Königsplatz und
München liest - aus verbrannten Büchern



Bildmontage: HF

03.05.10
KulturKultur, Antifaschismus, Bayern, News 

 

von Wolfram P. Kastner

Am Montag, 10. Mai 2010 um 10.00 Uhr wird der Künstler Wolfram P. Kastner auf dem Königsplatz vor der Antikensammlung wieder eine Brandspur in den Rasen brennen - (an der Stelle der Bücherverbrennung der Nazis und ihrer Sympathisanten von 1933) damit kein Gras über die Erinnerung an den Beginn der Brandstiftung wächst, die im Brand der Synagogen, Städte und Menschen endete.

Von 11.00 bis 19.00 Uhr werden mehr als 100 Personen neben dem Brandfleck auf dem Königsplatz unter dem Motto „München liest – aus verbrannten Büchern“ Texte von Schriftsteller/innen lesen, deren Bücher 1933 ff in über 50 deutschen Städten verbrannt wurden.

 Erstmals dabei sind dieses Jahr als Mitveranstalter:

- Börsenverein des Deutschen Buchhandels - Landesverband Bayern
- Evangelisch-Lutherisches Dekanat München
- Ludwig Maximilians Universität, Institut für Deutsche Philologie
- Münchner Volkshochschule
- Münchner Stadtbibliothek

(weitere Mitveranstalter sind: das Kulturreferat und das Schulreferat der Stadt, die Oskar-Maria-Graf-Gesellschaft und der Verband Deutscher Schriftsteller)

Dieses Jahr sind Schüler/innen von sieben Münchner Schule beteiligt.
Lesen werden auch Autor/inn/en, Politiker, Schauspieler, Schüler/innen, Studenten und viele andere Bürger/innen.

Die Lesung, die von Wolfram P. Kastner angeregt und bereits zum achten Mal in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat der Stadt München durchgeführt wird, fand so viele interessierte Vorleser/innen, dass leider nicht alle berücksichtigt werden konnten. Die erste Lesung aus verbrannten Büchern auf dem Königsplatz fand 1996 mit Hanne Hiob und Schüler/innen des Luisengymnasiums statt.

Den Brandfleck zur Erinnerung an die Bücherverbrennung legte Wolfram P. Kastner erstmals 1995 an – damals und in den folgenden Jahren wurde das immer wieder verboten, 2004 erstmals erlaubt und mit Rollrasen zugedeckt, seit 2005 kann der Brandfleck als ein temporäres Denkzeichen genehmigt realisiert werden.

München hat (im Gegensatz zu einigen anderen Brandstädten) bis heute kein dauerhaftes Zeichen der Erinnerung an die in der ehemaligen „Hauptstadt der Bewegung“ besonders groß inszenierte Bücherverbrennung (ca. 50.000 Brandstifter kamen am 10. Mai 1933 um 23.30 bei strömendem Regen) und die dabei vernichtete beste deutsche Literatur des 20. Jahrhunderts, die teilweise bis heute aus den Bibliotheken, den Schulbüchern und den Köpfen verschwunden ist.

Mit dem Brandfleck und den Lesungen wollen wir eine positive Tradition für Freiheit, Menschenwürde und Akzeptanz  stiften und viele – insbesondere junge – Menschen dafür und für die entsprechende Literatur gewinnen und sensibilisieren.

Wolfram P. Kastner
Institut für Kunst und Forschung 


VON: WOLFRAM P. KASTNER






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