Neuerscheinungen Sachbuch

28.05.21
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Buchtipps von Michael Lausberg

Buch 1

Hugo von Hoffmannsthal. Alfred Roller. Richard Strauss. „Mit dir keine Oper zu lang…“ Briefwechsel. Herausgegeben und kommentiert von Christiane Mühlegger-Henhapel und Ursula Renner, Benevento Verlag, Wals bei Salzburg 2021, ISBN: 978-3-7109-0127-0, 58 EURO (D)

Die bisher unveröffentlichte Korrespondenz zwischen dem Komponisten Richard Strauss (1884-1949), des Textdichters Hugo von Hofmannsthal (1874-1929) und dem Bühnen- und Kostümbildner Alfred Roller (1864-1935) umfasst insgesamt 205 Dokumente.

Roller selbst stand immer im Schatten seiner berühmteren Mitkünstler. Der hier veröffentlichte Briefwechsel will ein Versäumnis nachholen: „die erstmals vollumfänglich dargebotenen Briefe zwischen Hofmannsthal und Roller und zwischen Roller und Richard Strauss beleuchten einen bisher zu wenig berücksichtigten Aspekt der Theater- und Operngeschichte des 20. Jahrhunderts.“ (S. 7f) Die drei wurden „ein synergetisches ‚Dreamteam‘, kritische Momente inklusive.“ (S. 15) Roller hatte die Rolle der Kunst der Sichtbarmachung inne.

Gemeinsam brachten sie Stücke wie „Elektra“ (Wien 1909), den „Rosenkavalier“ (Dresden/Wien 1911), „Die Frau ohne Schatten“ (Wien 1919), „Josephs Legende“ (Wien 1922), „Die Ruinen von Athen“ (Wien 1924) und „Die ägyptische Helena“ (Wien 1928) zur Aufführung.

Der Briefwechsel ermöglicht einen neuen Blick auf die deutsch-österreichische Musik- und Theatergeschichte, auf die Entstehung wegweisender Produktionen und die Gründungszeit der Salzburger Festspiele. Dabei zeigt es Zeugnisse der gemeinsamen Arbeit vom Schöpfungsprozess über die verschiedenen Stufen der Umsetzung hin zur endgültigen Realisierung auf der Bühne.

Der Briefwechsel spiegeln nicht nur deren wechselseitige künstlerische Beziehungen, sondern auch das persönliche Verhältnis der drei Künstler.

Neben der konkreten künstlerischen Tätigkeit verbindet alle drei die Arbeit an Konzept und Management der Salzburger Festspiele. Dabei geht es vor allem um Fragen der Spielplangestaltung, die Finanzierungsschwierigkeiten der frühen Jahre und um die Kompetenzstreitigkeiten zwischen den beiden Festspielhausgemeinden Salzburg und Wien. Dazu gibt es über 200 farbige Abbildungen, Fotos, Bühnenbilder und Faksimiles.

In der Einleitung gibt es eine Biografie Rollers, eine kurze Darstellung des Regisseurs Max Reinhardt (1873-1941) und eine Analyse des Briefwechsels. Der dann folgende Hauptteil mit der Korrespondenz umfasst Briefe, Telegramme und (Post-)Karten, insgesamt 205 Dokumente.

Korrespondenz von und an andere Personen wurde aufgenommen, wenn es in direktem inhaltlichen Zusammenhang mit einem editierten Schriftstück stand. Bis auf wenige Ausnahmen waren sämtliche Schriftstücke datiert oder konnten eindeutig zugeordnet werden.

Die Dokumente sind chronologisch angeordnet und durchgehend nummeriert. Es folgt die Angabe zu Verfasser und Adressat sowie Ort und Datum, Ergänzungen der Herausgeberinnen stehen in eckigen Klammern. Sämtliche Texte werden Wort für Wort im Original wiedergegeben. Danach werden die Angaben zur Überlieferung (Brief, Postkarte usw.), verwahrende Institution und Inventarnummer in Klammern, Beschreibung des Textträgers, Wiedergabe des Originalbriefkopfes sowie Angaben zur Adresse und Datierung.

Der Kommentar mit Erläuterungen zu einzelnen Textteilen ist direkt unter dem Schreiben angefügt. Dort werden Hinweise zu Personen, Ereignissen, Werken, Begriffen oder sprachlichen Besonderheiten gegeben. Sämtliche Inhalte werden im Kontext zur Textstelle kommentiert,

Der Anhang legt seinen Schwerpunkt auf die Person Rollers. Dort findet man neben einer editorischen Notiz ein Siglen- und Abkürzungsverzeichnis, eine Bilddokumentation, eine Chronik zu Leben und Werk der drei, eine Bibliografie zu Roller, ausgewählte Bibliografien zu Hofmannsthal und Strauss und ein kombiniertes Personen. und Werkregister.

Dieser Briefwechsel ist nicht nur ein intimer Einblick in die deutsch-österreichische Musik- und Theatergeschichte, auf die Entstehung wegweisender Produktionen und die Gründungszeit der Salzburger Festspiele, sondern auch eine verdiente Aufwertung des Beitrages von Alfred Roller. Die drei erscheinen auf Augenhöhe in diesen bislang unveröffentlichten Dokumenten.

Es ist ein penibel zusammengestelltes Werk von hoher Qualität und einer verständlich aufgemachten Edition. Der einzige Kritikpunkt ist, dass diese zur besseren Übersichtlichkeit besser vor die Briefe gehört hätte.


Buch 2

Golli Marboe: Notizen an Tobias. Gedanken eines Vaters zum Suizid seines Sohnes, Residenz Verlag, Salzburg/Wien 2021, ISBN: 978-3-7101-73514-3,

Dies ist eine sehr persönlich gehaltene Aufarbeitung des Journalisten Golli Marboe, dessen Sohn Selbstmord begangen hat. Eine Sammlung von Notizen gesammelt in einem Buch, „Gedanken eines hinterbliebenen Vaters an seinen Sohn. Nachrichten an den Buben, die dann zur Reflexion über das Gewesene und Zukünftige werden.“ (S. 7) Sie sind zwischen dem Todestag, dem 26.12. 2018 und dem 30. Geburtstag, dem 3.8.2019, entstanden.

Dieses Notizen sind ein Zeichen der Solidarität in dreierlei Hinsicht: Solidarität an andere Hinterbliebene, Solidarität mit all jenen Menschen, die sich in dieser Welt nicht mehr zu Hause fühlen und Solidarität mit Tobias und seinem Werk.

Leitgedanke ist der „Papageno-Effekt“. Wenn man über Suizid in angemessener Form berichtet, dann kann das ein Beitrag zur Enttabuisierung von Themen wie Angst, Depression oder Suizid sein.“ (Ebd.)

Leitgedanke ist folgende Frage: „Was hätte der Vater, was hätte das Umfeld machen können, um den Suizid des erwachsenen Kindes zu verhindern?“ (Ebd.)

Dies wird eindeutig beantwortet. Marboe fühlt sich mitschuldig: „Die Eindeutigkeit meines Scheiterns ist belegt. Meine Aufgabe als Vater habe ich nicht erfüllen können. (S. 61) Er glaubt jedoch an ein Leben nach dem Tod, die Hoffnung, seinen Sohn da wiederzusehen, ist ausgeprägt. Er beschreibt seinen Sohn als jemanden der Mut hatte, gegen den Strom zu schwimmen und sich als Außenseiter sah. Fantasie, Gerechtigkeitssinn und Empathie waren seine wesentlichen Charaktereigenschaften.

Marboe berichtet von seinen Erinnerungen, beschäftigt sich mit Leben, Sterben und Trauer, vor allem viele Fragen prägen das Buch. Einige Bilder und Auszüge aus Texten seines Sohnes werden auch gezeigt. Auch von dem Begräbnis und der Trauerfeier, die „so fürchterlich und gleichzeitig berührend schön war“. (S. 186)

Am Ende werden noch eine Reihe von Anlaufstellen für Menschen in Krisensituationen und deren Angehörige präsentiert, hauptsächlich aus Österreich. Darunter zählen Notrufnummern, Erste Hilfe bei Suizidgedanken und Informationen für Angehörige und telefonische und Online-Hilfe im Krisenfall.

Eine Message ist dabei, dass Trauerarbeit Zeit braucht und vielleicht nie ganz abgeschlossen ist. Verständnis und Trost können Angehörige bieten, aber auch individuelle Trauer ist eine Möglichkeit bei der Bewältigung, wobei das Werk keinen Königsweg aufzeigen kann und will.

Das Buch bringt dieses heikle Thema in das Licht der Öffentlichkeit und kann anderen Trauenden helfen. Diese öffentliche Form der Bewältigung und Darstellung der eigenen Emotionen hat etwas Beeindruckendes und zeugt von einem starken Charakter des Autors.


Buch 3

Michael Wolffsohn: Wir waren Glückskinder – trotz allem. Eine deutschjüdische Familiengeschichte, dtv, München 2021, ISBN: 978-3-423-76331-8, 14, 95 EURO (D)

In diesem Buch schildert Michael Wolffsohn das Schicksal seiner Eltern und seine eigene Kindheit. Er erzählt ausführlich das Schicksal seiner Familie in Nazi-Deutschland, die Flucht nach Britisch-Palästina, vor seiner eigentlichen Geburt 1947. Außerdem die ersten Lebensjahre in Israel, die Gründe für die Rückkehr ins Land der Täter nach Berlin 1954 und vom Wiederaufbau des jüdischen Lebens.

Seine eigene Lebensstationen werden gleichberechtigt neben seiner den Biografien seines Vaters Max (Aba) und seiner Mutter Thea (Ima), seinem Opa Karl, Sebta Recha, Opa Justus und Oma Gretl geschildert, eingerahmt von zeitgeschichtlichen Exkursen.

Auswühlend ist vor allem die Flucht aus Nazi-Deutschland und das Hoffen und Bangen um Ausreise„ Wie Bettler flehten sie um Erlaubnis, in andere Länder einreisen zu dürfen“. Das Abklappern von Botschaften und Konsulaten, zunächst erfolglos mit einem bitteren Vorwurf: „Niemand wollte die Juden, die sie so bedauerten, in ihrem Land aufnehmen. Von überall bekamen Greta und Thea Absagen.“ (S. 82) Die Einreise nach Britisch-Palästina war für sie ein Geschenk, die Abfahrt aus Nürnberg „herzzerreißend.“ (S. 84)

Er berichtet über das Glück von Max und Thea nach dem Schrecken des Krieges, der Judenverfolgung und der Shoa in Britisch-Palästina. Aber auch vom schlechten Gewissen, selbst überlebt zu haben, während andere verfolgt und ermordet werden. „tief in ihrem Herzen und in ihrer Seele fühlten sie Schuld. Fast alle Überlebenden fühlen sich gegenüber den Toten schuldig – sind zugleich fürs eigene Überleben dankbar.“ (S. 168f)

Es wird auch der Blick in die Gegenwart geworfen. Hass auf Juden und auf Israel, was Thea am eigenen Leib mit über 90 Jahren 2014 in Berlin zu spüren bekam. Die Mahnung vor dem erneuten Aufflammen des Antisemitismus und dass es an jedem einzelnen liegt, dem entgegenzutreten.

Im Anhang findet man noch eine Zeittafel unterteilt in Deutschland und Britisch-Palästina/Israel, ein Quellenverzeichnis und die Biografie des Autors.

Das Buch ist eine Mischung aus Familiengeschichten, politischen Anmerkungen, persönlichen Stellungnahmen von Michael Wolffsohn. Leider fehlt dem Buch etwas Stringenz, die Sprache ist sehr einfach gehalten, eine möglichst breite Schicht von Leser soll erreicht werden. Die Stärke des Buches liegt im authentischen Erzählstil, es wäre mit der richtigen Didaktik auch gut im Geschichtsunterricht einzusetzen.


Buch 4

Nguyen-Kim: Kleinste gemeinsame Wirklichkeit. Wahr, falsch, plausibel? Die größten Streitfragen wissenschaftlich geprüft, Droemer, München 2021, ISBN: 978-3-426-27822-2, 20 EURO (D)

Fragen aus der Wissenschaft sind gesellschaftlich umstritten. Dabei verschwimmt oft die Grenze zwischen notwendiger Skepsis und Verschwörungsmythen. Die Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim untersucht daher in diesem Buch brennende Themen der Gegenwart.

Dabei widmet sich Themen wie Drogen, Videospiele, Tierversuche Gender Pay oder auch der Impfpflicht in einzelnen Kapiteln, auch mit vielen grafischen Gestaltungen.

Entscheidend ist aber das letzte Kapitel, ein Plädoyer für das wissenschaftliche Denken und Akzeptanz an Differenzierung und Komplexität hat. Sie weist auf die Verwechslung von Meinung und Fakten hin und zeigt anhand von Beispielen Möglichkeiten auf, Fehlschlüsse und Scheinargumente zu entlarven.

Die Orientierung an der Wissenschaft dürfe nicht zu einer blinden Wissenschaftsgläubigkeit führen. Sie sieht die Wissenschaft als Ankerpunkt, dennoch fordert sie auf, kritisch zu denken und ihre Befunde immer wieder zu hinterfragen, aber auch sich selbst bei Kritik nicht auszusparen. Wissenschaft ist dynamisch und durch neue Erkenntnisse auch veränderbar, wenn sie konstruktiv widerlegt wird.

Sie begreift Streit, Kontroversen und das Ringen um die besten Argumente als notwendig für die Weiterentwicklung von Wissenschaft, solange sie produktiv sind und sich nicht im Kreis drehen und ein gemeinsamen Nenner haben: „Ohne ein gemeinsames Fundament von Wirklichkeit, auf dessen Fundament wir unsere Debatten austragen, streiten wir nur auf der Stelle und nicht vorwärts. Wissenschaftlichkeit heißt nicht, weniger zu streiten, sondern besser.“ (S. 342).

Das Buch erinnert ein wenig an Roslings Buch „Factfulness“. Anknüpfend an die Gedanken der Aufklärung will Rosling mit Hilfe von Fakten helfen, die Situation in der Welt besser einzuschätzen.

Es ist informatives Buch über die verschiedensten wissenschaftlichen Fragestellungen mit einer überraschenden Vielfalt von aktuellen Themen. Die Autorin erklärt auf populärwissenschaftliche Weise komplexe Zusammenhänge, die sie immer wieder durch Fragen an den Leser auflockert und damit gleichzeitig zum Nachdenken anregt.

Der populärwissenschaftliche Schreibstil hat zwar Vorteile, geht manchmal jedoch nicht genug in die Tiefe, vor allem über die Themenfelder Wahrnehmung, Kognition oder interpersonale Kommunikation gibt es wesentlich mehr zu sagen.

 

Buch 5

Carsten Lekutat: Gesundheit für Faule. Mach nicht viel, mach es richtig, Knaur, München 2021, ISBN: 978-3-426-65885-7, 20 EURO (D)

Der Mediziner Carsten Lekutat behauptet, dass gesundes und langes Leben ist mit weniger Aufwand möglich, als man denken. Jeder kann durch das richtige Maß an Aktivität viele Erkrankungen – Bluthochdruck, Übergewicht, Osteoporose, aber auch Depressionen oder Schlafstörungen – verhindern oder positiv beeinflussen. Dies soll durch eine gezielte und individuelle Dosierung erreicht werden.

Das Buch gliedert sich in zwei Teile. Der erste Teil befasst sich mit dem Körper, wo Übungen gezeigt werden, durch die die Komfortzone nur ein wenig verlassen wird, und die richtige Dosis der Aktivität. Der zweite Teil beschäftigt sich mit der Seele. Hierzu wird Training des Gehirns, Meditation, Entspannung, Achtsamkeit und Progressive Muskelentspannung vorgestellt.

Das Zusammenspiel beider Teilbereiche sei wichtig, um das bestmögliche aus dem Körper rauszuholen und seine Gesundheit zu stärken: Die richtige Balance aus Anspannung und Entspannung solle diese Gesundheit am meisten positiv beeinflussen.

Die jeweiligen Übungen werden durch Skizzen veranschaulicht. Außerdem gibt es noch Hinweise, wie sich die Übungen in den Alltag einbauen lassen.

Am Ende des Buches gibt es noch Anmerkungen, Links und weitergehende Literatur.

In dem Buch wird suggeriert, dass durch wenig, aber effektive Aktivität die eigene Gesundheit gesteigert werden kann. Diese enthält jedoch eine trügerische Sicherheit und einer Beruhigung des schlechten Gewissens. Wissenschaftliche Studien sprechen da eine ganz andere Sprache. Vielleicht will aber der Autor nur aus psychologischer Sicht, nicht gesundheitsbewussten Leuten mit einem kleinen Appetizer und mit weniger Hürden und Aufwand dazu anregen, die eigene Gesundheit in Angriff zu nehmen?

Der Inhalt der beiden Teilbereiche ist enttäuschend: Die meisten Aktivitäten, die hier im Buch beschrieben werden, sind nichts Neues und finden sich auch in anderen Büchern. Wichtige Bausteine für Gesundheit und Vorbeugung fehlen wie Stressreduktion, Verbesserung des Schlafs oder Salutogenese.


Buch 6

Thomas Lambert Schöberl: Grüne Seelen. Über die Weisheit der Natur. Aus der Lebens-Praxis eines Heilpraktikers, Mankau, Murnau 2021, ISBN: 978-3-863-74598-1, 18,95 (D)

In diesem Buch erzählt der Heilpraktiker, Musiker und Kunstwissenschaftler Thomas Lambert Schöberl über seinen Weg hin zur Natur und der ganzheitlichen Betrachtung der Welt und des Menschen.

Zunächst schildert die Ursprünge des Heilpraktikerberufes und seine Geschichte und geht darauf ein, wie man seriöse Heilpraktiker erkennt. Danach schildert er seine Biografie und seine Berufung zum naturnahen Leben, der Sicht der Ganzheitlichkeit der Welt und schildert, was seinen Beruf ausmacht. Die Chancen eines ganzheitlichen Weltbildes zwischen Wissenschaft und Spiritualität wird dann vorgestellt, bevor dieses auf den Menschen übertragen wird. Um die individuelle Erkrankung eines Patienten nachhaltig zu lindern, muss neben der schulmedizinischen Behandlung auch Körper, Geist und Seele in Einklang mit den Prinzipien des großen Ganzen gebracht werden. Er definiert Gesundheit nicht nur als vorübergehende Symptomfreiheit, sondern auch als „Zufriedenheit, Schöpferkraft, Lebensfreude, Mut und einen nachhaltigen und respektvollen Umgang mit den eigenen körperlichen, geistigen und seelischen Ressourcen.“ (S. 177)

Die Kraft der Natur sollte verinnerlicht werden und ein inneres Gleichgewicht erreicht werden: „Egal ob wie den Klimawandel ausbremsen wollen, die fortschreitende Verschmutzung der Natur verhindern möchten, Frieden fördern oder Gesundheit für alle ermöglichen wollen – all diese dringenden Maßnahmen setzen Mut zur Vielfalt und zur persönlichen Entwicklung voraus. (…) Für eine gesunde und erfolgreiche Zukunft brauchen wir, neben vielen anderen Maßnahmen, also auch ein ganz neues Verhältnis zu unserer Erde, zu dem Boden, auf dem wir leben.“ (S. 256)

Außerdem stellt er seine liebsten Heilpflanzen wie Engelwurz oder Holunder vor und gibt Tipps zu Bitterstoffen von Löwenzahn, Wermut oder Enzian zur Entgiftung, Gerbstoffe und Schleimstoff zum Schutz vor Bakterien und Viren und die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Seifenstoffen sowie die Vorteile alter Obst- und Gemüsesorten.

Weiter geht es mit Tipps zu einem ganzheitlichen und naturnahen Lebensstil. Dazu gibt es zuerst Übersichten, die die zyklischen Rhythmen der Natur in Bedeutung und Wirkung auf den Menschen veranschaulichen. Danach stellt er praktische Übungen vor, die den Geist schärfen, die Empfindungen sensibilisieren, die Intuition trainieren und die Beziehung zur Natur stärken. Nach einer Anleitung zum siebentägigen Fasten präsentiert er noch einige Rezepte für die Hausapotheke wie Sonnentee, Holundersuppe, Brennnessel-Presssaft, natürlicher Insektenschutz oder Kamillensirup.

Am Ende der meisten Kapitel findet man noch eine Zusammenfassung von Prinzipien zur Verinnerlichung.

Im Anhang gibt es noch ein Register.

Dies ist eine ausführliche Reflexion über spirituelles Wachstum, ganzheitliche Lebensführung und das Lernen von der Weisheit der Natur, die zum Nachdenken anregt und aus der man persönlich sicherlich etwas mitnehmen kann. Nebenbei erfährt man viel über Phytotherapie, Ethnobotanik und Kulturgeschichte bezogen auf Pflanzen. Der Rezeptteil hätte noch erweitert werden (Tinkturen, Bäder usw.), auch das Waldbaden hätte mehr Erwähnung verdient gehabt.









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