„Die Ablehnung der Frauenordination ist und bleibt der Skandal“

22.06.17
KulturKultur, Feminismus, News 

 

Von "Wir sind Kirche"

Wir sind Kirche zum 15 Jahrestag der Weihe von Priesterinnen auf der Donau am 29.6.2002

  • Diskussionsverbot von Papst Johannes Paul II. hat das Gegenteil bewirkt
  • Dringende Wende zu neuen pastoralen Formen und Diensten
  • Aufruf zur Eigenverantwortung des Kirchenvolkes

Anlässlich des 15. Jahrestages der damals „contra legem“ (entgegen dem Gesetz) erfolgten Weihe von sieben Frauen zu Priesterinnen rufen die deutsche und die österreichische KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche erneut dazu auf, die Diskussion über die Erneuerung des Leitungsdienstes und seine Öffnung für Frauen auf allen kirchlichen Ebenen qualifiziert weiterzuführen und zu intensivieren.

So richtig und wichtig der Einsatz für einen höheren Frauenanteil in kirchlichen Führungspositionen ist, dies alleine reicht nicht aus. Der eigentliche Skandal war und ist es, dass die römisch-katholische Kirchenleitung den Frauen nach wie vor jedwede Weihe und Ordination für den Leitungsdienst vorenthält, obwohl sich biblisch wie theologisch dafür keine stichhaltigen Gründe ins Feld führen lassen.

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Die weltweit zunehmenden Weihen von Priesterinnen und die Beschäftigung mit der Frage der Frauenordination beweisen, dass das 1994 von Papst Johannes Paul II. im Schreiben „Ordinatio Sacerdotalis“ verfügte Diskussionsverbot das Gegenteil bewirkt hat. Immer mehr kirchentreue Menschen können die Haltung der Kirchenleitung in dieser Frage nicht verstehen und möchten die Berufung von Frauen zur Priesterin oder Diakonin durch eine Weihe bestätigt wissen.

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Nach Ansicht des Jesuiten und Fundamentaltheologen Hans Waldenfels hat Papst Franziskus mit der von ihm verfügten liturgischen Gleichstellung von Maria von Magdala als „Apostola Apostolorum“ mit den Aposteln jedoch ein Fenster zur Weihe von Frauen in der katholischen Kirche aufgestoßen. ... Auch der Münsteraner Dogmatiker Prof. Dr. Michael Seewald hat sich für eine neue Debatte über den priesterlichen Dienst für Frauen ausgesprochen und hält die bisherigen Gegenargumente nicht für stichhaltig.

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Die Bischöfe werden ihrer pastoralen Verantwortung nicht gerecht. Sie beklagen den Stillstand und setzen dennoch weiterhin nur auf überkommene Formen, statt „mutige Vorschläge“ zu machen, wie es Papst Franziskus erwartet.

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Wegen dieser Untätigkeit der Kirchenleitung, überfällige Reformen mutig anzupacken, müssen die Gemeinden ihr Geschick selber in die Hand nehmen und nach neuen Formen auch der Leitung suchen. Immer mehr Gemeinden feiern deshalb ohne geweihten Priester Gottesdienst. Viele Gemeindemitglieder ziehen diese Gottesdienste dem klerikalen Sakramentalismus vor.

Vollständige Erklärung:

 

https://www.wir-sind-kirche.de/?id=128&id_entry=6655

 







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