Ausstellung: Iran. Frühe Kulturen zwischen Wasser und Wüste


Bild: Wikimedia Commons

18.06.17
KulturKultur, Internationales 

 

Von Michael Lausberg

Der Staat Iran besteht zum größten Teil aus hohem Gebirge und trockenen, wüstenhaften Becken. Seine Lage zwischen dem Kaspischen Meer und der Straße von Hormus am Persischen Golf macht ihn zu einem Gebiet von hoher geostrategischer Bedeutung mit langer, bis in die Antike zurückreichender Geschichte.

Nachdem sich zwischen 3200 und 2800 v. Chr. das Reich Elam gebildet hatte, vereinigten die iranischen Meder das Gebiet um 625 v. Chr. erstmals zu einem Staat, der die kulturelle und politische Führerschaft in der Region übernahm. Die von Kyros begründete Dynastie der Achämeniden regierte vom heutigen Südiran aus das bis dato größte Reich der Geschichte. Es wurde im Jahre 330 v.Chr. durch die Truppen Alexanders des Großen zerstört. Es folgte das Reich der Sassaniden, das zwischen dem 3. und 7. Jahrhundert neben dem Byzantinischen Reich zu den mächtigsten Staaten der Welt zählte. Nach dem Übergreifen der islamischen Expansion auf Persien, in deren Verlauf der Zoroastrismus durch den Islam ersetzt wurde, wurden persische Gelehrte zu Trägern des Goldenen Zeitalters.

Die  Ausstellung Iran. Frühe Kulturen zwischen Wasser und Wüste in der Bundeskunsthalle Bonn, die vom 13.4 bis 20.8.2017 stattfindet, beschäftigt sich mit den iranischen Kulturen der Frühzeit, vom 7. Jahrtausend v. Chr. bis zum Aufstieg der Achämeniden im 1. Jahrtausend v. Chr. Ein eigens dafür geschaffener Persischer Garten lädt die Besucher zum Verweilen ein.

Anlässlich der Ausstellung, die in Kooperation mit dem National Museum of Iran in Teheran und der Iranian Cultural Heritage, Handikrafts and Tourism Organisation umgesetzt wurde, erschien eine Publikation im Hirmer Verlag, die Perspektiven auf eine in Europa wenig bekannte Bildwelt aus mit wissenschaftlichen Hintergrundinformationen über die Frühzeit der Iran vermittelt: „Im Mittelpunkt steht die Landschaft, denn das von Gebirgen umschlossene Hochland Irans stellt eine enorme Herausforderung für die Entwicklung menschlicher Kulturen dar.(…) Sie öffnet einen Blick für die Ästhetik, die dem Naturraum entlehnt ist, und zeigt die starke Verbindung der frühen Kulturen zu ihrer Umwelt.“

Das Buch bietet nicht nur eine kulturgeschichtliche Entdeckungsreise in eine für die meisten Europäer unbekanntes Land der Gegensätze, sondern auch einzigartige Panoramabilder der verschiedensten Landschaften des heutigen Irans. Es dokumentiert auch die archäologischen Fundstücke aus einer der frühen Hochkulturen der Menschheit. Ein Verzeichnis der ausgestellten Werke findet sich gut dokumentiert auf den letzten Seiten.

Insgesamt handelt es sich um einen kulturgeschichtlich, archäologisch und landschaftlich geprägten außergewöhnlich guten Bildband mit kurzen Aufsätzen über die frühen Kulturen des Irans auf höchstem wissenschaftlichem Niveau. Allein die Bilder sind schon den Kauf des Bandes wert und machen Appetit auf den Besuch der Ausstellung in der Bundeskunsthalle in Bonn.

Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland/ Barbara Helwing (Hrsg.): Iran. Frühe Kulturen zwischen Wasser und Wüste, Hirmer Verlag, München 2017







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