Postulat zur Autonomie


05.07.17
KulturKultur, Soziales 

 

Rezension von Michael Lausberg

Das Buch von Alexandra Reinwarth ist bewusst provokativ: Leben soll mehr Freiheit, Muße und Selbstbestimmung haben. Die Leser sollen erfahren, wie kleine Entscheidungen einen großen Effekt auf Ihre Lebensqualität haben können. Es soll gleichzeitig die Leser ermuntern, ebenfalls die persönliche Lebensqualität zu verbessern und sich von nervigen und negativen Verpflichtungen zu befreien.

Das Sujet des Buches wird am besten im „Nachwörtchen“ zusammengefasst: „Ich wollte Ihnen nur an meinen Beispielen veranschaulichen, wie wunderbar es ist wegzulassen, was einen nicht froh macht. Naturgemäß sind das bei mir ganz andere Dinge als bei Ihnen. Wenn Sie Lust bekommen haben haben, sich ebenfalls das eine oder andere am Arsch vorbeigehen zu lassen: Niemand kann Sie aufhalten!“ (S. 185) Dieses Lebensgefühl, was die Autorin vermitteln will, ist in verschiedenen Lebenssituationen gegliedert (die eigene Person, Familie, Beruf, Liebe usw.).

Dieses Buch ist ein Postulat zur Autonomie. Im Vergleich zu einem fremd regulierten Verhalten gleicher Motivationsstärke ist autonom reguliertes Verhalten durch größere Effizienz, insbesondere in Bezug auf Problemlöseverhalten und Durchhaltevermögen, durch größeres Wohlbefinden sowie bessere Integrationsfähigkeit in das eigene Selbst gekennzeichnet. Dies bedeutet nicht Asozialität, sondern eher die Selbstbestimmung, dies zu tun, was man will, und dies abzulehnen, was einem selbst Schaden zufügt. Das Buch ist flüssig zu lesen und die Hauptaussage, das Leben lockerer zu nehmen und vieles einfach laufen zu lassen,  nur zu unterstreichen.

Alexandra Reinwarth: Am Arsch vorbei geht auch ein Weg, mvg Verlag, ISBN 978-3-86882-666-1

 







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