Wir sind Kirche zur Kirchenstatistik 2016

22.07.17
KulturKultur, Bewegungen, News 

 

„Der schleichende Auszug hält erwartungsgemäß an“ 

Von "Wir sind Kirche"

Nach Ansicht der KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche zeigen die heute veröffentlichten Zahlen der Eckdaten des kirchlichen Lebens, dass sich leider auch für das Jahr 2016 der schleichende Auszug aus der römisch-katholischen Kirche in Deutschland fortgesetzt hat. Zwar sind die absoluten Zahlen des Austritts aus der Kirchensteuergemeinschaft von 181.925 im Jahr 2015 auf 162.093 zurückgegangen; sie sind aber immer noch erschreckend hoch und nicht nur durch demografische Faktoren zu erklären. Die statistisch erfasste Teilnahme am Gottesdienst ist innerhalb des letzten Jahres nochmal von 10,4 Prozent auf 10,2 Prozent gesunken.

Wir sind Kirche begrüßt, dass die Deutsche Bischofskonferenz jetzt erklären lässt, dass es notwendig sei, „den Menschen, die weggehen, aktiv nachzugehen, um deren Beweggründe zu verstehen und das kirchliche Handeln danach kritisch zu überprüfen und - wo notwendig – auch neu auszurichten“. Dabei wird es aber nicht genügen, wenn in erster Linie nur die Weitergabe „kirchlichen Glaubens“ in den Blick genommen würde. Vielmehr sollten in einem zeitgemäßen Sinne die Werte für ein christliches Leben jedes und jeder Einzelnen, der Familien und der Gesellschaft als Ganzes weitergeben und als wertvoll vermittelt werden, um eine positive Trendwende zu erreichen und damit der Verdunstung des Glaubens entgegenzuwirken. 

Endlich Pfarreizusammenlegungen und -schließungen stoppen!

Eine Trendwende bezüglich Kirchenmitgliedschaft wird nach Ansicht der KirchenVolksBewegung nur dann möglich sein, wenn endlich die jahrzehntelang vorgenommenen unsäglichen gemeindlichen Strukturreformen in Form von Pfarreizusammenlegungen und -schließungen gestoppt werden, die zu einer immer größeren Entheimatung geführt haben. Zum anderen ist es allerhöchste Zeit, neue Zugänge zu Menschen zu finden, die sich zwar mit der christlichen Botschaft identifizieren können und sich dafür auch einsetzen, aber kein Interesse mehr an überlebten kirchlichen Strukturen und Hierarchiedenken haben.

An die deutschen Bischöfe appelliert Wir sind Kirche zum wiederholten Male, der Aufforderung von Papst Franziskus nachzukommen, „mutige Vorschläge“ zu entwickeln und neue Möglichkeiten zuzulassen, dass auch in Zukunft in überschaubaren Gemeinden Gottesdienste in lebensnahen Zusammenhängen gefeiert werden können. Die Eucharistiefähigkeit von Gemeinden darf nicht durch die immer geringer werdende Zahl von Priestern, die noch bereit sind, dem Zölibatsgebot zu folgen, verhindert werden.







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