Neuerscheinungen Pädagogik und Psychologie

20.05.22
KulturKultur, TopNews 

 

Buchtipps von Michael Lausberg

Buch 1

Marga Günther/Joachim Hellmann/Anke Kerschgens (Hrsg.): Psychoanalytische Pädagogik und Soziale Arbeit. Verstehensorientierte Beziehungsarbeit als Voraussetzung für professionelles Handeln, Psychosozial, Gießen 2022, ISBN: 978-3-8379-3148-8, 59,90 EURO (D)

Psychoanalytisches Verstehen und psychoanalytisch fundierte Beziehungsarbeit sind eine wichtige Grundlage für professionelles Handeln in Pädagogik und Sozialer Arbeit. Die Autor*innen zeichnen Entwicklungslinien und theoretische Ansätze der Psychoanalytischen Pädagogik und Sozialen Arbeit nach und stellen grundlegende Konzepte für die Anwendung im Arbeitsalltag vor. Anhand zahlreicher Fallvignetten geben sie praktische Anregungen und ermutigen Fachkräfte dazu, sich Freiräume zum Nachdenken und Reflektieren zu schaffen.

Dabei geht es aber auch um die Selbstreflexion der Fachkräfte selbst: ihre eigenen Vorannahmen, blinde Flecke in der eigenen Biografie und emotionale Beteiligungen. „Dieses Verstehen kann dann dabei unterstützen, in einen wechselseitigen Prozess von Handeln und Reflektieren einzutreten und dadurch gelingendere und für die Klient*innen hilfreichere Interaktionen zu ermöglichen, in und mit den Beziehungsszenen zu arbeiten und progressivere Hilfe anbieten zu können.“ (S. 10)

Das Buch ist in Form eines Sammelbandes konzipiert. In fünf Teilbereichen gibt es Essays von Fachleuten zu unterschiedlichen Themen. Nach einer Einführung der Herausgeber beschäftigen sich vier Beiträge zu Entwicklungslinien und theoretischen Konzepten der Psychoanalytischen Pädagogik und Sozialen Arbeit. Der zweite Teil bietet grundlegende Konzepte der Psychoanalytischen Pädagogik und Sozialen Arbeit und deren Anwendung.

Im dritten Teil gibt es drei Beiträge zum Schwerpunkt analytische Entwicklungstheorie und ihre Bedeutung für den pädagogischen Dialog. Danach stehen Psychoanalytische Pädagogik und Soziale Arbeit in spezifischen Arbeitsfeldern im Vordergrund. Dies sind Frühförderung, begleitende Erziehungshilfe in der Schule, Beratung, sozialpädagogische Familienhilfe, Kinder- und Jugendhilfe, die pädagogisch-therapeutische Arbeit im Bereich Autismus, geistige Behinderung, heilpädagogisches Reiten, die Soziale Arbeit allgemein und Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen.

Den Abschluss bildet Psychoanalytischen Pädagogik und Sozialen Arbeit in und Fort- und Weiterbildung. Dazu werden Fort- und Weiterbildungsangebote des Frankfurter Arbeitskreises für Psychoanalytische Pädagogik von 1983 bis 2021 und deren Konzepte und Erfahrungen vorgestellt.

Am Ende der jeweiligen Beiträge gibt es immer ein Literaturverzeichnis und die Biografie der Autor*innen.

Der Schlüsselbegriff des szenischen Verstehen, also das Verstehen von Interaktionsprozessen, wird mit seinen Dimensionen ausführlich und einigermaßen verständlich dargelegt. Es wird anhand vieler Fälle gezeigt, wie szenische Verstehens- und Reflexionsprozesse die Arbeit in sozialen und pädagogischen Berufen fördern und neue Erkenntnisse gewinnen lassen können. Dabei steht die Fähigkeit, die Beziehungsdimension bei den Interaktionen richtig zu erfassen und die anschließende Reflexion, wie dies bei der Arbeit hilfreich sein kann, im Vordergrund.

Die Anwendbarkeit der Psychoanalyse in der aktuellen Pädagogik wird gut angewandt begründet und die Einsatzfelder benannt.


Buch 2

Ulrike Kreuer: Das Gartenjahr für Menschen mit Demenz, Ernst Reinhardt Verlag, München 2022, ISBN: 978-3-497-03095-8, 29,90 EURO (D)

 

Die meisten an Demenz erkrankten Menschen werden zu Hause von Angehörigen oder Freunden gepflegt und betreut. Dieses Buch bietet Maßnahmen und Empfehlungen sowie eine Einführung in kreative, unbeschwerte Aktivitäten rund um das Thema Garten einzutauchen, denn: Der Garten ist für viele Erkrankte ein Ort mit positiven Erinnerungen.

Die Ordnung der Natur ist das Bezugssystem: Die Monate bilden das Grundgerüst des Buchs und führen durch die Jahreszeiten des Gartenjahrs, dabei werden verschiedene Düfte, Stimmungen und Geräusche transportiert. All das kann wertvolle Erinnerungen bei Menschen mit Demenz wachrufen und eine kostbare Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart bauen. Angehörige oder BetreuerInnen können aus einer Fülle an kleinen und großen Gartenideen wählen.

Es werden die jahreszeitlichen Veränderungen in der Natur und im Garten beschrieben, die beschriebenen Aktivitäten können ohne Vorkenntnisse oder gärtnerische Ausbildung oder Fachwissen ausgeführt werden.

Die Kapitel in diesem Buch entsprechen der Abfolge der Monate. Dazu gibt es dann verschiedene passende Aktivitätsvorschläge, auch gemäß von bekannten Feiertagen oder Bräuchen.

Die einzelnen Aktivitäten sind folgendermaßen systematisch gegliedert: Erst gibt es eine allgemeine Beschreibung der Aktivität, danach wird die praktische Durchführung erläutert und der ungefähre Zeitbedarf genannt. Dazu gibt es oft Hintergrundinformationen, zahlreiche Abbildungen und manchmal einige Lesetipps.

Die gesundheitsfördernden Wirkungen und Zielsetzungen werden benannt: dies sind zum Beispiel Beziehungen und Begegnungen, Erinnerungen und Biografie, Mobilität und Koordination, Rituale oder sinnliches Erleben, Fühlen und Tasten.

Im Anhang gibt es Literaturempfehlungen und ein Sachregister.

Das Buch wendet sich sowohl an Angehörige oder Betreuende zu Hause als auch an Fachpflegekräfte und Betreuer*nnen in Pflegeeinrichtungen. Die meisten Aktivitäten benötigen keine Vorbereitungszeit oder spezielle Materialien, sie sind also einfach durchzuführen. Die Wirkungen und Ziele der Aktivitäten sprechen neben einem Garten als Wohlfühlort verschiedene Bereiche an, die speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz zugeschnitten sind. Ein guter Praxisratgeber.


Buch 3

Thomas Hülshoff: Medizinische Grundlagen der Heilpädagogik, 4. Auflage, Ernst Reinhardt, München 2022, ISBN: 978-3-8252-5835-1, 39,90 EURO (D)

Dieses Lehrbuch bietet eine breit gefächerte Übersicht über die medizinischen Aspekte von Entwicklungsprozessen, Entwicklungsstörungen und Behinderungen. Es führt in neurophysiologische Grundlagen ein und erläutert die Entwicklung des Zentralen Nervensystems und des kindlichen Gehirns. Krankheit, Behinderung und die daraus resultierenden Belastungen werden vom medizinischen Standpunkt aus definiert. Unter heilpädagogisch relevanten Aspekten werden Funktionen und Störungen von zentralen Sinnesleistungen, Motorik, Sprache, Denken und Fühlen sowie die wichtigsten Interventionsformen beschrieben.

Zuerst werden neurophysiologische Grundlagen und die Entwicklung des kindlichen Gehirns vorgestellt. Es folgen sozialmedizinische Grundlagen. Dabei wird Krankheit definiert, Stress, Salutogenese, Resilienz, soziale Dimensionen von Krankheit und ethische Dimensionen angesprochen. Danach geht es um Grundlagen, Entwicklung von basalen Wahrnehmungsfunktionen, Störungsbilder und der Bezug zur heilpädagogischen Arbeit.

Die folgenden Kapitel bieten verschiedene Schwerpunkte: Auditive, visuelle Wahrnehmung, Motorik, Sprache, kognitive Fähigkeiten und Emotionen. Die einzelnen Kapitel bieten meist eine grundlegende Einführung, Entwicklung, Störungen und häufige Störungsbilder und heilpädagogische Herausforderungen.

Am Ende gibt es immer Übungsfragen und Literaturhinweise zur Vertiefung. Außerdem gibt es Definitionen, Forschungsdarstellungen, Diskussionen mit Für und Wider und praktische Beispiele.

Im Anhang gibt es ein ausführliches Glossar für Fachbegriffe, ein Literaturverzeichnis und ein Sachregister.

Dieses Fachbuch kann gut zur Einführung benutzt werden und auch als Nachschlagewerk für Fachkräfte dienen. Es geht manchmal nicht so sehr in die Tiefe, hilfreich zur Vertiefung der Thematik ist die Literaturübersicht am Ende der Kapitel.

Das Buch hat einen guten didaktischen Aufbau, einzig Visualisierungen sind rar gesät. Die Fragen am Ende der Kapitel dienen sowohl der eigenen Kontrolle des Stoffes als auch zur Vorbereitung einer Prüfung. Hilfreich ist auch das Glossar.

Das Buch hat vor allem den Vorteil, dass es verständlich geschrieben ist, Heilpädagogen und Studenten der Fachrichtung haben wohl nicht viel Vorwissen von medizinischen Abläufen oder Grundlagen.


Buch 4

Daniel Mays u.a.: Löwenstark in der Schule. Vorschulkinder in der Kita optimal vorbereiten. Mit zwei Fördereinheiten Online Material, Ernst Reinhardt, München 2022, ISBN: 978-3-497-03100-9, 29,90 EURO (D)

 

Der Übergang von der Kita zur Schule ist eine spannende Zeit für Kinder und Eltern. Anhand theoretischer Erläuterungen zur frühkindlichen Entwicklung und vieler praktischer Impulse hilft Löwe Lui ErzieherInnen, LehrerInnen und anderen pädagogischen Fachkräften, den Übergang zwischen Kita und dem der Schule reibungslos zu gestalten. Leo ist ein kleiner Löwe, der als Symbol für Stärke verwendet wird und im Verlauf der Förderung und des Übergangs eine vertraute Konstante für die Kinder darstellt.

Illustrierte Bildkarten und Kurzgeschichten unterstützen auf fantasiereiche Art und Weise die 44 frei kombinierbaren Einheiten zur Förderung der Motorik und von emotional-sozialen Kompetenzen.

Die Karten zu den Fördereinheiten finden sich zusätzlich in umfangreicherer Größe zum Herunterladen und Ausdrucken auf der Verlags-Homepage. Das Passwort dafür befindet sich am Ende des letzten Kapitels.

Das Buch gliedert sich in vier große inhaltliche Kapitel. Im ersten werden ein zusammenfassender Überblick über die zentralen Aussagen aus Wissenschaft und Praxisforschung der kindlichen Entwicklung im Vorschulalter dargestellt und der Übergang von Kita zur Grundstufe als sensible Übergangsphase diskutiert und damit verbundene Aufgaben für die Vorschularbeit abgeleitet.

Das zweite Kapitel zeigt praktische und alltagsnahe Impulse zur gemeinsamen Entwicklung eines Übergangskonzeptes zwischen Kitaeinrichtung und aufnehmender Grundschule auf. Es werden Möglichkeiten zur multiprofessionellen Kooperation und Elternarbeit aufgezeigt, notwendige organisatorische Rahmenbedingungen benannt und die Vorteile vorschulischer Entwicklungsbeobachtung und Dokumentation diskutiert.

Alltagsnahe Impulse zur Übergangsförderung auf der Ebene der Kinder werden in den Kapiteln drei und vier zusammengetragen. Das dritte Kapitel beschäftigt sich insbesondere mit der Notwendigkeit von Ritualen im Kita-Alltag. Im vierten Kapitel werden 44 individualisierbare Förderkarten für die Bereiche Emotionale-soziale Entwicklung und Motorik als Kopiervorlage und 4 Lui-Löwe-Geschichten präsentiert.

Dabei ist die Zusammenstellung in einer Art Baukasten-System strukturiert. Auf der Rückseite der Förderkarten befinden sich jeweils Impulse zur Differenzierung und zur Reflexion.

Quer durch die Kapitel gibt es Definitionen, Merksätze, Tipps und Literaturtipps, die jeweils mit einem Piktogramm versehen sind.

Im Anhang gibt es noch ein Literaturverzeichnis und ein Sachregister.

Das Buch vorgestellte Konzept sieht eine hohe Beteiligung sowohl der Kinder als auch der Pädagog*innen vor. Die Strategien im Buch beruhen auf keinen starren Vorgaben, sondern sind flexibel einsetzbar. Dies kann ein taugliches Instrument für alle sein, die an einer professionellen Übergangsbegleitung interessiert sind.


Buch 5

Michael Parsons: Lebendigkeit in der Psychoanalyse, Psychosozial, Gießen 2022, ISBN: 978-3-8379-3137-2, 39,90 EURO (D)

Wie kann die therapeutische Beziehung psychisch lebendig sein und vor allem bleiben? Als einer ihrer bedeutendsten britischen Vertreter spürt Michael Parsons den Grundpfeilern von Theorie und klinischer Praxis der Psychoanalyse nach und erneuert über die Idee der Lebendigkeit bestehende Zugänge.
Mit Querverbindungen zu Kunst, Literatur, Philosophie oder Neurowissenschaften rückt Parsons die Figur der schöpferischen Psychoanalytiker*innen ins Zentrum seiner hier versammelten Texte und skizziert deren Fähigkeit, sich lebendig zu fühlen und auch in emotional herausfordernden Situationen lebendig zu bleiben. Patient*innen können diese Haltung verinnerlichen, sodass die Lebendigkeit der Psychoanalyse auf die gesamte Beziehung und den analytischen Prozess übertragen wird. In seinen Texten zieht er immer wieder Verbindungen zu den Schöpfungen von bedeutenden Künstler*innen, Schriftsteller*innen und Musiker*innen.

Im ersten Artikel geht es um die Frage, wie ein Mensch sein Leben wahrnimmt. Dabei nimmt er Bezug auf Winnicorse Theorie der Gegenüberstellung von schöpferischer Appezerpation und Fügsamkeit.

Danach nimmt er auf die in der Vergangenheit gemachte Erfahrungen Bezug: das Erinnern ist ein aktives Erinnern an imaginative Neuordnung der Vergangenheit. Gerade durch die Annäherung an die unheimliche und immer unvertraut bleibende Qualität des Todes, wird es möglich, schöpferisch lebendig zu bleiben. Das Erinnern wird danach noch konkretisiert und eine Verteidigung des Unheimlichen vorgestellt.

Im zweiten Teil des Buches setzt sich Parsons mit zentralen Konzepten der Psychoanalyse auseinander:

Erstens mit der Perversion, die er als Sexualisierung des Vermeidens von Gegenseitigkeit begreift. Zweitens mit dem Ödipuskomplex, der einen lebenslangen Entwicklungsprozess darstellt und zwei Phasen umfasst. Identifikation ist zuerst notwendig und produktiv, ab einem bestimmten Punkt blockiert er aber den weiteren Entwicklungsfortschritt. Drittens mit Narzissmus, der einerseits ein Rückzug ins eigene Ich als Abwehr gegen die Welt sein kann, andererseits eine vorübergehende Fokussierung auf die eigene Innenwelt.

Der dritte Teil beschäftigt sich mit der Aktivität des Zuhörens. Künstler*innen beschäftigen sich nicht nur intensiv mit der von ihnen wahrgenommenen Außenwelt, sondern auch mit den Ressourcen, die diese in ihnen auslösen. In ähnlicher Weise verfahren Psychoanalytiker*innen: welche inneren Ressourcen Patient*innen in ihm auslösen und wie dies für seine Deutungen nutzbar gemacht werden kann. Anschließend geht es um die Gegenübertragungen von Analytiker*innen auf den psychoanalytischen Prozess.

Weiter ausgeführt wird dies durch Parsons Konzept des inneren Settings. Dies ist der Ort, an dem Analytiker*innen für sich selbst analytischer Zuhörer sein kann.

Der letzte Teil konkretisiert die Behandlungspraxis. Eine Einsicht ist jedoch nur dann therapeutisch wirksam, wenn es gleichzeitig auch eine gelebte Erfahrung ist. Eine Verbindung von intellektuellem Verstehen und emotionaler Erfahrung ist notwendig, was danach skizziert wird.

Parsons ist in der Tradition der britischen Independents verwurzelt, dessen Theorie der Behandlungstechnik beschreibt er anschließend. Außerdem geht es um die Frage, wie eine Deutung von Analytiker*innen eine Veränderung bei Patient*innen einleiten können.

Abschließend gibt er noch Erfahrungen, die er über Jahrzehnte in der Ausbildung von Psychotherapeut*innen gemacht weiter, und macht auch kreative Vorschläge, wie Lebendigkeit erhalten bleiben kann.

Dies ist die Zusammenschau von Texten und Vorträgen, also eine Art Gesamtschau der Lebensleistung des Autors. Dies sind meist theoriegeleitete Abhandlungen, die wenig Praxisbezug aufweisen. Der Text ist sperrig und Analogien aus den verschiedenen Disziplinen viel zu weit hergeholt. Durch die ständige Verweise, Exkurse und Abschweifungen wird der Lesefluss gestört und der rote Faden geht verloren. Ob andere Psychoanalytiker*innen davon viel für ihre eigene Arbeit mitnehmen können, bleibt fragwürdig.


Buch 6

Katherina Pommer: Vom Umtausch ausgeschlossen, Was Eltern nicht zu sagen wagen und warum sie trotzdem die besten Eltern der Welt sind, Goldegg, Berlin/Wien 2021, ISBN: 978-3-99060-244-7, 19,95 EURO (D)

Katharina Pommer ist Bindungs- und Familientherapeutin und selbst Mutter von fünf Kindern. Obwohl das Kind über alles geliebt wird, kann es nerven oder Eltern wahnsinnig werden lassen. Pommer will Eltern sowohl über Hilflosigkeit, aber auch über Lösungen und Möglichkeiten aufklären, wie Elternschaft, vor allem in schwierigen Situationen und Phasen leichter von der Hand geht.

Sie veranschaulicht, wie der hohe Anspruch an die bedingungslose Liebe und Fürsorge Eltern im Alltag vor die Füße fallen kann.

Vom Kleinkind bis hin zur Pubertät beleuchtet die Autorin viele Herausforderungen der Elternschaft. Dabei konkretisiert sie das an vielen Beispielen aus ihrer Erfahrung und beruflichen Praxis. Dies ist aber kein sachlicher Ratgeber, sondern auch mit Humor geschrieben, flüssig zu lesen und ohne an inhaltlicher Tiefe zu verlieren. Belastende Gedanken, Handlungen und Situationen werden exemplarisch veranschaulicht, Lösungswege aufgezeigt und vor allem Eltern Mut, Verständnis und Zuversicht zu geben. Es geht sich also nicht vordergründig um Erziehungsfragen, sondern um die innere Haltung der Eltern, um Versagensängste oder Hemmnisse abzubauen.

Es werden auch Belastungsgrenzen aufgezeigt und die Fähigkeit zur Selbstfürsorge vermittelt.

Das Buch richtet sich auch gegen so genannte Helicopter-Eltern, die eine Form der der Überbehütung betreiben, bei der die ständige Überwachung des Kindes im Vordergrund steht. Diese Eltern üben ihre Elternrolle in übertriebenem Maß aus, so dass das heranwachsende Kind hat dadurch zu wenig äußere und innere Freiräume. Genauso will Pommer Perfektionismus und übertriebene Erwartungshaltungen begegnen.

Pommer will Versagensängste oder das Gefühl, schlechte Eltern zu sein, versuchen und dazu befähigen, sich mehr intuitive Kompetenz zuzutrauen. Sie spricht Sorgen, Ängste und manchmal nicht ganz druckreife Gedanken von Eltern an und kann das Gefühl vermitteln, dass Eltern auch nur Menschen sind und diese Gefühle und Gedanken auch andere Eltern haben. Sie vergisst auch nicht, wie so viele Ratgeber, Fragen um Trans*Kinder oder gleichgeschlechtlich orientierte Kinder.







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