Alkoholfreie Heiltinkturen


31.12.17
KulturKultur, Soziales 

 

Gabriele Nedoma: Vergessene Heiltinkturen. Alkoholfreie Pflanzenextrakte und ihre heilkundlichen Anwendungen, Servus Verlag, Wals bei Salzburg 2017, ISBN: 978-3-7104-0150-3, 29 Euro

Rezension von Michael Lausberg

Eine Tinktur ist ein flüssiger Extrakt aus pflanzlichen oder tierischen Ausgangsstoffen bezeichnet, der mittels eines Extraktionsmittels, das zumeist alkoholisch ist, hergestellt wird. Darüber hinaus werden auch alkoholische Lösungen von anorganischen Grundstoffen als Tinkturen bezeichnet wie zum Beispiel Jodtinktur.  Tinkturen können entweder durch Mazeration oder Perkation (Hindurchleiten eines Extraktionsmittels) aus den Ausgangsstoffen oder durch Lösen oder Verdünnen von Trockenextrakt in Ethanol hergestellt werden.

Gabriele Nedoma legt hier eine alkoholfreie Variante von Heiltinkturen aufgrund von jahrelanger Recherchen im Bereich der historischen Naturheilkunde, der Klostermedizin und Ethnobotanik vor. Durch den Rückgriff aus historisch bewährter Tinkturen ohne Alkohol will sie der modernen Naturheilkunde entgegenwirken: „In den alkoholfreier Tinkturen unserer Vorfahren sind Medizin und Nahrung eins. Diese nährende Naturheilkunde bringt die Medizin zu ihrem natürlichen Ursprung zurück.“ (S.5). Dieses weltmedizinische Wissen und die Mittel seien im Laufe der Moderne in Vergessenheit geraten: „Bis heute haben sie ihre Aktualität behalten, und ihre therapeutische Wirkung wird inzwischen auch von der modernen Wissenschaft bestätigt.“

Im ersten Kapitel geht es um eine grundlegende Einführung alkoholfreier Tinkturen in Vergangenheit und Gegenwart sowie die phytotherapeutische Anwendung von Tinkturen. Alle wichtigen Grundlagen vom Sammeln der Pflanzen bis zur Herstellung von gesundheitsfördernden Arzneien werden angesprochen.

Danach werden Naturarzneien wie saure, basische, süße, bioaktive und neutrale Tinkturen wie auch haltbare, frische alkoholfreie Extrakte vorgestellt. Dabei stehen die Anwendung, deren Gebiete, die Inhaltsstoffe, die Wirkung, Dosierung, Einnahme und weitgehende Informationen zur Selbstherstellung im Vordergrund. Die Verfahren zur Selbstherstellung werden dabei auch anhand von Schaubildern illustriert.

Diese „vergessenen“ Heiltinkturen kann man wieder neu entdecken und die Gesundheit zu behalten oder zu optimieren. Diese Heilmittel sind auch laut den Angaben der Autorin wissenschaftlich unbedenklich. Somit gibt es kein Gegenargument, warum nicht auch diese Rückkehr zu altem Wissen der Urtinkturen als Naturmedizin ausprobiert werden kann, wer sich dafür näher begeistern kann.

 







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