Programm der ME-Stiftung Nov/Dez 2017

30.10.17
KulturKultur, Arbeiterbewegung, News 

 

Von Marx-Engels-Stiftung

 

Sonntag, 05.11.,·11–14 Uhr München, Seidl-Villa, Nikolaiplatz 1B

 

Oskar Maria Graf und seine Münchner Freunde

 

Eine Matinee zu Ehren des großen antifaschistischen Schriftstellers (22.07.1894 Berg – 28.06.1967 New York).


In Zusammenarbeit mit der Oskar-Maria-Graf-Gesellschaft. Und unter Beteiligung der GEW München, des Seniorenarbeitskreises von ver.di München, der VVN-BdA München, des DFV München. Unterstützt vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München.


Während er das „offizielle“ München „geradezu schon hasste“, mühte Oskar Maria Graf sich unmittelbar nach 1945 um die Kontakte zu den Olschewkis, zu Lina Haag und anderen Opfern der ‚Bewegung‘, die von München ausging. Was war das für ein Dichter, der in München begann, hier große Geschichte erlebte und beschrieb, und ohne Gegenliebe blieb? Seine Asche holte man 1968 auf den Prominentenfriedhof und heuer, 50 Jahre nach seinem Tod, feiert man ihn als Hausheiligen im noblen Literaturhaus.

 

Die Beiträge:
> Dr. Ulrich Dittmann, langjähriger Vorsitzender der OMG-Gesellschaft, wird Graf anhand seines zum Teil unveröffentlichten Briefwechsels mit einer Reihe von Persönlichkeiten vorstellen.

> Karl-Heinz Hummel („Gelati“) liest aus diesem Briefwechsel und aus Werken Grafs.

> Josef Brustmann, der auch Gedichte Grafs vertont hat, ergänzt unser Programm musikalisch.

> Schließlich zeigen wir den Dokumentarfilm „Oskar Maria Graf – Dahoam in Amerika“

 

Übrigens: Einige wenige – die letzten! – handsignierten Exemplare der Offsetlithografie zu Oskar Maria Graf, die wir auf unserem Einladungsflyer (sh. auch MES-Website) abgebildet haben, hat uns Guido Zingerl zur Finanzierung der Veranstaltung geschenkt. Sie können bei der Matinee gekauft werden!

 

Eintritt frei. Voranmeldung nicht erforderlich.

 

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Samstag, 11.11., 11–16 Uhr, Marx-Engels-Zentrum, Gathe 55, Wuppertal

 

ZEUS

 

Seminar mit Dr. Wolf-Dieter Gudopp (Frankfurt/M.)

 

Wir wussten’s ja: Wolf-Dieter („Gottlieb“) Gudopp kommt von den alten Griechen nicht los! Aber wer einmal an einem seiner Seminare teilnehmen konnte – dem über Solon von Athen 2014, dem über die Vorsokratiker, die er so nicht nennen möchte („Von Thales zu Heraklit“) 2015, wird das kaum bedauern: Gibt es doch nichts Vernüglicheres, als mit ihm, dem in der Wolle gefärbten marxistischen Philosophen, deren Spuren nachzugehen. Ein Vergnügen, das mit reichem Erkenntisgewinn verbunden ist. Auch für das Heute. Versprochen!

Gudopp schrieb uns dazu:

Vergessen wir, was wir aus der Sagenwelt über Zeus den Frauenhelden gehört haben, dessen Eskapaden einen James Bond alt aussehen lassen. Wer und wie ist Zeus wirklich? Sein Name ist mit dem lateinischen Wort dies/Tag identisch: Der Gott des hellen Tags sieht und überblickt alles. Geht es bei den Menschen zu, wie es sich gehört, nämlich vernünftig und rechtens?

Die ältesten Dichter Griechenlands haben es gewusst. Das sind nicht allein Homer, dessen Epen ein lebendiges Zeus-Bild und ein sich wandelndes Rechtsverständnis vermitteln, oder Hesiod mit dem konstruierenden Lehrgedicht ‚Theogonie‘ über die Generationenfolge der Götter. Lyriker wie Archilochos oder Solon vertrauen auf Zeus, den Supervisor des Rechts, und auf seine Tochter Dike/Recht.

Lyrik und Philosophie können hier ohne Bruch ineinander übergehen; denn unbeschadet seines Vater-Titels ist Zeus kein Schöpfer-Gott. In der Dimension der unermesslichen Zeit verbürgt seine Macht die Erhaltung der Ordnung, des Kosmos oder des Gesetzes. Im Ambiente dieser Tradition dachte Xenophanes aus Kolophon, einer der ersten Philosophen, die Abstraktion des vernünftigen Gottes.

Zeus bildlich darzustellen ist zwar erlaubt, aber nur im Symbol möglich. Ihn als Zeus in seiner Wirklichkeit anschaulich zu konzipieren, ist nur einem gelungen: dem Bildhauer Phidias in der Zeit der Perikleischen Klassik – mit seinem Zeus in Olympia; das Meisterwerk kennt man allerdings nur indirekt aus antiker Beschreibung. Dass auch er kein plastisches Bild des Zeus schaffen könne, hat der Künstler selbstverständlich gewusst, und doch hat er es getan. Wie ist ihm das Unmögliche gelungen? Was ist der Preis seiner Leistung, was der Verlust im Gewinn?

 

Kostenbeitrag 5 Euro / ermäßigt 3 Euro. Da wir einen Mittagsimbiss bereitstellen wollen, bitten wir um Voranmeldung unter Tel. 0211-6802028 (H. Kopp) oder per eMail marx-engels-stiftung@t-online.de.

 

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Samstag, 18.11., 13.00-17.30 Uhr, Marx-Engels-Zentrum, Gathe 55, Wuppertal

 

Materialistische Philosophie und Wissenschaft im antiken Indien

 

Seminar mit Eva Niemeyer (Essen)

 

Indische Philosophie gilt als idealistisch und weltabgewandt. Dass sie die Wiege der rationalistisch begründeten Medizin ist und Ursprung materialistischer Weltsicht noch vor den „Alten Griechen“, wies Debiprasad Chattopadhyaya, Professor der Philosophie an der Universität in Kalkutta und Mitglied der Akademie der Wissenschaften (DDR), nach.

Im Seminar wird zunächst die indische Philosophiegeschichte seit ca. 1200 v.Chr. bis ins Mittelalter (Hinduismus/Buddhismus) nach der „orthodoxen“ Lesart skizziert und anschließend deren kritische Revision durch D. Ch.vorgestellt.

Es wird deutlich, wie sehr die Philosophiegeschichtsschreibung bis heute noch immer von Klassenkampf und Kolonialgeschichte geprägt ist. Zur leichteren Übersicht wird zu Beginn Übersichtsmaterial bereitgestellt, u.a. mit den zentralen philosophischen Kategorien (Sanskrit).

 

Eintritt frei. Voranmeldung nicht erforderlich.

 

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Samstag, 18.11., ab 11.30 Uhr, Hamburg – Veranstaltungsort noch offen (s. unten!)

 

Dialektik und Evolution

 

Eine Veranstaltung des Hamburger Gesprächskreises Marxistische Dialektik & Materialismus in der Marx-Engels-Stiftung

 

> Prof. Dr. Richard Sorg: „Einführung in die Dialektik. Hegel, Marx und Engels“

> NN: Naturwissenschaftler als Naturalisten, Pragmatiker-Materialisten

> Dr. Peter M. Kaiser: Evolution, Kausalität, Zufall. Praxisbeispiele

> Dr. D.H. Rappoport: Zufall – Notwendigkeit – dialektischer Gegensatz

 

In Hamburg hat sich vor kurzem ein kleiner Kreis von – vor allem – Naturwissenschaftlern zusammengefunden, die sich künftig alle ein bis zwei Monate mit Fragen des dialektischen Materialismus befassen wollen. Sie sind bestrebt, die materialistische Dialektik als Theorie des Gesamtzusammenhangs für eine Praxis der sozialen Veränderung nutzbar zu machen. Und freuen sich über neue Interessenten und Mitstreiter!

Die nächste Veranstaltung zum Arbeitsthema „Klassenanalyse – Klassenbewusstsein – Strategie der Arbeiterklasse“ ist für den 21. Januar 2018 vorgesehen, eine weitere, zu „Marxismus als innovative Denkmethode“, mit Prof. Wolfgang Jantzen als Referenten, soll dann im Februar oder März stattfinden.

 

Zur Zeit der Versendung dieses Rundbriefs sucht der Gesprächskreis noch einen geeigneten Veranstaltungsort. Dieser kann in Kürze von Dr. Ulrich Fritsche mitgeteilt werden:
Postfach 730510, 22125 Hamburg; unsereweltclub@gmx.de; Tel./SMS 0172-81 26 932.

 

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Samstag, 09.12., 11–16 Uhr, Berlin, MEZ, Spielhagenstr. 13

 

Die Oktoberrevolution und ihre Folgen

 

Seminar in Kooperation mit dem Marx-Engels-Zentrum Berlin

 

> Dr. Gert Meyer (Marburg), Politikwissenschaftler und Historiker: Das russische Revolutionsjahr 1917

Analysiert werden insbesondere die tragenden sozialen Kräfte der Entwicklung von der „anonymen“ Februarrevolution hin zum Umsturz im Herbst.

> Beate Landefeld (Essen), Literaturwissenschaftlerin und Publizistin: Die Zukunft der Revolution
Es geht um die Einordnung der Oktoberrevolution in die großen Revolutionen der Neuzeit, die englischen, amerikanische und die französische.
> Andreas Wehr (Berlin), Jurist und Autor: Was die Revolutionäre wollten und was sie erreichten
Die Fernwirkungen des Roten Oktober sind bis heute spürbar. Die Linke kann weiterhin von ihnen profitieren.

 

Kostenbeitrag: 5 Euro. Anmeldung erbeten unter: info@mez-berlin.de.

Weitere Informationen: www.mez-berlin.de

 

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Auch wenn dies keine Veranstaltung der Marx-Engels-Stiftung ist, erlauben wir uns, auf ein Ereignis hinzuweisen, das das sicher für viele Leserinnen und Leser dieses Rundbriefs von großem Interesse ist – und an dessen Durchführung überdies nicht wenige Mitglieder und Freunde unserer Stiftung beteiligt sind: nämlich den 24. Friedensratschlag. Er findet, wie alle Jahre, am ersten Dezemberwochenende, also diesmal am Sa/So 2./3. Dezember, an der Universität Kassel statt.

Genaue Informationen über den Ablauf des Ratschlags, die Referate und Workshops und vieles andere unter http://www.friedensratschlag.de/userfiles/downloads/2017/2017_Friedensratschlag_Flyer_A4.pdf.

 

 

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Natürlich geht unsere Arbeit im nächsten Jahr weiter. Drei Termine stehen bereits fest:

 

Am Samstag, 27. Januar, findet in Wuppertal, ab 10.30 Uhr, unsere Jahresmitgliederversammlung statt. Wir verbinden sie diesmal, aus Anlass des bevorstehenden 200. Geburtstags von Karl Marx, mit einem, wie wir hoffen, besonders attraktiven Nachmittagsprogramm: Den Festvortrag hält Prof. Georg Fülberth, Marburg. Anschließend bringt das Weber-Herzog-Musiktheater, Berlin, sein brandneues Stück „Frau Kapital und Dr. Marx“ zur Aufführung. Noch ist es ein „work in progress“ – wir dürfen gespannt sein!

 

Für Samstag, 17. März, konnten wir Stefan Siegert, Hamburg – den viele von uns vor allem als großartigen Zeichner kennen gelernt haben, der aber ein ebenso begabter Musikkenner und -publizist ist – für eine Nachmittagsveranstaltung (14-18 Uhr) in Düsseldorf zur Rolle von Kunst im Klassenkampf unter dem Titel „Was brauchen wir da noch Kunst und Kultur?“ gewinnen. Auch darauf darf man sich schon freuen!

 

Und am Freitag, 20. April, 18-21 Uhr, wird Dr. Kai Köhler, Berlin, in Hof /Saale zum Thema „Umgang mit Geschichte: Der Kampf um die Erinnerung – Sinn und Unsinn in der Gedenkkultur“ sprechen.

 

Etliche weitere Tagungen, für die aber noch kein genauer Termin feststeht, sind derzeit fürs kommende Frühjahr in Planung, Wir hoffen, zu diesen in unserem nächsten Rundbrief, der Mitte Dezember verschickt werden soll, Näheres sagen zu können.

 

 

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Schließlich erneut der Hinweis auf eine neue Rubrik unserer Website: Seit kurzem haben Mitglieder der Marx-Engels-Stiftung die Möglichkeit, sich sowie ihre wissenschaftlichen, kulturellen und politischen Aktivitäten vorzustellen. Zwanzig unserer derzeit ca. 170 Mitglieder haben dies bereits getan. Wir hoffen, dass bald weitere hinzukommen!







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