„Die positiven Impulse des Reformationsgedenkjahres ökumenisch weiterführen!“

29.10.17
KulturKultur, Bewegungen, News 

 

Von "Wir sind Kirche"

Erklärung zum Ende des Reformationsgedenkjahres

Mit einem Appell „Feiern wir das Gemeinsame! Was nach dem Ende des 500. Gedenkjahres der Reformation zu tun bleibt“ hat die 40. Bundesversammlung der KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche an diesem Wochenende in Ulm die Kirchen dazu aufgefordert, den Weg der Versöhnung entschieden weiterzugehen.

In Deutschland, dem Kernland der Reformation, sei dieses auch ein wichtiges Signal für ein einiges Europa. Erst wenn es gelingt, Versöhnung innerhalb der Christenheit zu erreichen, können wir überzeugend für Versöhnung in der Welt eintreten. Das bisher in der Ökumene Erreichte dürfe nicht aufs Spiel gesetzt werden. "Lassen wir uns weder von mahnenden Worten, nur nichts zu überstürzen, beeindrucken noch von ablehnenden Haltungen, welche das Trennende überbetonen."

In dem 9-Punkte-Papier ermutigt Wir sind Kirche zum gemeinsamen Engagement der von Jesus verkündeten und praktizierten Barmherzigkeit. Gottesdienst ist in ökumenischer Weite und offen für alle Menschen zu feiern. „Praktizieren wir die wechselseitige Gastfreundschaft am Tisch des Herrn. Das Mahl schenkt uns die Einheit, nicht die Einheit uns das Mahl. Verpassen wir nicht den Kairos, den rechten Augenblick für die Einheit der Christinnen und Christen.“
> Wortlaut (1 Seite PDF)

Wir sind Kirche-Gemeindetagung

Auf der im Zusammenhang mit der Bundesversammlung stattfindenden Gemeinde-Tagung leitete der Innsbrucker Pastoraltheologe Prof. Dr. Christian Bauer die Grundaufgaben christlicher Gemeinden aus den Grundsatzbeschlüssen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) ab. Für eine zukunftsfähige Seelsorge und Struktur der kirchlichen Einrichtungen, so Bauer in seinem Referat "Drinnen daheim und draußen zuhause?", brauche es Orte der Nähe in einem Raum der Weite. Im gegenwärtigen Strukturwandel müsse es kleine Gemeinde als Orte der Nähe einer attraktiven „Komm-her-Kirche“ der Sammlung geben. Zugleich brauche es für eine missionarische „Geh-hin-Kirche“ aber auch größere Einheiten der missionarischen Sendung. Die dürften aber keine Räume der Ferne sein, damit es nicht zu einer Kirchenverdunstung komme. Papst Franziskus habe nach den beiden Vorgängerpäpsten eine neue Phase der Konzilsrezeption eingeläutet, bei der es nicht mehr nur um eine introvertierte Sammlungspastoral und eine Evangelisierung von oben, sondern um eine extrovertierte Sendungspastoral und um ein lernendes Engagement in der Welt gehe.

Bei den verschiedenen Erfahrungsberichten aus Deutschland und Österreich berichteten der Ulmer Theologe Dr. Willi Knecht, die Initiative „pro concilio“, die Wir sind Kirche im Bistum Rottenburg-Stuttgart vertritt, die Kleine Kirche Osnabrück und die Pastoralreferentin Claudio Frauenlob aus Österreich, über ihre sehr unterschiedlichen Handlungsspielräume, die sie haben. Die Bistümer im deutschsprachigen Raum haben - im Bistum Rottenburg-Stuttgart war es der umfassende Pastoralentwicklungsprozess „Kirche am Ort - Kirche an vielen Orten“ - in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten immer wieder neue und unterschiedliche Pastoralkonzepte erarbeitet, die aber bis jetzt alle noch auf die Leitung durch Priester ausgerichtet sind, die in der römisch-katholischen Kirche ehelos sein müssen.

40. Wir sind Kirche-Bundesversammlung

Die Wir sind Kirche-Bundesversammlung unterstützt die internationale Initiative „Pro Pope Francis“ (www.pro-pope-francis.com), die vom Wiener Pastoraltheologen Prof. Paul Zulehner und dem tschechischen Soziologen und Religionsphilosophen Tomas Halik am 17. Oktober 2017 gestartet wurde und die an diesem Wochenende die Zahl von 30.000 Unterstützenden überschritten hat. - Als positiv wertet Wir sind Kirche die an diesem Wochenende bekannt gewordene Nachricht, dass die Deutsche Bischofskonferenz den Zuschuss aus Kirchensteuermitteln an die katholische Friedensbewegung pax christi beibehalten wird.

In das paritätisch besetzte sechsköpfige Bundesteam wurden für zwei Jahre wiedergewählt: Sigrid Grabmeier (Deggendorf, Bistum Regensburg), Susanne Ludewig (Kassel, Bistum Fulda), Magnus Lux, (Schonungen, Bistum Würzburg) und Christian Weisner (Dachau/München, Erzdiözese München und Freising). Neu hinzugewählt wurden Günther Doliwa (64 Jahre, Herzogenaurach, Erzbistum Bamberg) und Renate Luig (65 Jahre, Mainz, Bistum Main). Nicht mehr kandidiert aus beruflichen Gründen hatten Johannes Brinkmann und Ilona Schanz (geb. Schwiermannn).

Am Sonntag ging die Bundesversammlung im Ulmer "Haus der Begegnung" mit einem Gottesdienst und einer thematischen Stadtführung zu Ende.

Die nächsten Bundesversammlungen finden vom 9. bis 11. März 2018 in Münster, der Stadt des 101. Deutschen Katholikentags, sowie 2. bis 4. November 2018 in Nürnberg statt.







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