Black Planet Award Preisträger RHEINMETALL


Bild: ethecon

27.10.17
KulturKultur, Bewegungen, NRW, OWL 

 

Von Ethecon

Bedrohliche neue Dimension der Kriegsvorbereitung

In der sogenannte Public-Private-Partnership (PPP) zum Bau und Betrieb der „Kriegsübungsstadt Schnöggersburg“ ist der ethecon Black Planet Award Preisträger RHEINMETALL maßgeblich beteiligt. Auch wird RHEINMETALL in diesem Zusammenhang die Bundeswehr mit lasergestützter Simulationstechnik ausstatten. ethecon verurteilt das Projekt scharf und lädt ein zur Verleihung des internationalen ethecon Schmähpreises Black Planet Award 2017 an die Verantwortlichen von RHEINMETALL am 18. November in Berlin.

Schnöggersburg, 26.10.2017. Der erste Teil der Großstadt wurde von der Bundesregierung offiziell an die Bundeswehr übergeben. Bei der Stadt Schnöggersburg handelt es sich um die erste Großstadt in der Altmark in Sachsen-Anhalt. Die sechseinhalb Quadratkilometer großen Geistermetropole - es gibt sogar eine funktionierende U-Bahn sowie ein „Regierungsviertel“ - wurde errichtet, damit Bundeswehr und NATO-Truppen den bewaffneten Einsatz in Großstädten proben können. 1.500 SoldatInnen können gleichzeitig Kriegszenarien trainieren. Der 232 Quadratkilometer große Truppenübungsplatz gilt als einer der größten und modernsten Europas. Jährlich werden dort rund 20.000 Soldaten den für Kriegseinsätze vorbereitet.

Die Geisterstadt wurde im Geheimen geplant. An die Öffentlichkeit gelang die Planung erst 2012 durch Journalisten. Zu diesem Zeitpunkt waren die Verträge bereits geschlossen.

In Altmark-Dorf Letzlingen betreibt RHEINMETALL ein eigenes Dienstleistungszentrum um den Übungsplatz regelmäßig mit Kriegsmaterial aller Art zu versorgen, die übenden Truppen mit allen „Neuerscheinungen“ des Konzerns vertraut zu machen und neue Lieferverträge einzuleiten. Auch wurde RHEINMETALL vom „Bundesamt für Aufrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr“ beauftragt, die Durchführung von Operationen in städtischem Gelände vorzubereiten (sogenannte MOUT-Übungen).

Von 2000 bis 2012 verdiente der Konzern bereits zehn bis 35 Millionen Euro jährlich. Dies ging aus einer Regierungsantwort an die Linksfraktion vom Herbst 2012 hervor. 2014 verlängerte die Bundeswehr den Vertrag mit dem Rüstungsgiganten um vier weitere Jahre.

Die Aufträge an den Rüstungskonzern nehmen kontinuierlich weiter zu: Seit letztem Jahr soll das Unternehmen u. a. die Software erweitern und das Datenkommunikationssystem des Gefechtsübungszentrums modernisieren (für 24 Mio. Euro)

„Dies ist nur ein weiterer geheimer Deal, um die militärische Vormachtstellung Deutschlands sowie den Einsatz von Militär gegen die Bevölkerung (Inlands-/Bürgerkriegseinsätze) voranzutreiben. Es ist mehr als erschreckend, dass eine komplette Stadt nur für das Training von Bürgerkrieg aufgebaut wird. Das ist eine ganz neue Dimension der Militarisierung.“ So Anabel Schnura, Geschäftsstellenleiterin von ethecon Stiftung Ethik & Ökonomie. „RHEINMETALL stellt nicht nur eine Gefahr für den Frieden und die Menschenrechte dar, sondern auch für die Demokratie, die Ökologie und die Menschheit insgesamt“, so Schnura weiter.

Für diese und unzählige andere ungeheure Missachtungen und Verletzungen menschlicher Ethik schmäht ethecon Armin Papperger (Vorstand) und Ulrich Grillo (Aufsichtsrat) sowie die Großaktionäre Larry Fink (BLACKROCK) und Paul Manduca (PRUDENTIAL) des Rüstungskonzerns RHEINMETALL mit dem Internationalen ethecon Black Planet Award 2017 in Berlin.

Zeitpunkt und Ort

Samstag, 18.11.2017, 14 Uhr bis 18 Uhr (Einlass ab 13 Uhr), Pfefferwerk, Haus 13, Großer Saal, Schönhauser Allee 176, 10119 Berlin/Deutschland







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