Neuerscheinungen Sachbuch

17.04.22
KulturKultur, TopNews 

 

Buchtipps von Michael Lausberg

Buch 1

Benjamin Derin, Tobias Singelnstein: Die Polizei: Helfer, Gegner, Staatsgewalt. Inspektion einer mächtigen Organisation, Econ, Berlin 2022, ISBN 9783430210591,

Der Rechtsanwalt Benjamin Derin und der renommierte Polizeiforscher und Kriminologe Tobias Singelnstein zeigen die strukturellen Probleme einer mit weitgehenden Befugnissen und einer Gewaltlizenz ausgestatteten Organisation. Dazu gehören mangelnde Fehlerkultur und Transparenz, Korpsgeist und Rassismus, aber auch Überforderung aufgrund einer wachsenden Zahl an Aufgaben, für die die Beamt*innen nicht immer angemessen ausgebildet sind. Zugleich sorgt die Polizei durch ihre Lobbyarbeit für Polarisierung und neigt zur Verselbstständigung. Die Autoren zeigen, dass die Polizei sich wandeln muss, wenn sie den gesellschaftlichen Veränderungen gerecht werden will und damit eine rechtsstaatliche Einhegung gewährleistet ist.

Dies ist endlich mal ein kritisches Buch über die mächtige Organisation der Polizei, das schon lange überfällig war. Wie in Frankreich, wo ein Buch über die Undercoveraktion eines Journalisten bei der Pariser Polizei ein Bestseller wurde: Valentin Gendrot: Bulle. Undercover in der Polizei von Paris, Hoffmann und Campe, Hamburg 2022, ISBN: 978-3-455-01158-6, 20 EURO (D)

Hüter*innen des Gesetzes beginnen regelmäßig Straftaten, indem sie ihre eigenen Befugnisse überschritten, eine Willkürherrschaft etablierten und ihre eigenen Machtphantasien und rassistischen Denkmuster auslebten. Stigmatisierende Kontrollen von Nicht-Weißen als potentielle Straftäter, sexistisches Denken und Handeln, Machogehabe und Homophobie zeigten sich in erschreckender Weise im Arbeitsalltag.

Besonders beunruhigend ist der Korpsgeist bei der Verdeckung von Übergriffen oder selbst begangenen Straftaten. Wobei die Autoren nicht den Fehler machen, verallgemeinernd dies auf alle Beamt*innen zu beziehen.

Es sollte jetzt allen klar geworden sein, dass das Problem des Neonazismus nicht ausschließlich am rechten Rand verortet werden kann, sondern tief in der „Mitte der Gesellschaft“ angekommen ist. Ein Fakt scheint deutlich geworden zu sein: Staats- und Sicherheitsbeamte können auch gleichzeitig Täter*innen und Verfassungsfeinde sein.

Der Mut und die Überzeugung der Autoren und des Verlages sind zu loben, diesen schonungslosen und erhellenden Report zu verfassen und sich so auch persönlich angreifbar zu machen. Der öffentliche Druck muss so stark sein, dass interne Prozesse beschleunigt werden und eine Säuberung von rassistischen Personen und extremen Rechten in den Sicherheitsorganen möglich ist.

Die innere Bereitschaft zur Reform und dem Anpacken der strukturellen Probleme wäre ein Anfang, die üblichen Entlastungsstrategien wie Personalmangel, Überlastung oder die Einzeltäter*innenthese verdeckt nur die wahren Probleme.


Buch 2

Willi Diez: Verlorene Größe – Neue Horizonte. Das Ende von Daimler, Vahlen, München 2022, ISBN: 978-3-8006-6719-2, 39,80 EURO (D)

Willi Diez war langjähriger Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft (IFA) der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen. In diesem Buch beschäftigt er sich mit dem wirtschaftliche Paukenschlag, dem Ende der Daimler AG im November 2021 und die zwei neuen Unternehmen, die Mercedes Benz AG und die Daimler Truck AG.

Wie konnte es dazu kommen? Und was sind die Lehren daraus?

Für den Weg zur alten Größe gibt es viele Möglichkeiten. Die wichtigste dabei sieht er in dem Lernen aus der eigenen Geschichte.

Dazu rekapituliert und anaysiert Diez die Geschichte der Daimler AG von 1980 bis 2020. Dies geschieht sehr kritisch: „Schon eher grenzt es an ein Wunder, dass es dieses Unternehmen überhaupt noch gibt. Wahrscheinlich wäre jedes andere Unternehmen an den Fehlschlägen, Verwerfungen und Kapriolen, die es bei Daimler innerhalb eines vergleichsweise kurzen Zeitspanne gegeben hat, zugrunde gegangen.“ (S. 19)

Er stellt Weichenstellungen und Verantwortliche vor, die alle hehre Ziele zu Beginn hatten und sie meist nicht einlösen konnten. So wie Eduard Reuter: „Eduard Reuter ist gescheitert. Das war schlimm. Schlimmer aber war noch, dass niemand aus diesem Scheitern lernen wollte.“ (S. 142) Oder die Ära Schrempp, der „größte Kapitalvernichter aller Zeiten.“ (S. 196)

Es ist jedoch keine vollständige Anatomie des Niedergangs, sondern immer wieder abgelöst von Hochphasen, die aber nicht dauerhaft waren. Zum Beispiel die unter Dieter Zetschke eingeleitete Phase der Forcierung des Wachstumstempo in China. Dessen Abschied begründet Diez folgendermaßen: „Das Problem für Dieter Zetschke war, dass er den Dieselskandal nicht beenden konnte. Noch immer stand seine Aussage vom September 2017 im Raum, dass Daimler nicht manipuliert habe. Bis zum Schluss war er Gefangener dieser Aussage.“ (S. 436)

Das Ende der Daimler AG im November 2021 und die zwei neuen Unternehmen, die Mercedes Benz AG und die Daimler Truck AG wird eher chronologisch referiert.

Deutlicher wird es im Epilog, wo Diez seine eingangs gestellten Fragen beantwortet und ein Bilanz der letzten 40 Jahre der Unternehmensgeschichte zieht, den „Niedergang der einst so unangreifbaren und stolzen Daimler AG“. (S. 468)

„Man kann die Geschichte von Daimler zwischen 1980 und 2021 nicht nur als eine Geschichte von Irrtümern und Fehlern erzählen, sondern auch als eine Geschichte der verpassten Chancen.“ (S. 469) Die Welt der neuen Mobilität wurde nicht Rechnung getragen.

Was man aus der Geschichte Daimlers für die Zukunft lernen kann, wird am Ende beantwortet. „Zum Beispiel, dass ein Unternehmen, das führen will, seinem ‚inneren Programm‘ folgen muss und nicht irgendwelchen Management-Moden, die nur allzu gern von Akteuren in die Welt gesetzt werden, die sich später nicht dafür verantworten müssen.“ (S. 477) Außerdem, dass Eingriffe in das Geschäftsmodell, „gewollt oder ungewollt, eine Eigendynamik entwickeln, die ein Geschäftsmodell zerstören kann.“ (S. 478) Ferner, dass sich Unternehmen mit den großen politischen und gesellschaftlichen Trends in der Welt beschäftigen, ja sie am besten antizipieren müssen.“ (S. 479)

Einige Aussagen im Buch berufen auf persönlichen Gesprächen, die der Autor über Jahre hinweg mit Führungskräften und Mitarbeitern des Unternehmens geführt hat, die Namen werden aus Vertrauensschutz nicht genannt.

Im Anhang findet man ein Namensverzeichnis, eine kurze Chronologie von 1980-2021, ausgewählte Literaturhinweise und ein Fototeil mit verschiedenen Modellen.

Dies ist eine wohltuend kritische Unternehmensgeschichte eines der größten Automobilkonzerne der Welt. Sicherlich hat Diez mit vielen Aussagen recht, vor allem bei den verpassten Chancen der E-Mobilität und der von anderen Einstellungsmustern und Veränderungen der Mobilität. Strukturell gibt es sicherlich auch etwas zu ändern. Nämlich, dass wichtige Weichenstellungen auf viele Schultern verteilt werden müssen und nicht einer oder eine den Kurs oder die Vision vorgibt, auch unter Beihilfe eines externen Expertenrates. Eine eigene Abteilung, finanziell und personell gut ausgestattet, sollte Zukunftstrends auf breiter Basis erstellen, was nicht nur für die professionelle Transformation des Unternehmens wichtig ist.


Buch 3

Marie Elvira Roca Barea: Imperiophobie. Rom, Russland, die Vereinigten Staaten und das Spanische Imperium, Westend, Frankfurt/Main 2022, ISBN: 978-3-864-89333-9, 36 EURO (D)

María Elvira Roca Barea, Professorin für spanische Literatur an der Universität Luxemburg, stellt in diesem umfangreichen Buch die Unterscheidungsmerkmale zwischen der spanischen imperialen Organisation, die sich in Amerika seit drei Jahrhunderten und in Europa etwas mehr als zweihundert Jahre entwickelt hat, und den britischen oder französischen Imperien und denen, die sie mit dem antiken Römischen Reich gemeinsam hat.

Alle Imperien erzeugen aufgrund ihrer eigenen Stärke heftige Kritik von den Unterdrückten. Dies wird an Beispielen von Antike bis zur Neuzeit demonstriert.

Die Autorin vergleicht im Laufe des Buches die gemeinsamen Merkmale der Ablehnung vom Imperien. Dabei geht es vor allem um die Schwarze Legende, der antispanischen Legendenbildung. Zunächst verfolgt es den Ursprung der Schwarzen Legende in einer breiten Haltung der Ablehnung und Verunglimpfung von Imperien, angefangen von Rom bis Nordamerika. Die Autorin identifiziert dann die grundlegenden Inhalte dieser Propagandakonstruktion gegen jede Hegemonialmacht – Barbarei, Gier, religiöser Fanatismus, Gewalt – und erklärt, wie diese Schuld den Spaniern zugeschrieben wurde. Am Ende wird die Gültigkeit der Schwarzen Legende mit sehr deutlichen Merkmalen von der Aufklärung bis heute an behandelt. Dies betrifft nicht nur die Menschen, die Untertanen im spanischen Imperium waren, sondern dass sogar in Spanien geglaubt wird. Dies zeigt, wie wirkmächtig Legenden, die über Jahrhunderte tradiert werden, sind.

Die Schwächen des Buches liegen in der Auswahl des Materials. Es fehlen in der Untersuchung die Merkmale und die Rezeption nicht nur des französischen und niederländischen Imperialismus, sondern vor allem das Britische Weltreich. Eine ausgewogenere Studien hätte dies berücksichtigt.

Einige Thesen sind heikel bis nicht belegbar. Die positiven Aspekte von Imperien enthalten den Verdacht der Rechtfertigung und die Negierung antikolonialer Aktionen, Konzepte und Literatur. Die Komperatistik von Imperien zu verschiedenen Epochen haben immer Grenzen, weil es andere historische Voraussetzungen, Wissen und Zusammenhänge gibt.

Das Werk ist wissenschaftlich geschrieben, etwas sperrig zu lesen. Dennoch ist die deutsche Übersetzung weitgehend gut. Gegner oder Unterdrückte des herrschenden Imperiums haben immer schon berechtigte Kritik, aber auch Mythen, Halbwahrheiten und Fake-News hervorgebracht, das wird in diesem Buch sehr deutlich.

Die Autorin schafft es ausführlich zu belegen, wie die Schwarze Legende wirkmächtig war und teilweise bis heute Bestand hat. Es dekonstruiert verinnerlichte Vorurteile, das ist positiv.

Ein Werk, das provokant geschrieben ist und sicherlich für hitzige Debatten sorgen wird.

 

Buch 4

Michael Bachg/Serge K. D. Sulz (Hg.): Bühnen des Bewusstseins – Die Pesso-Therapie. Anwendung, Entwicklung, Wirksamkeit, Psychosozial, Gießen 2022, ISBN: 978-3-8379-3140-2, 54,90 EURO (D)

Die von Albert Pesso und seiner Frau Diane Boyden-Pesso erdachte Behandlungsmethode Pesso Boyden System Psychomotor (PBSP) – kurz Pesso-Therapie – war ursprünglich eine Körpertherapie, die von der Einheit von Körper und Psyche ausgehend bestehende Körpererfahrungen zu Bewusstsein bringen und neue vermitteln sollte. Sie entwickelte sich zu einer psychodramatischen Methode weiter, die die interaktionelle Szene im Rollenspiel nutzt, um Erinnerungen der Kindheit in großer emotionaler Dichte zutage kommen zu lassen.

Die Beiträger*innen dieses Sammelbandes zeigen Prinzipien und Wege auf, wie entwicklungstraumatisierten Menschen in einem kontrollierten und körperorientierten psychotherapeutischen Vorgehen durch die Erzeugung von synthetischen bindungsorientierten und körperbasierten Erinnerungen ein Gefühl der Sicherheit, Beruhigung und Hoffnung zurückgegeben werden kann.

Es wird dargelegt, dass man durch Training der Imagination eines Idealelternbildes, Kränkungen und damit verbundenes Verhalten vergessen lernen und somit an Lebensqualität dazu gewinnen kann.

In der Pesso-Therapie werden die Folgen von entwicklungsgeschichtlichen Defiziten, Verletzungen oder Traumata behandelt. Außerdem geht es um Lücken im System der Ursprungsfamilie. In einer therapeutischen Sitzung wird eine Struktur entwickelt, in der die Patient*innen mit Hilfe von Idealen Figuren die Möglichkeit haben, wirksame Alternativen zu den prägenden frühen Erfahrungen zu entwerfen und so symbolisch die Befriedigung der Grund-Entwicklungsbedürfnisse zu erleben und neue emotionale heilende Erfahrungen zu machen. Im Rahmen einer Gruppe geschieht dies in Form eines Rollenspiels; im Setting einer Einzeltherapie werden Gegenstände verwendet oder es wird mit Imagination gearbeitet.

Das Buch unterteilt sich in fünf Teile. Im ersten Teil gibt es drei Texte zur psychologischen Basis. Danach folgen zwei grundlegende Artikel über die psychotherapeutische Konzeption. Die verschiedenen Anwendungsbereiche und Grenzen und die Schwerpunkte Sexueller Missbrauch und Trauma kommen dann an die Reihe. Neuere Weiterentwicklungen und Methoden werden danach auch an praktischen Beispielen gezeigt. Der letzte Teil beschäftigt sich mit der Studien zur Evaluation und Forschung.

Im Anhang gibt es noch ein Literaturverzeichnis und die Vita der Autor*innen.

Das Buch ist eigentlich für Therapeut*innen bestimmt, die sich in die Pesso-Therapie einarbeiten wollen oder sich eine Vermehrung des Wissens um praktische Durchführung wünschen bzw. Fallstricke vermeiden wollen.

Ebenso richtet es sich an (potentielle) Patient*innen.

Es gibt bestimmt genügend Menschen, die eine Psychotherapie mit aktuell erscheinenden Problemen bevorzugen und in der Auseinandersetzung und Bewältigung der Vergangenheit keinen Sinn sehen oder sich dem nicht stellen wollen. Pränataler und frühkindliche äußern sich aber meist in als realistisch gehaltenen Glaubenssätzen, die unhinterfragt weiterwirken. Wer für das letztere bereit ist, dem kann dieses Buch empfohlen werden.


Buch 5

Michael W. Covel: Das Trend Following Mindset. Die Lektionen der Trading-Legende Tom Basso, Börsenbuch Verlag, Kulmbach 2022, ISBN: 978-3-864-70786-5, 29,90 EURO (D)

Der Präsident und Gründer von Trendstat Capital Management, Tom Basso, gilt als einer der besten Trendfolger unserer Zeit. In diesem Buch teilt er mit Autor Michael W. Covel seine Gedanken über das Trading und die Feinheiten seines Mindsets: wie man in den Handel einsteigt; was Trendfolge ist und wie und warum sie so gut funktioniert; Aufbau eines Handelssystems; Positionsgröße und Kontoverwaltung; die Work-Life-Balance eines Traders; der Übergang vom unabhängigen Trader zum professionellen Geldverwalter und vieles mehr. Covel vermittelt die Denkweise des Trendfolgers und ermöglicht Ihnen, seine Strategien auch für Ihren eigenen Erfolg zu nutzen.

Das Buch gliedert sich in zwei Teile, von denen der erste die verschiedenen Podcast-Episoden mit Basso abdeckt. Die Gespräche mit Covel decken alles ab, vom Geschäft bis zum Leben im Allgemeinen, aber vor allem seine Ratschläge, wie man ein erfolgreicher Trader wird.

Dabei beschreibt Basso seine eigene Biografie. Er entwickelte schon früh im Leben ein Interesse an den Finanzmärkten und begann als Teenager mit dem Kauf von Investmentfonds. Als fast Autodidakt brachte er sich selbst bei, wie man an den Märkten handelt und las Fachliteratur, beileibe nicht ökonomische, sondern auch psychologische. Seine Anfänge, bevor er TrendStat gründete, sind deshalb so bedeutsam, weil er lernte, Handelsregeln zu erstellen und eine Balance zwischen Risikomanagement und relativ sicheren Anlagen zu finden.

Er sieht in einem guten Trader vor allem einen guten Psychologen, weit vor dem zweitwichtigsten, dem Geldmanagement. Neben Erfolgsprinzipien nennt er auch geistige und körperliche Fitness als Grundvoraussetzung, um Stress und den Anforderungen des Jobs Schritt halten zu können.

Der zweite des Buches gibt detaillierte Einblicke in den Handel aus Bassos Abhandlungen und Erfahrungen. Dazu gehören Streuung im Trading, algorithmischer Handel, Währungsinvestitionen, die Verwendung finanzieller Hebelwirkung, die Vermögensallokation. Er empfiehlt dabei ein gut diversifiziertes Portfolio für einen zeitlich befristeten, nicht zu kurzen Zeitraum. Er gibt neben vielen anderen Tipps auch eine Liste von Regeln für Hedgefonds. Auch die Hilfe von externen Fachleuten kann ein besseres Bild der Vermögenswerte vermitteln, eigene Annahmen kritisch hinterfragen und Zukunftsprognosen von Renditen besser abschätzen.

Das Buch kombiniert Inhalte aus Covels Interviews mit Basso mit seinen wichtigsten Trendfolge-Forschungsarbeiten, so dass die Leser in das Mindset Bassos eintauchen können, die um die Chancen auf Rentabilität und die Höhe ihrer Gewinne zu verbessern. Es warnt auch vor möglichen Fallstricken und Problemen. Die Prinzipien in diesem Buch geben sowohl Amateur- als auch Profianlegern verschiedener Methoden und Zeitfenster viele Ideen mit, die sie in ihren Handel integrieren und möglicherweise bessere Renditen erzielen können.

 

Buch 6

Tatjana Spaeth/Margarete Imhof/Christine Eckert: Bachelorarbeit in Psychologie, 2., aktualisierte Auflage, Ernst Reinhardt, München 2020, ISBN: 978-3-8252-5483-4, 24,90 EURO (D)

Dieses Buch liefert das nötige Rüstzeug für alle Phasen der psychologischen Bachelorarbeit. Empirisch-methodisches Know-How wird dabei ebenso vermittelt wie Schreibkompetenz. Zusätzlich geben die Autorinnen strategische Tipps zur Vorbereitung der Bachelorarbeit, zum Zeitmanagement und zu Besprechungen mit den Betreuenden.

In dieser zweiten Auflage gibt es zusätzlich die Möglichkeit, anhand
umfangreichem Onlinematerial mit Übungsaufgaben und Checklisten zum Schreibprozess das Erlernte zu überprüfen.

Das Buch beginnt mit der Vorstellung der Bandbreite an Forschungsthemen in Psychologie, der wissenschaftlichen Vorgehensweise in der Psychologie und der verschiedenen Arten psychologischer Bachelorarbeiten.

Anschließend geht es um die Forschungsfrage. Die wichtige Bedeutung und der Unterschied zwischen Forschungsfragen und Hypothesen und die Formulierung werden dort behandelt. Weiterhin wird die Einleitung behandelt, die Bestimmung der wichtigsten Inhalte für den Theorieteil, die Recherche der dafür relevanten Literatur und das richtige Zitieren.

Dann geht es um den Methodenteil. Versuchspläne, abhängige und unabhängige Variablen sowie Kontrollvariabeln und die verschiedenen Inhalte im Methodenteil sind dort Schwerpunkte.

Weiter geht es mit dem Ergebnisteil. Die richtige Darstellung der Ergebnisse, statistische Verfahren und die richtige Gestaltung von Tabellen und Abbildungen werden dort erörtert.

Die Gestaltung der anschließenden Diskussion, wo die Ergebnisse zusammengefasst werden, mit anderen Erkenntnissen aus der Forschung verglichen und neue Forschungsfragen abgeleitet werden, folgt danach. Systematische und narrative Reviews und deren Zielsetzungen, Anfertigung und Gliederung kommen dann an die Reihe.

Im letzten Kapitel werden Strategien vermittelt, den Text sprachlich so zu gestalten, dass er interessant und gut lesbar ist. Außerdem gibt es Tipps, wie Besprechungen mit dem Betreuer so gestaltet werden, dass der Kommunikationsprozess erfolgreich für beide Seiten abläuft. Weiterhin finden sich Tipps zum Zeit- und Selbstmanagement.

Im Text gibt es immer wieder Definitionen, Literaturempfehlungen, Merksätze, Übungsaufgaben, Beispiele und Verweise auf das Online-Material. Dazu gibt es Piktogramme, die auf Seite 8 erklärt werden.

Im Anhang finden sich ein Literaturverzeichnis und ein Sachregister.

Das Buch ist gut strukturiert und erläutert Schritt für Schritt die Planung, den Schreibprozess und die Reflexion. Didaktisch ist es überzeugend gestaltet mit vielen hilfreichen Merksätzen, Beispielen oder ergänzendem Online-Material. Im letzten Kapitel hätten allerdings Tipps und hilfreiche Visualisierungen für Motivationsprobleme hinzugenommen werden können.








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