100 Orte der DDR-Geschichte


21.04.18
KulturKultur, TopNews 

 

Rezension von Michael Lausberg

Martin Kaule/Stefan Wolle: 100 Orte der DDR-Geschichte, Ch. Links Verlag, Berlin 2018, ISBN: 978-3-96289-000-1

Martin Kaule, Gründungs- und Vorstandsmitglied des Vereins „Orte der Geschichte, und Stefan Wolle, wissenschaftlicher Leiter des DDR-Museums Berlin, stellen in diesem Ort beispielhaft 100 Orte verteilt auf dem Gebiet der ehemaligen DDR sortiert nach 20 Themenbereichen vor. Dies ist eine Art Landkarte an Erinnerungsorte der DDR-Geschichte: „je mehr Orte mit einer DDR-Geschichte verschwinden oder auf den ersten Blick nicht mehr erkennbar sind, desto größer wird das Interesse an den Relikten der Vergangenheit. (…) Dennoch sind die ausgewählten Orte nur ein Bruchteil aus der Vielzahl von Objekten, deren Geschichte zu erkunden lohnenswert ist. Je mehr man über die Orte erfährt, desto spannender sind die damit verknüpften Geschichten. Denn die Schicksale von Betrieben oder Einrichtungen erzählen auch Biographien von Menschen, die diese Ort geprägt haben und von ihnen geprägt worden sind.“ (S. 11ff)

Von Putgarten bis Wiesa im südlichen Sachsen, von der ehemaligen Grenze zur BRD Marienborn bis Eisenhüttenstadt werden ausgewählte Orte, die die Autoren selbst besucht haben, vorgestellt. Darunter sind Orte des Alltags wie verschiedene VEB’s. das Konsument-Warenhaus in Leipzig oder Plattenbausiedlungen in verschiedenen Orten genauso wie Repräsentationen der Macht wie das Staatsratsgebäude und das Gebäude des Zentralkomitees der DDR in Berlin vertreten. Manche dieser Orte sind museale Einrichtungen, viele werden anderweitig genutzt.

Am Anfang des Buches ist eine Karte der ehemaligen DDR zu sehen, wo die 100 Orte eingezeichnet sind. Dann werden in den 20 Themenbereichen von SED-Staatsmacht bis Sport jeweils 5 Orte exemplarisch vorgestellt. Dies geschieht auf jeweils zwei Seiten in Text und Bild mit der heutigen Post- und Internetadresse. Im Anhang findet man noch Abkürzungen, die verwendete und weiterführende Literatur, einen Bildnachweis, ein Personenregister sowie Informationen über die beiden Autoren.

 

Das Buch ist systematisch gut aufgemacht: Anhand der Karte am Anfang kann man sich gleich gut orientieren, wo sich die ausgewählten Objekte überhaupt befinden. Die Mischung zwischen repräsentativen und alltäglichen Orten ist auch gut gelungen, wobei natürlich nicht alle Orte in der ehemaligen DDR genannt werden können. Innerhalb des Textes hätten mehr Zeitzeugeninterviews eingebaut werden können, um das Buch lebendiger zu machen. Dies ist aber der einzige Makel: Sonst bietet das Buch historisch Interessierten, Zeitzeugen und deren Nachkommen sowie Wissenschaftlern der deutschen Zeitgeschichte einen hervorragenden Überblick über verschiedene Orte der DDR-Geschichte, die erhalten werden müssen, um auch nahfolgenden Generationen die Auseinandersetzung mit diesem Thema zu ermöglichen.







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