Neuerscheinungen Diverses

20.07.22
KulturKultur, TopNews 

 

Buchtipps von Michael Lausberg

Buch 1

Mit Comics durch Köln. 24 Kölner*innen zeichnen ihre Lieblings- und Hassorte, Emons, Köln 2021, ISBN: 978-3-7408-1061-0, 15 EURO (D)

24 Kölner Comic-Größen porträtieren in diesem Buch ihre Stadt. Kölle, do bes e ambivalentes Jeföhl! Herausragende Künstler*innen aus der Kölner Comic-Szene zeigen ihre Lieblings- und Hassorte in der meist besungenen und mildest belächelten Stadt der BRD und lassen uns an ihrem persönlichen Blick auf Köln teilhaben. So verschieden wie die Künstler*innen sind auch die Stile und Ausdrucksformen.

Dort finden sich Manga, Graphic Novel, Webcomic, Underground, Kunst und Cartoon. Darunter auch schwarz-weiß Beiträge wie sehr farbenfrohe Werke.

Unter den Künstler*innen gibt es auch eine gute Mischung: Tristan Wilder, Nico Schoberth oder Mona Mie werden eher Insidern ein Begriff sein, aber auch Etablierte wie Rolf König, Georg von Westphalen, Franziska Becker oder Hella von Sinnen steuern ihren Teil bei.

Heribert Schulmeyer erinnert sich das nicht ganz so gemütliche und Stille Café Scholl, das einem Imbiss Platz machen musste. Die Schönheiten der Rodenkirchener Riviera, die wesentlich billiger und näher ist als die Cote d’Azur. Dirk Meissner wirft einen illustrierten Blick auf die Vorzüge und Die Schönheiten der Rodenkirchener Riviera, die wesentlich billiger und näher ist als die Cote d’Azur. Kristina Stroh sinniert über ihr Leben und Wohnen in der Kaygasse und die Tücken der nahe gelegenen Musikschule.

Am Ende des Buches werden die verschiedenen Künstler*innen alphabetisch sortiert biografisch vorgestellt. Außerdem werden auch die Internetadressen dazu abgedruckt.


Die Mixtur der Künstler*innen und Stile sind so heterogen wie Köln auch. Das macht auch den Reiz des Buches aus, neben den ästhetischen Highlights. Für eingefleischte Kölner*innen mit oder ohne Köln-Diplom bietet das Buch Lokalkolorit pur.


Buch 2

Karsten Speck: Schulsozialarbeit, 5. Auflage, Ernst Reinhardt, München 2022, ISBN: 978-3-8252-5870-2, 21,90 EURO (D)

Schulsozialarbeit ist aus dem Alltag vieler SchulleiterInnen, LehrerInnen und SchülerInnen nicht mehr wegzudenken – sie hat sich fachlich und fachpolitisch etabliert. Karsten Speck klärt über zentrale Begriffe auf, skizziert den Rahmen für das Arbeitsfeld – von rechtlichen Fragen über Finanzierung, Handlungsprinzipien und Wirkung der Schulsozialarbeit bis hin zu Standards und Fragen der Qualitätsentwicklung.

Das Buch wird eingeleitet von einer kurzen historischen Entwicklung der Schulsozialarbeit. Danach werden Begrifflichkeiten und Definition von Schulsozialarbeit erläutert. Begründungen, Ziele und Zielgruppen, Rechtsgrundlagen, Förderpolitik und Finanzierung sind dann Schwerpunkte. Angebote, methodisches Handeln und Handlungsprinzipien von Schulsozialarbeit kommen dann zur Sprache.

Weiter geht es mit Rahmenbedingungen: Dort werden die finanziellen, trägerbezogenen, personellen, räumlichen, materiell-technischen und kooperationsbezogenen Rahmenbedingungen aufgeführt.

Die manchmal nicht unproblematische Kooperation zwischen Lehrer*innen und Schulsozialarbeiter*innen werden dann vorgestellt. Anschließend geht es um Ergebnisse und Wirkungen (Wirkungsmodell) und Qualitätsentwicklung und Selbstevaluation. Ausbildung, Curriculum und Fortbildung in der Schulsozialarbeit werden danach präsentiert.

Aktuelle Herausforderungen schließen den Text ab. Erstens solche im Arbeitsfeld, dort werden fünf genannt: lebensweltorientiertes Konzept, ganzheitliches, schulpädagogisches Selbstverständnis, Arbeit in multiprofessionellen Teams, systematische Qualitätsentwicklung und Selbstevaluation des Handelns und der Wirkungen und fachliche, rechtlich und finanziell tragfähige Aufbaustrategie.

Zweitens Herausforderungen in der Forschung. Neben einem Blick über den deutschsprachigen Raum hinaus fehlen differenzierte Erkenntnisse über die Verbreitung und Entwicklung von Schulsozialarbeit, über Befunde aus vergleichenden Studien und Metaanalysen zur Schulsozialarbeit, über begründete Indikatoren für Schulsozialarbeit, über das methodische Handeln und die notwendigen professionellen Standards, über die individuelle Aneignung von Schulsozialarbeit und die tatsächlich erreichten Wirkungen und Nebenwirkungen unter Berücksichtigung unterschiedlicher Konzepte.

Im umfangreichen Anhang gibt es die Prüfungsfragen, Adressen zur Schulsozialarbeit, ausgewählte Vernetzungsseiten auf Länderebene, ausgewählte Organisationen in der BRD, der Schweiz und Österreich und die Landesarbeitsgemeinschaften. Außerdem ein Literaturverzeichnis und ein Sachregister.

Im Text wird zu den jeweiligen behandelten Themen vertiefte Literatur angeboten.

Die Lösungen für die Prüfungsfragen werden als Online Zusatzmaterial unter zwei Adressen (siehe S. 9) zum Download zur Verfügung gestellt.

Hier wird ein wichtiges und zukunftsweisendes Feld der Sozialen Arbeit behandelt, wozu es wenig Orientierung zu gibt. Es ist eine Art Einführungsbuch, das allgemeine Kompetenzen, Ziele und Problemstellungen aufgreift. Das System Schule und deren Ziele wird dabei immer mit einbezogen. Es ist auch kritisch, Problemstellungen und Fragestellungen und Kompetenzdiskussionen werden gut aufgezeigt. Und es bietet viel Literatur zur Vertiefung.


Buch 3

Martina Kirchpfening: Hunde in der Sozialen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, 3. Auflage, Ernst Reinhardt, München 2018, ISBN: 978-3-497-02777-4, 29,90 EURO (D)

In der Sozialen Arbeit kann der Einsatz von Begleithunden die Persönlichkeitsbildung von Kindern und Jugendlichen unterstützen und wichtige Lernprozesse anregen. Anschaulich und konkret beantwortet die Autorin fachliche, organisatorische und rechtliche Fragen zur Arbeit mit Begleithunden. Sie zeigt Chancen und Grenzen der Sozialen Arbeit mit Hunden auf, stellt zahlreiche Einsatzmöglichkeiten von Hunden in den bedeutsamsten sozialpädagogischen Praxisfeldern dar und gibt konkrete Anleitungen.

Das Buch wird eingeleitet von einer grundlegenden Einführung der Tiergestützten Intervention im Sozial- und Gesundheitswesen. Konkreter wird es dann im folgenden Kapitel, wo es um die Rolle des Hundes in der Sozialen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und um Ziele und Methoden geht.

Die berufliche Qualifikation, die Eignung des Hundes, Grenzen des Einsatzes, organisatorische, institutionelle und rechtliche Grundlagen folgen danach. Rahmenbedingungen für die berufliche Praxis werden dann ausgeführt, bevor Planung und Umsetzung der hundegestützten sozialen Arbeit im Vordergrund steht.

Danach werden Praxiskonzepte für verschiedene Arbeitsfelder vorgestellt. Dies sind offene Kinder- und Jugendarbeit, aufsuchende Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit an Schulen, Kindertagsbetreuung, Einrichtungen der Jugendhilfe, intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung und soziale Gruppenarbeit. Danach gibt es Beschreibungen von verschiedenen Projekten oder Aktionen.

Es folgen noch ein Literaturverzeichnis, weiterführende Informationen und ein Sachwortregister.

Zusatzmaterial gibt es zum Download: ein Fragebogen zur Selbstevaluation von hundegestützten Projekte in der Sozialen Arbeit, ein Rückmeldebogen für Klient*innen zum Einsatz von Hunden im Streetwork, Planungsschritte für das Projekt Trekking mit Hunden und ein Schulklassenprojekt.

Das Buch ist auf die Praxis ausgelegt und bietet viele Bespiele aus der eigenen Erfahrung der Autorin, auch mögliche Hindernisse und Lösungswege, an denen sich orientieren lässt. Es wird auch veranschaulicht, welches Potential und welche positiven Auswirkungen der Hunde auf Kinder und Jugendlichen haben kann. Individuelle Transformation ist notwendig, auch weil dies ein eher neuerer Ansatz in der Sozialen Arbeit ist.


Buch 4

Marc Lenzin/Stefan Bühler/Fred Heer/Peter Forster: Die großen Panzerschlachten von Cambrai bis Desert Storm, Motorbuch, Stuttgart 2022, ISBN: 978-3-613-04430-0, 29,90 EURO (D)

Das Autorenteam um Marc Lenzin beschreibt in diesem Buch, das in Kooperation mit der Schweizer Zeitschrift „Schweizer Soldat“ entstand die Geschichte der Panzer mit den wichtigsten Entwürfen, Fortschritten und Einsatzgrundsätze. Einen wesentlichen Bestandteil bildet die Darstellungen von entscheidenden Panzerschlachten angefangen von den ersten Einsätzen im Ersten Weltkrieg bis hin zum Angriff auf Bagdad 2003. Dazu werden seltene Bilder und zahlreiche Karten des Verlaufs der Schlacht gezeigt.

Zunächst werden die technischen Aspekte der Panzerentwicklung vorgestellt. Anschließend gibt es in einer großen Infographik die einzelnen Panzermodelle entlang einer chronologischen Zeitleiste von 1915 bis 2015.

Danach gibt es eine Darstellung zur Erfindungen und Entwicklung von Panzern, ungefähre Ideen gehen schon bis Leonardo da Vinci zurück.

Dann werden historische Panzerschlachten in einzelnen Kapiteln dargestellt.

Die Darstellungen der einzelnen Schlachten werden chronologisch angeordnet und enthälten auch Extras, Augenzeugenberichte, Originalbilder und Zeichnungen, Karten oder Skizzen des Schlachtverlaufs

Die Vorstellung der wichtigsten Panzertypen und maßgeblichen militärischen Führern und Theoretikern ergänzt die jeweiligen Beiträge.

Zu Ende wird noch die russische T-14-Armata vorgestellt, die „in mehrerer Hinsicht als Blaupause für die nächsten Panzergeneration“ dient. Wahrscheinlich wird sie schon für den Überfall auf die Ukraine eingesetzt.

Nach einem kurzen Epilog werden im Anhang eine Liste aller in Serie produzierten Kampfpanzer von 1916 bis 2016 vorgestellt. Außerdem gibt es ein Quellen- und Literaturverzeichnis und die Vorstellung der Autoren.

Dies ist eine Überblicksdarstellung, die eine Mischung zwischen Bildband und erläuterndem Text ist. Der Sprachstil ist erfreulicherweise zurückhaltend gewählt, meist ohne Wertung für eine Partei oder ein Bündnis. Der Vorteil liegt darin, dass die Entwicklungen der verschiedenen Typen, Technik und strategisches Know-How so sehr deutlich wird. Der Nachteil ist, dass die Beschreibungen der einzelnen Schlachten kurz gefasst werden, ohne in die notwendige inhaltliche Tiefe zu gehen.








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