385 Menschenrechts-Filme eingereicht

14.07.22
KulturKultur, TopNews 

 

Von Deutscher Menschenrechtspreis

„Die fast 400 eingereichten Menschenrechts-Filme sind aus Wettbewerbssicht sehr erfreulich und zeigen eine große Bandbreite von aktuellen Menschenrechtsthemen und -verletzungen. Im Umkehrschluss bedeutet diese hohe Zahl an Einreichungen aber auch, dass Menschenrechte weiterhin und womöglich noch stärker als in den letzten Jahren unter Druck stehen. Hinter 385 Einreichungen stehen mindestens 385 Geschichten von Folter und Tod, von Vertreibung und Diskriminierung, von staatlicher Repression oder Einschränkung von Meinungs- und Pressefreiheit. Gleichzeitig geben viele Beiträge Mut, sich für Menschenrechte einzusetzen“, kommentiert Steffen Kircher, Koordinator des Deutschen Menschenrechts-Filmpreises (DMFP), die vorläufige Bilanz des 13. Wettbewerbsjahrgangs.

Der Veranstalterkreis des DMFP hatten dazu aufgerufen, bis zum 30. Juni ihre Lang- und Kurzfilme, Magazinbeiträge, Produktionen von Hochschulen und Non Professionals einzusenden. Vorgelegt wurden 106 Langfilme, 95 Kurzfilme, 84 Filme von Hochschulen, 30 Magazinbeiträge sowie 70 Filme, die von nicht-kommerziell arbeitenden Filmteams produziert wurden; die Letztgenannten sind in diesem Jahrgang damit besonders stark vertreten.

Menschenrechtsverletzungen weltweit – auch in Europa
Die fast 400 Filme bearbeiten eine große Bandbreite von Themen und Aspekten der Menschenrechte. Inhaltlich hervorstechend an den Filmen in diesem Jahrgang ist der dargestellte Zusammenhang zwischen den Folgen des Klimawandels und der Verletzung von Menschenrechten. Dabei werden die Zerstörung natürlicher Lebensgrundlagen von Menschen ebenso diskutiert wie z.B. auch Folgen der Privatisierung von Wasser oder die erzwungene Flucht vieler Menschen als direkter Folge von Umwelt- und Klimakrisen.

Ein zweites zentrales Thema ist die Ungleichbehandlung und Diskriminierung von Menschen aufgrund geschlechtlicher Identität, sexueller Orientierung, Hautfarbe oder sozialer Herkunft. Kircher: „Insgesamt befassen sich erschreckend viele Filme weiterhin mit gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit – übrigens in allen Teilen der Welt, also auch in Europa und Deutschland.“

Aktuell liefern die Situation nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan und der jüngste Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine inhaltliche Vorlagen für die Filme. Hinzu kommen Produktionen, die sich mit der systematischen Unterdrückung von Oppositionsbewegungen und von Meinungs- und Pressefreiheit in Russland, Belarus oder China beschäftigen. China steht mit der Region Xinjiang zudem im Fokus von Filmen mit Bezug auf die gewaltsame Unterdrückung der Uiguren.

Kircher: „Menschenrechte werden weiter verletzt. Es wächst aber auch die Zahl von aktiven Menschenrechtsverteidiger_innen, die geschützt werden müssen. Die Verletzungen und der Schutz von Menschenrechten sowie das Engagement von Menschenrechtsaktivist_innen können und werden durch das Medium Film eindrücklich dargestellt. Die Filme sind keine abstrakt-theoretischen Schilderungen der Realität, sondern legen meist am Beispiel Betroffener Zeugnis vom Unrecht ab, das Menschen widerfährt. Herzlichen Dank allen Filmemacher_innen für ihren Mut, ihr Engagement und ihren Einsatz für die Menschenrechte.“

Die 385 Filme durchlaufen nun ein mehrstufiges Sichtungs-, Auswahl- und Juryverfahren. Die letztliche Entscheidung treffen die Hauptjurys bis Ende Oktober.

Der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis ist ein unabhängiger Medienwettbewerb und wird im Rhythmus von zwei Jahren vergeben. Der Preis und wird aktuell von 20 Organisationen der Zivilgesellschaft gestaltet, finanziert und durchgeführt. Zu den Trägern gehören Organisationen der Menschenrechts-, Bildungs-, Kultur- und Medienarbeit, konfessionell geprägte Organisationen, Gewerkschaften sowie Wohlfahrtsverbände und kommunale Einrichtungen. Sie sind geeint im Ziel der Achtung und Wahrung der Menschenrechte. Zudem unterstützen Verbände und Einzelpersonen den Filmwettbewerb.

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