Neuerscheinungen Freizeit und Reise

03.08.22
KulturKultur, TopNews 

 

Buchtipps von Michael Lausberg

Buch 1

Federico Meloni/Jana Meloni: 111 Orte auf Sardinien, die man gesehen haben muss, Emons, Köln 2022, ISBN: 978-3-7408-1469-4, 18 EURO (D)

Federico und Jana Meloni leben auf Sardinien und sind dort Tourguide und Eventplaner. In diesem Buch zeigen sie Sardinien abseits von Strand und Touristenrummel: alte Traditionen, verlassene Orte, Naturschätze im Landesinneren und Geschichten über das Alltagsleben der Sarden.

So wird zum Beispiel Sa Carbarissa, ein 50 Meter hoher Granitblock präsentiert, der von Regen und Wind bearbeitet wurde und dessen Form einer Frau in traditionelle sardischer Kleidung ähnelt. Dazu gibt es die Legende einer tragischen Liebesgeschichte, wo eine Frau aus enttäuschter Liebe bis auf alle Ewigkeit versteinert blieb.

Oder die Sinis-Halbinsel, ein idyllischer Ort für Naturliebhaber und Hobbyfotografen. Mehrere Wanderwege ermöglichen einen Rundgang über die Halbinsel, Dort gibt es zahlreiche Vogelarten zu sehen, aber auch Eidechsen und andere Tiere. Auch Wassersportfreunde an den nahen Stränden und Kulturinteressierte kommen dort auf ihre Kosten.

Landschaftlich beeindruckend ist auch der Lago Mulargia in Zentral-Südsardinien. Er umgibt ein vielfältiges Ökosystem, das von zahlreichen Vögeln, Schildkröten und Süßwasserfischen umgeben wird. Neben Wandern gibt es dort Kanu- und Bootstouren auf dem Lago Mulargia, weiterhin existieren Übernachtungsmöglichkeiten direkt am See.

Die Orte werden immer einzeln auf zwei Seiten dargestellt. Auf der einen gibt es eine textliche Beschreibung, auf der anderen ein großes Farbbild und darunter die Adresse, Informationen zur Anfahrt und ein spezieller Tipp zu Sehenswürdigkeiten in der Umgebung oder Restaurants.

Hinten im Buch gibt es geografische Karten mit den vorher beschriebenen Orten mitsamt der Nummer.

 

Buch 2

Franz Wille: Wanderbares Waldviertel. 40 gehmüthliche Touren, Anton Pustet, Salzburg 2022, ISBN: 978-3-7105-1056-5

Das Waldviertel mit seiner kleinräumigen Struktur und den urtümlichen Landschaften ist ein Paradies für Wanderungen. Die abwechslungsreiche Natur mit sanften Hügeln, bizarren Felsformationen, tief eingegrabenen Flussläufen, Aussichtsgipfeln, dunklen Wäldern, satten Wiesen, bunten Mohnfeldern, vielen Teichen und idyllischen Hochmooren macht die Faszination der nördlichsten Region Österreichs aus. Sieben Naturparks und ein grenzüberschreitender Nationalpark wurden zum Schutz der großen Tier- und Pflanzenvielfalt eingerichtet. Auch an Sehenswürdigkeiten ist die Region reich – es gibt Burgen aus der Zeit der Grenzsicherung, Renaissanceschlösser, gotische, im Barock üppig ausgeschmückte Stifte, alte Stadtkerne und Museen.

Fritz Wille hat in diesem Buch 40 schöne, leichte bis mittelschwere Touren ausgewählt und mit Hintergrundinformationen zu Sehenswertem am Weg und Einkehrmöglichkeiten vorgestellt.

In der Einleitung werden die Region, Besiedlung, Wirtschaft und Kultur, Klima und Wanderzeit, die benutzten Schwierigkeitsgrade und allgemeine Tourenhinweise dargelegt. Angegeben ist die reine Gehzeit ohne Pausen.

Danach wird das Waldviertel in drei Regionen unterteilt. Für das nördliche Waldviertel (Thayatalregion) werden 13 Touren angeboten. Das Mittlere Waldviertel (Hochland, Kamptalregion) bietet 19 Touren, das südliche Waldviertel acht Routen.

Die Touren werden einzeln präsentiert. Zu Beginn werden Schwierigkeitsgrad, ungefähre Dauer und Höhenmeter angegeben. In einer Tabelle folgen Informationen zu Charakter, Start/Ende, Markierung, Anfahrt, Einkehr mit Weblinks und Sehenswertem. Danach wird der Weg und die Höhepunkte im Text beschrieben und mit einigen Bildern untermalt.

Außerdem gibt es immer eine geografische Karte mit eingezeichnetem Weg. Zu jeder Tour gibt es eine Rubrik mit Extra-Informationen.

Im Anhang werden noch Literaturhinweise und ein Register angegeben.

In der hinteren Umschlagseite findet sich eine geografische Karte des Waldviertels mit den Routen.


Dieser Wanderführer liefert eine Menge interessanter Ideen für kürzere Ausflüge, aber auch für größere Touren. Man erfährt alles Wichtige etwa rund um die Themen Ausgangspunkt, Anfahrt, Gehzeit, Weglänge, Höhenunterschied, Anforderungen und Einkehr in kompakter Form. Natur und Berge, landschaftliche Reize, Kultur und die Eigenheiten des Flachgaus können anhand der Touren gut entdeckt werden. Teilweise gibt es auch Exkurse ins Weinviertel.

 

Buch 3

Bruno P. Kremer/Fritz Gosselck: Helgoland. Ein Naturreiseführer, Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2022, ISBN: 978-3-494-01918-5, 19,95 EURO (D)

Helgoland zählt zu den schönsten Naturwundern in der BRD. Die beliebte, küstenfernste Urlaubsinsel ist dreigeteilt und besteht aus der roten Hauptinsel sowie der Düneninsel, getrennt durch die rund 800 m breite Helgoländer Nord- und Südreede. Unter-, Mittel- und Oberland – die sogenannte Drei-Länder-Koalition auf der Hauptinsel – bilden einen landschaftlich hochinteressanten Dreiklang. Bruno P. Kremer und Fritz Gosselck beschreiben in diesem handlichen Naturführer u.a. die Inselgeologie, die Inselflora und -fauna sowie die marine Umwelt Helgolands.

Zu Beginn wird eine geografische Karte Helgolands abgedruckt.

Nach einer längeren Einleitung wird die Inselgeologie vorgestellt. Danach folgt Helgoland marine Umwelt, wo Hydrografie, Gletscherschub, Moränenbildung und Entstehung von Sanderflächen, die Gezeiten und Daten zum Klima behandelt werden.

Weiter geht es der vielfältigen Inselflora mit der Wilden Rübe, Meerkohl oder Klippen-Kohl, Rote Spornblume und Sanddorn. Algen und Tangen werden danach vorgestellt, bevor die Vogelwelt thematisiert wird. Schwerpunkt ist der für die Deutsche Bucht einzigartige Seevogel-Brutfelsen in der Westklippe.

Die Düne steht danach im Mittelpunkt. Eiderenten, die individuenreichen Kolonien von Kegelrobben und Seehunden, das Beobachten von ihnen, mögliche Funde auf einem Strandspaziergang wie Rotalgen, Muscheln und Schnecken und die Brutkolonie der Heringsmöwe werden dort vorgestellt.

Weiterhin werden Anlaufpunkte wie die Biologische Anstalt Helgoland, das Bluehouse Projekt, die Vogelwarte Helgoland, das Museum Helgoland und der Helgoländer Leuchtturm empfohlen.

Danach wird die Inselgeschichte von den ersten Siedlern bis zur Gegenwart vorgestellt.

Im Anhang gibt es noch weiterführende Literatur, den Bildnachweis und ein Register.

Mit Hilfe dieses handlichen Reiseführers können sowohl Kurzurlauber als auch solche mit längerem Aufenthalt das Naturparadies auf Helgoland entdecken. Neben vielfältigen Informationen auch zu Anlaufstellen werden schöne Fotos von Tieren, Pflanzen, Landschaften und Naturschauspielen geboten. Kleines Manko: Das letzte Kapitel zur Geschichte hätte als Grundlage an den Anfang gehört.

Dieses Buch will Möglichkeiten bieten, selbst Entdeckungstouren auf der Insel zu planen, und Geheimtipps zu entdecken. Es bietet abseits der touristisch erschlossenen Ziele und Gebiete mit detaillierten Beschreibungen. Dabei werden Kultur, Natur und Erlebnis gut miteinander kombiniert. Speziell für Familien mit Kindern werden allerdings nur wenige Destinationen vorgestellt.


Buch 4

Heiner Matthes: Omnibusverkehr in Chemnitz. Die Geschichte der Stadtlinien und Fahrzeuge von 1922 bis heute, Sutton, Erfurt 2022, ISBN: 978-3-963-03296-7, 22,99 EURO (D)

Der Stadtomnibusbetrieb in Chemnitz blickt im Jahr 20222 auf sein 100jähriges Bestehen zurück.

Heiner Matthes präsentiert in diesem Buch rund 200 zumeist unveröffentlichte Bilder und Dokumente, die zu einer Reise in die Vergangenheit und Gegenwart der Stadtbusse in Chemnitz einladen.

Zu Beginn gibt es Bildnachweise und ein kurzes Literaturverzeichnis. Danach wird das Anliegen und Konzept des Buches vorgestellt.

Danach werden historische Phasen des Stadtomnibusbetriebes dargestellt. Dies beginnt mit den Gründen für den Einsatz von Stadtomnibussen, obwohl schon ein gut ausgebautes Straßenbahnsystem vorhanden war. Durch viele Eingemeindungen und wegen fehlender Geldmittel des Anschlusses an Straßenbahnen setzte die Stadtverwaltung auf Autobusse. Dazu gibt es Hintergründe zur Inbetriebnahme der ersten städtischen Autolinie 1922.,

In den folgenden Kapitel werden die drastischen Einschränkung der Fahrpläne in der Kriegs- und Nachkriegszeit, dem Aufschwung in den 1970ern, Fuhrparkerweiterungen und Veränderungen nach der Vereinigung der beiden deutschen Staaten geschildert. Zu letzterem gibt es auch in Tabellenform eine Linienübersicht 2020 mit Stationen und ungefähren Linienlängen.

Anschließend gibt es eine Übersicht über wesentliche Fahrzeugtypen vom antiken Stadtlinienbus MAN NOB/4 bis hin zum modernen Stadtlinien-Gelenkbus Mercedes Benz Citaro. Diese werden in einer Abbildung gezeigt, dann gibt es Informationen zum Bestand, zum Baujahr, zur Länge, zum Fahrgastaufkommen und zur Motorenleistung.

Danach folgt eine Stadterkundung mit der Beschreibung der verschiedenen Baulichkeiten auf der Strecke mit der Ringlinie 82. Die Linie umrundet auf einer 14,5 km langen Strecke im 20-Minuten Takt das zentrumsnahe Stadtgebiet und bedient 34 Haltestellen.

In der hinteren Umschlagseite gibt es das Streckennetz von Omnibus und Stadtbahn 2020 zu sehen.

Hier wird gekonnt Verkehrsgeschichte in Chemnitz mit der Stadtgeschichte verbunden. Dazu gibt es gute Liniennetzgrafiken.

Es stehen weniger technische Aspekte im Vordergrund, sondern die Verkehrsentwicklung, die Fahrzeugtypen und die Veränderungen im Stadtbild, was sich auch in den Bildern (Schwarz-weiß und in Farbe) widerspiegelt.

Die seit 1910 privat betriebenen Autobusse werden nicht behandelt, das sie nicht für innerstädtische Verkehrsaufgaben bestimmt waren.

 

Buch 5

Ingo Thiele: Dampfbahnen in Sachsen-Anhalt. Reichsbahndampf und Nostalgiebetrieb in faszinierenden Fotografien zwischen 1970 und 2000, Sutton, Erfurt 2021, ISBN: 978-3-96303-282-0, 19,99 EURO (D)

Im Oktober 1988 endete im heutigen Bundesland Sachsen-Anhalt der reguläre, normalspurige Dampflokeinsatz bei der Deutschen Reichsbahn der DDR. Bahnexperte Ingo Thiele präsentiert rund 180 größtenteils unveröffentlichte faszinierende Fotografien, die den Einsatz der legendären Dampflokomotiven inmitten der Landschaft Sachsen-Anhalts dokumentieren.

Dazu gibt es eine Bilderreise in die Vergangenheit, mit Fotos von verschiedenen Dampflokfreunden aus der Zeit der 1970er Jahre bis in die 1990er Jahre. Sie zeigen zumeist die Maschinen der Baureihen 41, 50.35 und 52.80, die in der Region vom Harz bis in die Altmark bevorzugt eingesetzt wurden. Neben diesen Typen der Baureihen gibt es auch Bilder der Bahnbetriebswerke Halberstadt, Oebisfeld, Sangerhausen, Nordhausen, Güsten, Salzwedel, Stendal und Magdeburg sowie einiger kleinerer Einsatzstellen. Es werden auch offizielle Museumsloks, die bei Plandampfveranstaltungen noch eingesetzt wird, oder alte Fahrpläne gezeigt.

Meist werden vier Bilder auf einer Seite gezeigt, die von kleinen Bildunterschriften begleitet werden.

Dies wird in vier Kapiteln präsentiert. Das Teilstück hinauf nach Blankenheim, wo die Züge einen Höhenunterschied von 100 Metern auf einer Länge von 11 km bewältigen mussten; die Konzentration von vielen Dampfloks rund um das Bw Halberstadt; die Einsätze der Bws Magdeburg, Oebisfelde, Haldensleben, Stendal und Salzwedel von der Magdeburger Börde bis in die Altmark und der östliche Landesteil.

In der vorderen und hinteren Innenseite gibt es Streckenpläne von Sachsen-Anhalt.

Das Buch ist eine Nostalgie-Reise in einer andere Zeit, wo es wenig Hochgeschwindigkeitszüge gab, sondern eine andere Technik, Bahnen, die nach heutigen Standards nicht gerade umweltfreundlich waren, und Bahnhöfe und Streckennetze, sowohl aus DDR-Zeiten und nach der Wende. Es finden sich viele Details sowohl in den Textbeschreibungen als auch auf manchen Abbildungen und zahlreiche Perspektiven auf die Dampfbahnen.








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