Reporter ohne Grenzen ruft zu Protestmails für Aufklärung des Mordes an Daphne Caruana Galizia auf


Bildmontage: HF

19.11.17
KulturKultur, Internationales, Bewegungen 

 

Von ROG

Einen Monat nach dem Mord an der maltesischen Investigativjournalistin Daphne Caruana Galizia gibt es immer noch keine Fortschritte in der Frage, wer für das brutale Verbrechen verantwortlich ist. Reporter ohne Grenzen (ROG) ruft zu Protestmails an Maltas Botschafter in Berlin, Albert Friggieri, auf. Mit der Aktion fordert ROG die maltesischen Behörden zu einer lückenlosen Aufklärung des Mordes an der Journalistin auf. Caruana Galizia wurde am 16. Oktober 2017 durch eine Autobombe in dem Ort Bidnija im Norden Maltas getötet.

Die 53-Jährige war eine bekannte maltesische Investigativjournalistin und Bloggerin, die mehrere Korruptionsaffären in Malta aufdeckte. Sie hatte im vergangenen Jahr unter anderem enthüllt, dass der Energieminister und der Kabinettschef von Maltas Premierminister Joseph Muscat Offshore-Konten in Panama und Trusts in Neuseeland eröffnet hatten (http://t1p.de/y37z). Zwei Wochen vor ihrer Ermordung hatte Caruana Galizia wegen Todesdrohungen Anzeige erstattet.

Vor dem Hintergrund des weitgehenden Fehlens politischer Folgen für die Betroffenen (http://t1p.de/y37z) bleiben Zweifel an den Beteuerungen Muscats, nicht nachzugeben, bis der Tod der Journalistin aufgeklärt sei (http://t1p.de/2ylu).

Caruana Galizia hatte auch berichtet, dass eine in den Panama Papers erwähnte Firma der Frau von Muscat gehöre. Dieser bezeichnete die Darstellung als Lüge (http://t1p.de/2ylu). Der englische Blog der Journalistin hatte oft mehr Leser als die maltesischen Zeitungen, für die Caruana Galizia gelegentlich schrieb (http://t1p.de/tmo5).

Nach einem kritischen Blogpost im Februar 2017 über den Wirtschaftsminister Chris Cardona und seinen Berater wurden allein vier Verleumdungsklagen gegen sie erhoben und über 45.000 Euro auf ihrem Konto eingefroren (http://t1p.de/2edt). Zum Zeitpunkt ihres Todes waren 42 Verleumdungsklagen gegen die Journalistin anhängig (http://t1p.de/2edt).

Diese Woche verabschiedeten Abgeordnete im EU-Parlament eine Resolution, mit der sie ihre Sorge über die Lage der Demokratie und die Unabhängigkeit der Justiz in Malta ausdrücken (http://t1p.de/xn1p).

Sollte die maltesische Regierung ihrer Aufklärungspflicht als EU-Mitgliedsland nicht oder nur unzureichend nachkommen, fordert ROG entschieden eine internationale Untersuchung. ROG plant, die Protestmails dem maltesischen Botschafter im Anschluss in gebündelter Form zu überreichen. An der Protestmail-Aktion können Sie sich unter www.reporter-ohne-grenzen.de/mitmachen/daphne-caruana-galizia/ beteiligen.

 

Auf der Rangliste der Pressefreiheit steht Malta auf Platz 47 von 180 Staaten.







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