Neuerscheinungen Bildband und Kunst

14.04.21
KulturKultur, TopNews 

 

Buchtipps von Michael Lausberg

Buch 1

Philip Ursprung: Joseph Beuys. Kunst. Kapital. Revolution, C. H. Beck, München 2021, ISBN: 978-3-406-75633-7,

Die Kunst von Joseph Beuys war geprägt von Polaritäten und Gegensätzen. Sie wird kontrovers betrachtet, von schroffer Ablehnung bis hin zur uneingeschränkten Bewunderung. Eins ist aber sicher: Beuys lässt niemanden emotional kalt.

Anlässlich des 100. Geburtstages von Beuys erscheint dieses Buch von Philip Ursprung, Professor für Kunst- und Architekturgeschichte des Instituts für Geschichte und Theorie der Architektur (gta) an der ETH Zürich. Dies ist eine „Reise durch sein Werk, als ob es eine Landschaft beziehungsweise eine große Ausstellung wäre. Das räumliche Nebeneinander der Phänomene ist in meiner Darstellung wichtiger als das zeitliche Nacheinander der Ereignisse.“ (S. 12)

Ursprung wählt dabei 24 Zugänge, um Beziehungen innerhalb des Werkes aufzuspüren und Verbindungen mit den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Themen ihrer Zeit aufzuspüren. Diese sind chronologisch geordnet. Seine These lautet, dass in den 1970er Jahren und 1980er Jahren in ganz Europa „eine Art Machtvakuum bestand, innerhalb dessen die Kultur vorübergehend eine große Handlungsmöglichkeit und Hebelwirkung erhielt. In dieser Phase (…) sah es so aus, als ob (…) die Kunst für einen kurzen Moment die Chance hätte, auf den Lauf der Geschichte Einfluss zu nehmen. Beuys nutzte diese Chance und scheute sich nicht vor Konfrontationen.“ (S. 24)

Folgende Fragen stehen dabei im Mittelpunkt:

Welche Aspekte seines Werkes und seines Images als Künstler sind heute noch relevant?

Welche Kapitel sind geschlossen, welche Fragen gelöst?

Was bleibt von den Aktionen, wenn ihr Urheber nicht mehr da ist?

Wie verändert sich die Wirkung von Werken, die vom Ort, für die er sie eingerichtet hat, umziehen?

Was geschieht, wenn ein Künstler, der während Jahrzehnten schulbildend und der Inbegriff der Gegenwartskunst war, zu einem Teil der Kunstgeschichte wird?

Im Anhang findet man noch eine Zeittafel, die Anmerkungen, ein Literaturverzeichnis, den Bildnachweis und ein Personenregister.

Die Herangehensweise in Form von 24 Tableaus ist eher verwirrend und unzusammenhängend. Dagegen werden historische, gesellschaftliche und politische Aspekte in dem Buch zu Recht mit Beuys Kunst in Verbindung gestellt. Ursprungs Kritik, die Fixierung des Werkes von der Biografie zu lösen, nur zum Teil berechtigt.

Die Auseinandersetzung mit der Biografie von Hans Peter Riegel, in der dieser Beuys‘ fehlende Distanz zu rechtem Gedankengut vorwarf, erfolgt zwar kurz. Der Autor verwirft dies und sieht „in seinen Werken und Äußerungen nicht das geringste Anzeichen einer völkischen oder neurechten Haltung.“ (S. 21)

Warum Beuys in seinem persönlichen Umfeld intensiven Kontakt und Austausch mit ehemaligen Nationalsozialisten, völkischen Nationalisten, Holocaustleugnern und Vertretern des rechten Flügels der Anthroposophie pflegte, die ihre Denkmuster zum Teil offensiv und öffentlich vertraten, wird nicht beantwortet.

Insgesamt gesehen gibt es bessere Werke, um sich mit der Person Beuys, seinem Stil und seinen Werken auseinanderzusetzen.


Buch 2

Michael Sobottka: Berlin. Farbdias aus den 40ern, Sutton, Erfurt 2021, ISBN: 978-3-96303-256-1, 29,99 EURO (D)

Michael Sobottka, Sammler historischer Farbdias und Autor von zahlreichen Bildbänden zur Berliner Stadtgeschichte, zeigt in diesem Band rund 160 bislang unveröffentlichte Bilder aus den 1940er Jahren. Dies sind Farbdias, die von Amateuren mit dem ab 1936 zugänglichen Agfa-color-Neu-Farbfilm aufgenommen wurden. Sie wurden nach dem HDR-Verfahren digitalisiert.

Die Bilder sind nach Themenbereichen geordnet, großformatig bis hin zu einer Doppelseite zu sehen. Dazu gibt es einen kleinen Text mit Beschreibung des Ortes, der Situation und historische Hintergründe.

Im ersten Kapitel geht es um das historische Ursprungsgebiet Berlin. Zu sehen ist zum Beispiel die Fischerinsel, wo die Hakenkreuzfahne und der Hinweis „Zum öffentlichen Luftschutzraum“ Diktatur und Krieg andeuten. Danach gibt es Aufnahmen der Gegend von der Siegessäule bis zum Stadtschloss. Zu sehen ist das alte Hotel Adlon, die Beflaggung der Straße Unter den Linden mit Hakenkreuzfahnen anlässlich des Besuchs des jugoslawischen Prinzregenten und seiner Frau oder die Alte Reichskanzlei.

Weiter geht es mit Bildern rund um das Stadtschloss aus dem Jahre 1942. Dort gibt es kaum noch Autoverkehr, es herrscht ein fast freier Blick auf den Neptunbrunnen, Monumente wie die Reiterstatue des Kaisers oder Siegestrophäen. Es folgen Bilder aus dem Alltag wie das Treiben auf der Rosenthalerstraße in Mitte, der Friedrich-Wilhelm-Platz in Friedenau, Litfaßsäulen mit Werbeplakaten, Impressionen aus Steglitz oder das Columbushaus.

Es folgen Bilder im Winter, wo Skilanglauf im Tiergarten betrieben wird, Bauarbeiten am Potsdamer Platz ablaufen oder in der Gartenstadt Neu-Tempelhof Kinder spielen. Sport in Berlin steht dann im Mittelpunkt: Radrennen rund um Berlin oder ein Sportwettkampf des BDM werden dort gezeigt.

Freizeit und Erholung beinhalten Bilder aus dem Strandbad Wannsee, dem Grunewaldsee oder dem Schilddorn-Restaurant an der Havel. Der Idylle folgen Bilder aus dem Krieg. Die Folgen des ersten britischen Luftangriffs auf Berlin 1941, die Evakuierung von Kindern mit dem Schiff aus Berlin in andere Teile, das alltägliche Leben in Kriegszeiten und die Verkleidung von Denkmälern mit Brettern zum Schutz vor Bombenschäden sind dort zu sehen. Einige Impressionen von Berlin nach dem Krieg wie Überreste der Schlacht um Berlin wie Panzer, die Zerstörungen am Potsdamer Platz, aber auch ein Zirkus und Rummel vor dem zerstörten Berliner Dom 1946 runden den Band ab.

Dies ist ein breit gefächertes Panorama vom Stadt- und Machtzentrum bis hin zur Peripherie und dem Alltagsleben eines prägenden Jahrzehnts der Berliner, der deutschen und auch der Weltgeschichte. Es bietet authentische Einblicke in eine heute etwas fremd anmutende Welt, wo meistens Glanz des alten Berlins vor den Kriegsschäden zu sehen ist. Leider gibt es keine Aufnahmen um die Schlacht um Berlin oder mehr Aufnahmen nach dem Ende des 2. Weltkrieges, die die zerstörerischen Ausmaße des Krieges für die Bevölkerung und des Stadtbildes veranschaulichen.


Buch 3

Heike Beutel/Anna Barbara Hagin (Hrsg.): Trude Herr. Ein Leben, Emons, Köln 2021, ISBN: 978-3-740-81105-1, 25 EURO (D)

Trude Herr führte ein turbulentes Leben, hat jedoch ihr Innerstes unter dem Deckmantel der Ulknudel versteckt. Um zu verstehen, wer die Person Trude Herr wirklich war, haben die Herausgeberinnen 20 ihrer zahlreichen Wegbegleiter interviewt, wo diese von ihren Begegnungen mit Trude Herr erzählten. So entstand über einen langen Zeitraum ein Mosaik von Stimmen, Eindrücken und den zahlreichen Facetten Herrs. Dies wird mit über 150 Bildern präsentiert.

Die Wegbegleiter erzählen in längeren und kürzeren Kapiteln ihre Sicht auf Trude Herr und ihre Begegnungen mit ihr. Zitate werden hervorgehoben, es sind auch passende Bilder dazu zu sehen. Die Charakterisierung ihrer Person fällt dabei unterschiedlich aus. Otto Hofner wollte sie „ihr eigener Herr sein, das ist das ganze Geheimnis.“ (S. 47) Wilhelm Hirschmann bemerkt: „Trude war ein einsamer Mensch. Sie war immer auf der Suche. Immer wollte sie Neues ausprobieren, vielleicht auch besser machen.“ (S. 85)

Ekkehard Meister hebt dagegen ihr Janusgesicht hervor: „Ich habe selten einen so zwiegespaltenen Menschen kennengelernt wie Trude. Sie konnte herzensgut sein. Aber im Handumdrehen konnte sie böse, wie vom Teufel geritten sein.“ (S. 126) Herbert Meurer betont: „In ihrem Privatleben war Trude immer auf der Suche nach Liebe und sie fand sie nirgendwo. Daran ist sie meines Erachtens gestorben. Sie wandte sich immer an die falschen Leute und wurde von den Falschen verführt und ausgenutzt.“ (S. 154)

Im Anhang findet man noch Kurzbiografien der Gesprächspartner, die Lebensdaten von Trude Herr und ein Werkverzeichnis.

Die Einschätzungen der Herausgeberinnen, dass Trude Herr ihren Weg „eigenwillig, extrem und unabhängig“ ging und sie ein völlig anderes Frauenbild entgegen bürgerlicher Werte und Moralvorstellungen vertrat, treffen zu. Ob „Grenzüberschreitung (…) ihr Lebensprinzip“ war, müssen die Leser selbst beurteilen. (S. 13)

Hier steht der Mensch Trude Herr, der natürlich nicht losgelöst von ihren Berufen gesehen werden kann, im Mittelpunkt. Die Herangehensweise ist gelungen: Ein endgültiges Bild wird bewusst nicht entworfen, sondern viele Meinungen aus der Retrospektive eingeholt, deren teilweise Ambivalenz einkalkuliert wird. Der Leser hat so die Möglichkeit, sich ein eigenes Bild zu machen. Dabei sollten jedoch nicht nur Meinungen von außen eine Rolle spielen, sondern auch Selbstzeugnisse von Trude Herr.


Buch 4

Barbara Schock-Werner: Abtei Brauweiler. Fotografiert von Florian Monheim, Greven, Köln 2019, ISBN: 978-3-7743-0900-5, 28 EURO (D)

Die ehemalige Benediktinerabtei Brauweiler mit ihrer tausendjährigen Geschichte bieten ein reichhaltiges architektonisches und künstlerisches Erbe. Dieser Band dokumentiert dies in Wort und Bild. Die ehemalige Kölner Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner ist für den Text verantwortlich, der Architekturfotograf Florian Monheim für die Visualisierung.

Nach einem Geleitwort wird die Klostergründung, der Bau der ersten Kirche, der Bau der zweiten Kirche durch Königin Richeza im 11. Jahrhundert beschrieben. Danach werden die am Westturm angebrachten Muldennischenreliefs, vor allem Apostel- und Tierkreiszeichenbilder, detaillierter vorgestellt.

Es folgt der Bau der dritten Kirche ab 1136. Der Westbau wurde umgestaltet und es entstand eine dreiteilige Turmgruppe mit Uneinheitlichkeit der romanischen Formen. Das Westportal, das Langhaus, der spätromanische Chorneubau mit mehrgeschossigen Apsiden und die Ostansicht, der Chorinnenraum und die Stifterfiguren werden abgebildet und in einen kunstgeschichtlichen Zusammenhang gebracht. Die romanische Ausstattung der Chorschranken, die Marienrtabel, das Stiftergrab von Ezzo und Mathilde, die Skulptur des heiligen Nikolaus, sein Deckelbecher aus Nussbaumholz sowie die Veränderungen am Kirchenbau ab 1220 kommen dann zur Sprache.

Die hölzerne Reliquienbüste der heiligen Anna, der Michaelsaltar, der Antoniusaltar und andere Einrichtungen im 16. Jahrhundert folgen dann. Die barocke Umgestaltung der Kirche um 1650 mit dem Grupello-Kruzefix, dem Chorgestühl und den Grabplatten von Äbten stehen dann im Mittelpunkt. Die Zeit nach der Aufhebung des Klosters 1802 und die verschiedenen Arten der Nutzung und die Veränderungen des mittelalterlichen Klostergebäudes werden dann präsentiert.

Spätromanische Kapitelle vom „Samsonmeisters“, einem der angesehenen Bildhauer im Rheinland seiner Zeit, der Skulpturgruppen schuf, wird dann thematisiert. Der Mittelbau im westlichen Kreuzgang wurde in der Barockzeit entscheidend verändert, er erhielt eine prachtvolle Ausstattung, darunter ein Saale mit dem Porträt aller Äbte. Außerdem errichtete der Baumeister Nikolaus Lauxen eine neue Prälatur. Dies wird im nächsten Kapitel ausgeführt. Die Nutzung des Komplexes nach dem Ende des klösterlichen Lebens bis in die Gegenwart als Kulturzentrum rundet das Buch ab.

Im Anhang gibt es noch eine Literaturauswahl, ein Register fehlt.

Kirche und Klostergebäude haben reichen plastischen Schmuck aus mehreren Jahrhunderten erhalten. Die an der Außenseite der Westturmanlage vorhandenen Reliefs der zwölf Tierkreiszeichen, der zwölf Apostel und als deren Mittelpunkt der auferstandene Christus werden von dem Fotografen gekonnt in Szene gesetzt. Es gibt eine gute Mischung zwischen weiten darstellenden Bildern und detailreichen, die Architektur und Kunst der jeweiligen Bauphase und Stil hervorheben.

Die Baugeschichte der Abtei wird in Grundzügen beschrieben, wobei das liturgische Leben eher eine Nebenrolle spielt. Dies hätte noch etwas ausführlicher sein können, während kunstgeschichtlich ein fundierter Einblick gegeben wird. Informationen zur Möglichkeit der Besichtigung bzw. Führungen fehlen leider.


Buch 5

Bunt, sozial, brutal. Architektur der 1970er Jahre in Österreich. Fotografiert von Stefan Oláh, Verlag Anton Pustet, Salzburg 2019, ISBN: 978-3-792-50934-7, 35 EURO (D)

In dieser Publikation geht es um die ambivalente Architektur in Österreich in den 1970er Jahren. Dies sind rund achtzig Fotografien von über 30 Bauwerken in allen Regionen in Österreich.

Dabei wird nicht der Anspruch erhoben, einen „unerschütterlichen Kanon“ zu präsentieren, sondern eine subjektive Auswahl, die sich nach Bautypen gliedert und dem Kriterium, ob sich das jeweilige Gebäude, noch in seiner ursprünglichen künstlerischen Intention abbilden ließ. Für die Auswahl der Gebäude sind Martina-Griesser-Stermscheg, Sebastian Hackenschmidt, Stefan Oláh, Gabriele Lenz, Angelika Fitz, Ulrich Huhs und Wolfgang Balcher verantwortlich. Stefan Oláh für die Visualisierung.

Zu Beginn gibt es ein Essay von Christian Reder mit einer Rückschau über die 1970er Jahre, die er mit seinem eigenen Werdegang und gesellschaftlichen Umbrüchen verknüpft.

Im Bereich Soziales und Partizipatives Wohnen wird der Karl-Wrba-Hof, die Wohnhausanlage Inzersdorfer Straße in Wien, die Terrassenhaussiedlung St. Peter in Graz und das Projekt Wohnen Morgen in Hollabrunn vorgestellt. In der Rubrik Privates Wohnen und Lifestyle das Haus Wittmann in Niederösterreich, die Wohnung Klobucar in Wien, das Einfamilienhaus Partykeller ebenfalls in Wien. Es folgen Kulturbauten, Bildungseinrichtungen und Kirchen wie das Brucknerhaus in Linz, das Kongresshaus in Bad Gastein, das Juridicum in Wien und die beiden Wiener Sakralbauten Wotrubakirche und Kirche am Schöpfweg.

Bankgebäude, Bürogebäude und Rechenzentren wie das „Domenig-Haus“ in Wien, das Rechenzentrum Wien, die Zentrale des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger in Wien, das Verwaltungsgebäude der Oberösterreichischen Versicherung in Linz und das ebenfalls in Linz gebaute Verwaltungsgebäude der Sparkasse werden ebenfalls behandelt.

Exterritoriale Bauten in und aus Österreich wie die Botschaft der Republik Kugelnugel in Niederösterreich, die Wiener UNO-City- Vienna International Center oder die Österreichische Botschaft in Brasilia kommen dann zur Sprache. Technische Bauten und Verkehrsbauten wie die Erdefunkstelle Aflanz in der Steiermark, die Kugelbauten am Kreuzkogel, die Lüftungs- und Schachtkopfbauten des Arlberg-Tunnels, die Hollenburger Brücke, die Kölnbreinsperre, die Perlmoser Zementwerke, der Wiener Franz-Josefs-Bahnhof und die U1 in Wien ebenfalls. Den Abschluss bildet die Rubrik Bauen im Bestand wie das Landesmuseum Eisenstadt, das Schuhhaus Wimmer und Pelzmoden Peter Hirsch in Wien oder die Glasfenster im Stiegeraufgang des Museums für angewandte Kunst in Wien.

Die einzelnen Gebäude werden chronologisch nach dem Baujahr sortiert. Die Fotografien sind Außen- und Innenaufnahmen und fangen die typischen Merkmale der Architektur der 1970er Jahre ein. Dabei wird immer auch der Architekt genannt.

Am Ende erscheint der schon 1982 veröffentlichte Text von Friedrich Achleitner, eine Rückschau auf die Architektur der Dekade, gegliedert nach den neun österreichischen Bundesländern- Dazu gibt es noch einen Nachtrag über die wichtigsten österreichischen Architektinnen der 1970er Jahre.

Im Anhang findet man noch ein Namensregister und Kurzbiografien der am Buch Mitwirkenden.

Dies ist eine allgemeine Zusammenstellung mit dokumentarischem Charakter zur Architekturlandschaft in Österreich in den 1970er Jahren, deren Stile heute kontrovers diskutiert werden. Wien und die nähere Umgebung bilden einen Schwerpunkt.

Gut ist, dass dies mit gesellschaftlichen Entwicklungen verknüpft wird. Einen besseren Überblick zu den Bauwerken hätte man bekommen, wenn die Werkbeschreibungen nicht zu Anfang abgedruckt wären, sondern passend zu den Bildern.

Adressen, Lageplan des Bauwerks in seiner unmittelbaren Umgebung weitere Informationen zum Entwurf oder Quadratmeter fehlen leider. Dagegen sind die Bilder großformatig und von guter Qualität.


Buch 6

Matthew Rye (Hrsg.): 1001 Klassik-Alben, die sich hören sollten, bevor das Leben vorbei ist, 2. aktualisierte Neuausgabe, Edition Olms, Zürich 2020, ISBN: 978-3-283-01309-7, 35 EURO (D)

35 Musiker oder Musik-Kritiker stellen in diesem Buch ein breites Spektrum von Musikaufnahmen mit ca. 800 Abbildungen vor. Von den Gregorianischen Gesängen des Mittelalters (vor 1400), den Madrigalen und der überwiegend weltlichen Musik der Renaissance (1400–1600), der komplexen Barockmusik (1600–1750), der wohlstrukturierten Musik der klassischen Periode (1750–1820), den emotionsgeladenen Kompositionen der Romantik (1820–1900), bis zu den innovativen und teils herausfordernden Werken des 20. und 21. Jahrhunderts sind alle Musikströmungen vertreten. Neben den Aufnahmen gibt es auch Informationen zu den Komponisten, Dirigenten und wichtigsten Musikern. Dies ist die zweite aktualisierte Auflage des Buches nach der Erstauflage aus dem Jahre 2008.

Nach einem Vorwort, einer Einführung und einem Titelverzeichnis beginnt die chronologische Vorstellung der Klassik-Alben.

Es gibt unter dem Namen des Albums und der Entstehungszeit immer eine Tabelle mit Informationen zu Genre, Dirigent bzw. Instrument, Interpreten, Jahr der Aufnahme und das Label. Bei einigen gibt es noch eine Abbildung des Albums bzw. des Künstlers, ein Zitat des Komponisten oder des Interpreten und andere empfehlenswerte Aufnahmen.

Nach den Alben gibt es noch ein Glossar, um benutzte Fachausdrücke nachzuschlagen, ein Verzeichnis der Komponisten, Informationen über die Vita der 35 Autoren und einen Bildnachweis.

Dieses Werk ist eine Reise quer durch die Welt der klassischen Musik, das sich durch einen weiten zeitlichen Bogen auszeichnet. Die Auswahl ist natürlich subjektiv und ein wenig angelsächsisch gefärbt, trotz des Mitwirkens von 35 beteiligten Personen. Es hat eine kleine Schriftgröße, die bei der Einführung und beim Verzeichnis der Komponisten etwas Schwierigkeiten macht, was wohl dem Umfang geschuldet ist. Als Einführungsband ist es vor allem zu empfehlen.















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