Für Frieden, Freiheit und Menschlichkeit - Gegen die Kriegspolitik der Türkei (NATO-Partner) im Nahen und Mittleren Osten


Bildmontage: HF

22.01.18
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Von NAV-YÊK

Der türkische Staatspräsident Erdogan verkündete lautstark, dass er in wenigen Tagen seine “südliche Grenze vom Terror säubern” wolle. Schnell ist klar, dass mit der „südlichen Grenze“ der Norden Syriens/Rojava gemeint ist. Doch wer nun glaubt, dass die Türkei den IS oder andere islamistische Gruppierungen an dieser Grenze „säubern“ will, der liegt weit daneben. Im Gegenteil, die Türkei und ihr Staatspräsident haben nämlich genau die Kräfte im Visier, die seit Jahren mit Unterstützung der Internationalen Koalition an vorderster Front in Syrien den Kampf gegen den IS und andere Islamisten führen.

Ziel der militärischen Operation „Olivenzweig) ist der Kanton Efrîn/Afrin im Norden Syriens. Efrîn/Afrin gehört zur Demokratischen Föderation Nordsyrien (Rojava) und ist mehrheitlich kurdisch bevölkert – eine größere Gemeinde unserer êzîdischen Geschwister ist auch ein Teil dieser Bevölkerung. Gerade für uns Êzîden ist Êfrîn/Afrin eine Region die bisher einen entsprechenden Schutz gewährleistet und somit weitere versuche von Massakern durch den IS und andere Islamisten, die nur darauf aus sind ihren versuchten Völkermord von ?engal fortzuführen, verhindert hat.  Die Region des Kantons Efrîn/Afrin wird nach den Prinzipien der Demokratischen Autonomie basisdemokratisch verwaltet. Die Frauenbefreiung und ein ökologisches Bewusstsein gehören zu den Grundprinzipien dieses Verwaltungsmodells – auch wir als êzîdische Gemeinschaft sind ein Teil dieses basisdemokratischen Gesellschaftsmodells. Verteidigt wird der Kanton im äußersten Nordwesten Syriens von den Volks- und Frauenverteidigungseinheiten (YPG&YPJ), die zugleich zu den schlagfertigsten Einheiten im Kampf gegen islamistische Gruppen in Syrien gehören und maßgeblich an der Befreiung von Orten wie Kobanê, ?engal und Rakka vom IS-Terror beteiligt waren – sie haben in ihren Befreiungsaktionen tausende von êzîdischen Frauen und Kinder aus der Gefangenschaft des IS befreit und deren Familien übergeben.

Der sogenannte „Kampf gegen Terror“ dient der Türkei als Legitimationsmittel für ihr mörderisches Vorgehen in Nord-Syrien und den gesamten Nahen Osten. Es gibt unzählige Beweise, dass der türkische Staat der Beschützer der terroristischen Organisationen u.a. wie der IS und weiterer terroristischer Milizen und Organisationen agiert und mit denen für ihre Machenschaften zusammenarbeitet - u.a. in Form von militärischer Ausbildung, Rückzugsort und Waffenlieferungen.

Doch ausgerechnet in Deutschland erfährt das AKP-Regime Rückhalt für ihre êzîden-/kurdenfeindliche Politik. So ist seit dem Frühjahr des vergangenen Jahres das Zeigen der Fahnen der YPG, YPJ und neuerdings auch der YB?/Êzîdische Schutz-/und Verteidigungseinheiten (vor allem in Hannover) in Deutschland faktisch verboten. In den letzten Monaten zogen die Repressionen gegen kurdische Aktivisten in Deutschland auf Wunsch Ankaras nochmals an. Seither stehen neben Fahnenverboten auch Demonstrationsverbote und Haus- und Vereinsdurchsuchungen auf der Tagesordnung. Bundesaußenminister Gabriel stellte gar im Gegenzug für die Haftentlassung von Deniz Yücel weitere Rüstungsexporte für Ankara in Aussicht, die das AKP-Regime innerhalb und außerhalb ihrer Staatsgrenzen in ihrem Krieg gegen die Kurden einsetzen könnte.

Wir rufen die internationale Gemeinschaft, die Vereinten Nationen, die USA, Russland, internationale Menschenrechtsorganisationen und die Zivilgesellschaft dazu auf, sofort Schritte einzuleiten, um die Aggression des türkischen Staates zu stoppen und zu verhindern, dass dieser weiterhin den Frieden und die Sicherheit im Nahen Osten, durch die anhaltende Verletzung des internationalen Rechts, bedroht.

Wir, verurteilen diese eklatanten Angriffe, bei dem Dutzende Zivilistinnen getötet und verletzt wurden und werden. Wir rufen die in der BRD lebenden Êzîd*innen/Kurd*innen sowie allen Freundinnen und Freunde des Friedens und der Menschlichkeit auf, ihre Stimme gegen die türkische Aggression in Rojava und Nord-Syrien zu erheben und von ihrem friedlichen und demokratischen Recht Gebrauch zu machen. Schluss mit der türkischen Aggression in Rojava und Nord-Syrien!

Schluss mit der êzîden-/kurdenfeindlichen Politik der Türkei! Türkisches Militär raus aus Syrien und dem Irak!

Hoch lebe der Widerstand für Frieden, Freiheit und Geschwisterlichkeit!

Niemand kann alles, aber jeder kann etwas tun. Die Situation der Êziîd*innen und der anderen Bevölkerung in Efrîn darf nicht übersehen werden, ihr Ruf nach Frieden, Freiheit und Menschlichkeit darf nicht überhört werden, Unsere Stimme sollten wir ALLE für sie und ihre Selbstverwaltungs- und Selbstverteidigung erheben. Machen Sie mit bei u.a.:

Ø  der Teilnahme an den Demonstrationen und Kundgebungen, überall Aufmerksamkeit und Öffentlichkeit schaffen sowie ausüben des diplomatischen Drucks auf Politiker und NGO´s

Gelebte Menschlichkeit und Solidarität führt zur Verteidigung und zum Schutz der Werte unserer Menschheit



Leserbrief von A.Holberg - 23-01-18 14:34




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