EU-Parlament verabschiedet Resolution gegen Kinderarbeit auf Kakaoplantagen

14.03.12
InternationalesInternationales, Wirtschaft, Politik 

 

von SÜDWIND e.V. - Institut für Ökonomie und Ökumene
 
Das Europäische Parlament hat heute eine Resolution verabschiedet, in der Maßnahmen gegen Kinderarbeit auf Kakaoplantagen gefordert werden. Das Europäische Parlament prangert darin die Verletzung der Menschenrechte im Kakaoanbau an und schlägt konkrete Maßnahmen vor, um die Missstände zu beheben.

VOICE, das Netzwerk europäischer Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften im Kakaosektor begrüßt die Resolution, fordert aber darüber hinaus rechtlich bindende Vorgaben, die nicht nur Regierungen zum Handeln verpflichten, sondern auch Unternehmen.

Vor mehr als zehn Jahren wurde in den Vereinigten Staaten das Harkin-Engels-Protokoll unterzeichnet. Darin versprachen Regierungen sowie Unternehmen aus der Kakao-und Schokoladenindustrie die Abschaffung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit bis zum Jahr 2005.

Doch in den Anbaugebieten hat sich seitdem wenig verbessert. Daher ist es nur folgerichtig, dass die Europäische Union die vollständige Umsetzung des Harkin-Engels Protokolls fordert: „Das Europäische Parlament verurteilt nachdrücklich die Kinderarbeit auf den Kakaofarmen.“

Die Resolution ruft die Staaten dazu auf, die UN-Kinderrechtskonvention sowie die ILO-Konventionen zu Mindestalter (138) und den schlimmsten Formen von Kinderarbeit (182) zu ratifizieren und umzusetzen. Zudem drängt die EU die Kakao anbauenden Länder, ihre Einwohner für die Probleme rund um den Einsatz von Kinderarbeit in der Kakaoproduktion zu sensibilisieren.

Die Resolution fordert, dass in Handelsabkommen der EU mit anderen Staaten oder Regionen Maßnahmen zur Reduzierung der Armut und die Schaffung menschenwürdiger Arbeitsverhältnisse aufgenommen werden. Zudem sollen juristisch bindende Klauseln über Menschenrechte sowie Sozial-und Umweltstandards und deren Umsetzung – inklusive Maßnahmen für den Fall der Verletzung der Vorgaben – Bestandteil der Handelsabkommen werden.

Weitere dringend notwendige Bestimmungen werden in der Resolution jedoch nicht mit der notwendigen Klarheit behandelt. Die vorgeschlagenen Aktivitäten zielen größtenteils auf Regierungen ab.

Notwendig sind aber auch juristisch bindende Maßnahmen für die anderen Beteiligten an der Wertschöpfungskette, insbesondere für Kakao importierende und verarbeitende Unternehmen.

Nachdem es in den letzten zehn Jahren nicht gelungen ist, die Industrie mit freiwilligen Maßnahmen dazu zu bewegen, die Verantwortung für dringend notwendige Reformen im Kakaosektor zu übernehmen, sollte die EU mit gesetzlichen Vorgaben sicherstellen, dass die Unternehmen Mindeststandards einhalten und ihre Sorgfaltspflicht für die Wertschöpfungskette anerkennen. Bei Missachtung grundlegender Rechtsnormen müssen die Unternehmen haftbar gemacht werden können. Nur so kann ein ethisch vertretbarer und nachhaltiger Kakaoanbau durchgesetzt werden.

VOICE, die europäische Koalition von Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften, unterstützt trotz der genannten Mängel die Bemühungen des Europäischen Parlamentes. VOICE wird genau verfolgen, wie das Harkin-Engel-Protokoll nach der heutigen Annahme der Resolution umgesetzt wird und darüber hinaus juristisch bindende Vorgaben für die Unternehmen der Wertschöpfungskette von Schokolade einfordern.

www.suedwind-institut.de

 

  


VON: SÜDWIND E.V.






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