"Kartoffeln haben wir immer"
Buchbesprechung von Bernhard Clasen



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29.05.10
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Buchbesprechung von Bernhard Clasen
 
„Kartoffeln haben wir immer - Überleben in Russland zwischen Supermarkt und Datscha“ von Kai Ehlers

Nein, zu sicheren Finanzanlagen könne er keinen Tipp abgeben, eigentlich, so ein deutscher Manager, den Kai Ehlers in seinem soeben erschienenen Buch „Kartoffeln haben wir immer“ zitiert, könne er lediglich empfehlen, sich einen Garten zuzulegen.

Wesentlich ernster nimmt da Kai Ehlers schon einen Moskauer Taxi-Fahrer, der ihm auf die Frage, wie es denn so um die Dinge bestellt sei, beruhigt zur Antwort gibt: „Na ja, Kartoffeln haben wir jedenfalls immer“. Und der Mann hat mit seiner schlagfertigen Antwort nicht nur den Nagel auf den Kopf getroffen, wie man sich in Russland heute zwischen Supermarkt und Datscha fühlt, er hat auch gleich noch obendrein den Titel für das neue Buch von Kai Ehlers geliefert, der sich in diesem wieder einmal mit der Transformationsgesellschaft Russland beschäftigt. Ehlers schildert nicht nur, wie sich das Leben in der postsowjetischen Gesellschaft unter den Bedingungen und den Folgen einer neoliberalen Wirtschaftspolitik darstellt, er beschreibt auch die russischen Besonderheiten, die die Krise in vielen Bereichen abmildern, wirft einen Blick in die Zukunft und stellt Überlegungen an, ob man nicht auch im Westen Russland in einigen Dingen etwas abschauen könnte.

Ehlers hat überhaupt nicht den Anspruch, Licht in den Dschungel der Russland-Statistiken zu bringen. Doch seine Zahlen versteht man auch ohne Studium der Wirtschaftswissenschaften, sind sie doch aus dem Alltag der Menschen in Moskau und der Provinz. Zu Wort kommen in seinem Buch die Menschen, die in Russland leben, dort arbeiten und an ihren bescheidenen Möglichkeiten arbeiten, die Gesellschaft etwas zu verändern. Kaffeesatzlesen im Kreml überlässt er anderen.

Wo der Rubel nicht rollt ……………………………….

Putin, so der von Ehlers zitierte linke Kritiker Boris Kagarlitzkij, habe Glück gehabt, sein 2004 eingerichteter Stabilitätsfonds sei dank steil ansteigender Ölpreise auf 88,52 Euro angeschwellt, die Währungsreserven hatten gar ein Rekordniveau von 289,79 Milliarden Euro erreicht. Bei diesen Reserven fiel zunächst gar nicht so auf, was geplant war und betrieben wurde: die Privatisierung und Monetarisierung kommunaler und sozialer Leistungen. Vergünstigungen beispielsweise, die Rentnern im Öffentlichen Nahverkehr oder Studenten bei der Ausbildung zugestanden hatten, wurden im Rahmen der „Monetarisierung“ in Geld umgerechnet und damit aber auch der Inflation unterworfen. Bei explodierenden Kosten für Wohnungen, Telefon, ÖPNV, medizinischer Versorgung und Bildung etc. wurde der Druck der Marktwirtschaft auf eine durchschnittliche russische Familie immer größer und verbaute ihnen die Möglichkeit, ihre finanzielle Situation zu verbessern.

Dass die meisten Bewohner Russlands die Wohnungen, die sie bewohnten, im Rahmen der Privatisierung vom Staat praktisch geschenkt bekamen, klingt zunächst verlockend. Allerdings, so Ehlers Gesprächspartnerin Ludmilla Alexejewa, wurde diese Privatisierung zu einer Form der Ausraubung der Bevölkerung. Denn kaum waren die bisherigen Bewohner zu Besitzern erklärt worden, mussten nun auch sie selbst die notwendigen Sanierungen an Kanalisation, Kommunikationsanlagen etc. aus der eigenen Tasche bezahlen. Und wer das nicht kann, müsse sie an eine dubiose Firma verpfänden. Mit dem Untergang der Sowjetunion seien auch die Wirtschaft und das soziale System zugrundegegangen. Beim Aufbau einer demokratischen Gesellschaft, so Alexejewa, habe man nicht bedacht, gleichzeitig ein System der sozialen Sicherung zu entwickeln.

Kern der Entwicklung ist für den Historiker Vadim Damiér die weiter auseinandergehende Schere zwischen Reichen und Armen. Die Spaltung in die herrschende oligarchische Schicht und den Rest der Gesellschaft, deren Einkommen durch Preissteigerungen und Inflation aufgefressen werde, nehme in einer Weise zu, dass keine Familie mehr existieren könnte, in der nicht Mann und Frau arbeiteten. Für die Wohnungsfrage oder die Agrarfrage gebe es keine Lösung, die weitere „Entbürokratisierung“, sprich Privatisierung der Wirtschaft, tue ein übriges. Von einem Neuansatz in der Sozialpolitik, so Damiér, könne keine Rede sein.

Für die Bevölkerung bedeutet die Krise den Wegfall von angeblich „überflüssigen“ Arbeitsplätzen, Lohnkürzungen, verspätete Lohnzahlungen, steigende Kosten für Strom, Gas, Wasser, etc. Wer sich in den Boomjahren leichtsinnig verschuldet hatte, gerät unter enormen Druck.

Während vielerorts Arbeiter auf die Auszahlung ihrer Löhne warten, werden Oligarchen wie Oleg Deripaska mit riesigen Summen aus dem russischen Stabilitätsfonds unterstützt.

Leidtragender dieser Entwicklung ist auch die vielgerühmte „russische Seele“. Das „Wir-Gefühl“ macht immer mehr einer Ellenbogenmentalität und Egoismus, Profit und Konsum, Platz, die Tradition der gegenseitigen Unterstützung und Hilfe schwindet dahin.

Und trotzdem, so Ehlers verwundert, sei von Panik oder Zukunftsangst, wie man sie von der Finanzkrise im Westen kenne, bei den Menschen in den unteren Schichten wenig zu erkennen.

Wer Moskau das letzte Mal zu Sowjetzeiten gesehen hat, glaubt seinen Augen nicht zu trauen. Die Konzentration des Reichtums ist überwältigend. Doch auch die Preise sind dort mindestens so hoch wie im Westen.

Ehler braucht nicht viele Zahlen zu nennen, um klar zu machen, was Russlands neoliberale Wirtschaftspolitik in Verbindung mit der Finanzkrise für die Menschen konkret bedeutet.

Wer sein ganzes Leben als Arzt, Lehrerin oder auch in handwerklichen Berufen gearbeitet hat, erhält in Moskau eine Rente, die zwischen 3000 und 6000 Rubel, also 75 und 150 Euros liegt. Angesichts der Preise, die sich nicht wesentlich von denen in Deutschland unterscheiden, lebt jeder Rentner, der nicht von seinen bzw. ihren Kindern unterstützt wird, am Existenzminimum. Im Moskauer Supermarkt „Aschan“ kostet ein kleiner Kopf Salat umgerechnet 1 Euro, ein Minikäse 3 Euro. In dem Provinzort Tarussa kostet ein Kilo Fleisch 7 Euro, ein paar Schuhe hundert Euro. Die Gesundheitsversorgung ist zwar nach wie vor kostenlos, doch wer mehr braucht als lebenserhaltende „Erste Hilfe“, muss für Operationen, Zahnersatz, Prothesen und die Versorgung im Krankenhaus aus der eigenen Tasche bezahlen. Und wer am Wochenende mit öffentlichen Verkehrsmittel in seine Datscha gelangen will, bezahlt 8 Euro pro Person. Wer dies vier mal im Monat machen muss, hat ein Fünftel seiner durchschnittlichen Pension verfahren.

In der Provinzstadt Tarussa beispielsweise werden für einfache Hilfsarbeiten 300 bis 400 Euro bezahlt, bei gehobenen Tätigkeiten kommt man auf 500 bis tausend Euro. In Moskau wird für die gleichen Tätigkeiten das dreifache bezahlt.

Viele Kinder kommen in Tarussa mangelernährt zur Schule. Besonders prekär ist die Situation vieler Mütter, die alleinstehend oder alkoholkranken Männern belastet, die Kinder alleine aufziehen müssen.

„Neulich“ erzählt eine Rita im Gespräch mit Kai Ehlers, „brach ein Alter vor meinen Augen zusammen. Ich wollte ihm helfen, bin mit ihm in die nächste Klinik. Kein Platz. Ich bin in die nächste. Wieder kein Platz. Beim dritten mal bin ich ausgerastet, als sie uns wieder abweisen wollten. Da waren erkennbar Betten frei. Da habe ich gesagt, ich gehe jetzt nicht. Ich werde das im Rundfunk bekannt machen, dass man uns Erste Hilfe verweigert. Da haben sie endlich nachgegeben.“ Normalerweise, so Rita, erhalte man nur medizinische Hilfe, wenn man noch obendrein ein Bestechungsgeld drauflege.

Noch schlimmer ist die Situation auf den Dörfern. Der größte Teil der Felder liegt brach, Spekulanten kaufen Grund und Boden. Familien zerfallen ebenso schnell, wie sie gegründet werden, ganze Dörfer verfallen dem Suff.

Die KritikerInnen

Bei diesen schwierigen wirtschaftlichen Gegebenheiten, wo es erst einmal um das eigene Überleen geht, sind es nicht sehr viele Menschen, die sich in der viel beschworenen „Zivilgesellschaft“ Gedanken machen um die Zukunft und an Veränderungen arbeiten. Bei Kai Ehlers kommen zentrale Figuren von Entwicklungen zu Wort, die an Veränderungen glauben und sich für diese einsetzen. Erkennbar, so Ehlers, sei die Entstehung eines informellen Untergrundes, einer Parallelgesellschaft, in der sich linke wie rechte Kräfte in neuer Weise miteinander vermischen.

Gewerkschafter, Globalisierungskritiker, Linke, Vertreter des „Sozialforums“ arbeiten vielfach zusammen, wenn die Interessen von Werktätigen und Einwohnern bedroht sind. Da legale Streiks praktisch nicht erlaubt sind, haben findige Gewerkschafter immer wieder 24-Stunden Streiks organisiert. „Die Kollegen gehen gleich am Morgen danach wieder zur Arbeit, da kann der Arbeitsgeber nichts machen. Das reicht schon dafür, dass die Arbeitgeber nachzudenken beginnen. Man kann sagen“ lacht Wasilij, „dass wir eine Gesetzeslücke gefunden haben.“. Längere Streiks, wie bei den Ford-Werken 2007, sind da leider noch die Ausnahme.

Und gemeinsam kämpfen linke Aktivisten und Anwohner gegen die sog. „Punktbebauung“ – in Anlehnung an das militärische „Punktbombardierung“. Dabei handelt es sich um Baumaßnahmen, bei denen Gebäude rücksichtslos so dicht zwischen bestehende Gebäude gesetzt werden, dass den Anwohnern der umstehenden Häuser Licht, Raum und Lebensqualität genommen wird.

Und häufig bleiben protestierende und streikende Arbeiter nicht nur bei der Forderung nach der Zahlung des ausstehenden Lohnes stehen. In dem Städtchen Pikaljewo, das fast vollständig von dem Produktionsbetrieb des Oligarchen Deripaska abhängig ist, koppelte man die Forderung nach Lohnzahlung mit der nach „Nationalisierung von unten“, Mitbestimmung und sozialen Leistungen.

Klerikal-reaktionäre und national-bolschewistische Seilschaften spielen in dieser Parallelgesellschaft eine unrühmliche Rolle. Einer von ihnen ist Alexander Dugin, der seit Jahren einer umfassenden Re-Imperalisierung Russlands das Wort redet. Und Alexander Prochanow, Herausgeber der national-patriotischen „Saftra“ (Morgen), schwärmt von der Ideologie der Opferbereitschaft unter Stalin und warnt vor einem „liberalen Faschismus“. Stalins Terror habe aus der ganzen Bevölkerung eine Armee gemacht.

Immer wieder artikulieren Menschen, auch aus dem liberalen Mainstream, die Angst vor einer Überfremdung und dem „sterbenden Volk“, eine konservativ-patriotisch bis nationalistische Familienpolitik genießt große Unterstützung. Anstatt Ausländer einzuladen, solle der russische Staat lieber Arbeitsplätze für Russen schaffen. Doch das angeblich demographische Problem des „sterbenden Volkes“ ist eher eine ideologische Frage, denn der schrumpfenden russländischen Bevölkerung steht ein Zuzug von Migranten gegenüber.

Wohin geht die Reise?

Der nun schon 25 Jahre andauernde Transformationsprozess und die Finanzkrise haben die Menschen der sozialen Sicherheiten beraubt. Doch Russlands natürliche Ressourcen und die Fähigkeit der Bevölkerung zur Eigenversorgung könnten Russland in die Lage versetzen, weitgehend unabhängig von globaler Fremdversorgung zu existieren.

„Kartoffeln kaufen wir doch nicht im Supermarkt“

Kai Ehlers bietet keine eindeutigen Erklärungsmuster für Russlands aktuelle Situation, weiß nicht, wo die Reise hin geht.

„Ein Gefühl des Schwimmens breitet sich weiter aus. Eine befriedigende Analyse der Situation zu geben, scheint mir zurzeit unmöglich. Nicht einer der Menschen in Russland hat mir sagen können, wohin die Reise tatsächlich geht. Man sitzt einfach im Zug und fährt.“.

Doch er zeigt nachdenkenswerte Ansätze, wie Russland der Ellbogenmentalität und Perspektivlosigkeit des Kapitalismus entgehen und dabei auf traditionelle Ressourcen zurückgreifen kann, die in der Gesellschaft immer noch sehr verankert sind: die Bereitschaft, an die Interessen der Gemeinschaft zu denken und die Fähigkeit, sich zu einem großen Teil selbst versorgen zu können.

Schon zu Zarenzeiten spielten die Datschen im Leben der russischen Bevölkerung eine wichtige Rolle. Traditionell hat fast jede Familie in Russland ihr eigenes Stück Land. In der russischen Provinz ist die Datscha aus dem Leben und Arbeiten der Menschen nicht wegzudenken. Knapp die Hälfte der russischen Bevölkerung lebt mit und vom Garten.

Und gerade jetzt, in Zeiten der Krise, gilt es, sich auf traditionelle Existenzformen, wie den Anbau von Lebensmitteln auf der Datscha, aber auch der traditionellen gegenseitigen Hilfe, zu besinnen.

Immer häufiger entscheiden sich Stadtbewohner, das eigene kleine Stück Land „für alle Fälle“ wieder unter die Hacke zu nehmen.

Überall ist die Datscha wieder im Kommen. Firmen wie OBI, die Gartenausrüstung verkaufen, boomen. Die russische Volkswirtschaft ist ohne die „familiäre Zusatzwirtschaft“ nicht denkbar.

„Und immer mehr gewinnt auch der Gedanke an Überzeugungskraft, der Ausweg aus der Krise bestehe darin, sich ganz auf dem Land anzusiedeln, wo für alles, Gemüse, Fleisch, Wohnung, Wärme etc. gesorgt sei und nur noch Kleidung, Auto, Computer etc. gekauft werden müssten.

Je länger ich recherchiere, umso klarer tritt hervor: Die Gefahr liegt in der Verödung des Landes und der Zerstörung der traditionellen Selbstversorgungsstrukturen und ihrer ersatzlosen Ablösung durch Fremdversorgung. Der einzig richtige Schritt nach vorn besteht demzufolge in der Wiederbelebung des Ortes, der Region, der Fähigkeit zur Eigenproduktion, zur Selbstversorgung, in einer aktiven Symbiose zwischen Eigenversorgung und Fremdversorgung“
, so Ehlers.

Natürlich liege weitgehende Selbstversorgung nicht im Interesse der großen Konzerne. Deswegen gelte es, die Selbstversorgung durch Gärten und in der Landwirtschaft staatlicherseits mehr zu fördern.

Die Dorferneuerungsbewegung im globalen Dorf

Am Ende seines Buches stellt Kai Ehlers die Dorferneuerungsbewegung von Gleb Tjurin aus Archangelsk vor. Tjurin, der sich bereits seit 1990 mit Selbstverwaltung und Selbstorganisation des Dorfes beschäftigt, kritisiert das neoliberale Wirtschaftsmodell, das den Menschen Massenkonsum anbietet, die Fähigkeiten zur Selbstversorgung und Selbstverwaltung systematisch zerstört.

Von dieser Kritik ausgehend entwarf Tjurin im Oblast Archangelsk eine Strategie der Stärkung der Selbstorganisationskräfte des Dorfes. Dabei traf er sich mit den Vorstellungen vom „globalen Dorf“, wie es seit Jahren in Westeuropa entwickelt wurde.

 „Im Herzen der Initiativen Glebs stehen die Mütter, die sich um die Zukunft ihrer Kinder sorgen - wobei die Bildung im Mittelpunkt steht, und zwar in einem Bogen, der von der Herzensbildung bis hin zu einer konkreten, lebensförderlichen Ausbildung reicht, die ein örtliches Wirtschaften und Zusammenleben ebenso ermöglicht, wie das Aufbauen und Halten von Verbindungen zu anderen Versorgungsgemeinschaften in der Welt. Zentrum des globalen Dorfes, wie Gleb Tjurin sich das vorstellt, und wie es sich mit den Ideen von global village und anderen westlichen Gemeinschaftsinitiativen trifft, ist also die Kultur, ist eine neue Kultur, ist ein neues Zivilisationsverständnis. Was aber ist das? In aller Knappheit wäre das vielleicht: eine Gesellschaft, deren Grundprinzip das der gegenseitigen Hilfe ist und eine über den Konsumismus als Lebensinhalt hinausführende Ethik. Eine solche Kultur brauchen wir.“

Was können wir von Russland lernen?

Die russische Entwicklung macht deutlich: die Zukunft liegt in dem Miteinander von industrieller Fremdversorgung und Selbst- und Eigenversorgung.

Ehlers glaubt nicht daran, dass die russische Bevölkerung nach dem Boom der letzten achte Jahre nicht mehr in der Lage sei, auf Strukturen der Selbstversorgung zurückzugreifen. Es ist natürlich fraglich, ob die vielen Millionen, die in den Boomjahren als „Gastarbeitery“ in die Metropolen gegangen sind, wieder zur Selbstversorgung zurückgehen können und wollen. Allein die Bevölkerung der sibirischen und fernöstlichen Landesteile ist seit 1990 von 20 auf 12 Millionen geschrumpft.

Doch gleichzeitig haben sich viele in der jüngsten Zeit entschieden, ihre Datscha wieder stärker zu bewirtschaften, viele, die ihre Arbeit verloren haben, kehren in ihre Orte zurück.

Die Regierung hat angesichts der Verödung der Dörfer und der ausufernden Urbanisierung ein Agrarprogramm neu aufgelegt, das die Rekultivierung des ländlichen Raumes fördern soll.

Dass neoliberale Modernisierung der Produktion und Selbstversorgung zeitgleich an Schwung gewinnen, müsse nicht notwendigerweise zu einer Polarisierung der Gesellschaft in Tradition und Moderne, in Stadt und Lande, arm und superreich, führen, so Ehlers. Eine moderne Kombination von Fremd- und Eigenversorgung könnte über Russland hinaus Bedeutung haben.

„Kartoffeln haben wir immer - Überleben in Russland zwischen Supermarkt und Datscha“
Von Kai Ehlers
Horlemann Verlag, ISBN 978-3-89502-293-7
14,90 € (D), 15,40 € (A)


VON: BERNHARD CLASEN






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