Woche der Solidarität mit dem Baskenland


Euskal Herriaren Lagunak

01.04.14
InternationalesInternationales, Bewegungen, News 

 

von Dr. Uschi Grandel

Tagung der evangelischen Akademie in Bad Boll "Der baskische Konflikt - Neue Wege zur

Am 4. April 2014 beginnt zum achten Mal die internationale Woche der Solidarität mit dem Baskenland. Unter dem Motto "Trotz Repression aus Madrid und Paris - das Baskenland geht seinen Weg" beteiligen auch wir uns wieder mit Veranstaltungen in Berlin, Darmstadt, Erfurt, Hamburg, Kaiserslautern, Karlsruhe, Nürnberg und Regensburg.

Details zu den Veranstaltungen und Termine entnehmen Sie bitte unserer Terminübersicht:
www.info-baskenland.de/59-0-Termine.html

Den Flyer zur Woche finden unter:
www.info-baskenland.de/1410-0-Woche+der+Solidaritaet+mit+dem+Baskenland+2014.html
 
Außerdem möchten wir Sie auf die Tagung "Der baskische Konflikt - Neue Wege zur friedlichen Konfliktlösung" aufmerksam machen, die die Evangelische Akademie Bad Boll in Zusammenarbeit mit der Berghof Stiftung am 2./3. Mai 2014 in Bad Boll (in der Nähe von Stuttgart) durchführt.

Ich war an der Konzeption der Tagung beteiligt und freue mich sehr, dass wir Referentinnen und Referenten gewinnen konnten, die nicht nur Experten im Themengebiet sind, sondern die den baskischen Friedensprozess aktiv unterstützen und begleiten. Ganz besonders freue ich mich, dass wir Brian Currin als einen der Referenten gewinnen konnten. Der südafrikanische Konfliktmoderator ist Gründer der "International Contact Group" für das Baskenland und einer der wichtigen Vermittler im Prozess der friedlichen Konfliktlösung. Aus dem Baskenland kommen drei Referenten, die über die Rolle der baskischen Zivilgesellschaft berichten und aus eigener Erfahrung über das Aufwachsen auf verschiedenen Seiten des Konflikts erzählen.  

Programm der Tagung und Informationen zur Anmeldung:
www.ev-akademie-boll.de/tagungen/details/431514.pdf

Einen Überblick über wichtige Schritte des baskischen Friedensprozesses, sowie zentrale Dokumente des Prozesses in deutscher Übersetzung finden Sie auch unserer Seite "Konfliktlösung" auf info-baskenland.de:
http://info-baskenland.de/887-0-Konfliktloesung.html

Euskal Herriaren Lagunak - Freundinnen und Freunde des Baskenlands
c/o Dr. Uschi Grandel
Holzhaussiedlung 15
84069 Schierling
www.info-baskenland.de

Trotz Repression aus Madrid und Paris - das Baskenland geht seinen Weg

WIR LADEN EIN ZUR VIII. WOCHE DER INTERNATIONALEN SOLIDARITÄT

Das Jahr 2014 begann positiv für die baskische Bevölkerung und die internationalen Unterstützer des baskischen Friedensprozesses. Es gab hochkarätige Beiträge zur Lösung des politischen Konflikts zwischen dem Baskenland, Spanien und Frankreich. Internationale Schlagzeilen machte vor allem die Untergrundorganisation ETA (Euskadi Ta Askatasuna, Baskenland und Freiheit) Ende Februar, als sie im Beisein internationaler Beobachter einen ersten Teil ihres Waffenarsenals unbrauchbar machte. Sie werde diesen Prozess bis zum Ende durchführen, erklärt ETA nur wenig später. Zu internationalem Kopfschütteln führte die Reaktion der spanischen Justiz. Das Sondergericht für Terrorismusbekämpfung Audiencia Nacional lud die international angesehenen Beobachter vor, um sie über ihre ETA-Kontakte zu verhören.

Euskal Herria, das Baskenland, umfasst etwa 20.000 km2 und die sieben Provinzen Gipuzkoa (Guipúzcoa), Bizkaia (Vizcaya), Araba (Álava), Nafarroa (Navarra), Lapurdi (Labourd), Nafarroa Behera (Basse-Navarre) und Zuberoa (Soule). Die spanisch-französische Grenze (grau-schwarze Linie) teilt das Land in zwei Teile. Vier Provinzen stehen unter spanischer Verwaltung. Gipuzkoa, Bizkaia und Araba bilden die Autonome Baskische Gemeinschaft, Nafarroa die Foralgemeinschaft Navarra. Die drei Provinzen des Nordbaskenlands gehören zu Frankreich zum Département Pyrénées-Atlantiques.

Am 11. Januar 2014 gingen 130.000 im baskischen Bilbo (Bilbao) für „Menschenrechte, Konfliktlösung und Frieden“ auf die Straße. Es war vermutlich die größte Demonstration in der Geschichte des Baskenlands. Dieser massive Druck der Bevölkerung ist auch nötig. Denn die Konfliktlösung im Baskenland wird durch autarke Schritte vorangetrieben, ohne Gegenleistung Spaniens oder Frankreichs. Die Strategie der baskischen linken Unabhängigkeitsbewegung baut darauf, durch das Engagement der baskischen Gesellschaft und internationale Unterstützung Druck auf Spanien und Frankreich zu erzeugen.

Die beiden Staaten weigern sich bisher nicht nur, sich mit konstruktiven Schritten in das Konfliktlösungsszenario einzubringen. Mit Polizei und Sondergericht versuchen sie stattdessen weiterhin, die baskischen politischen Akteure als Terroristen zu kriminalisieren. Und so wird das Szenario immer bizarrer. Während im Baskenland zwei Jahre nach dem Ende des bewaffneten Kampfes von ETA Versöhnungsinitiativen vorangetrieben werden und sowohl das Kollektiv der baskischen Flüchtlinge und Exilierten wie auch das Kollektiv der baskischen politischen Gefangenen (EPPK) Beiträge zum Konfliktlösungsprozess leisten, verhaftet die spanische Guardia Civil nach wie vor politische Aktivisten, die sich für Frieden und Konfliktlösung einsetzen als Terroristen, finden vor dem spanischen Sondergericht Audiencia Nacional zwei Massenprozesse gegen insgesamt nahezu 80 baskische Jugendliche und politische Aktivisten statt, in denen T-Shirts und CDs als Beweismittel für die Forderung mehrjähriger Haftstrafen herhalten müssen.

Offensichtlich ist weder Spanien noch Frankreich gewillt, sich konstruktiv am Konfliktlösungsprozess zu beteiligen. Es ist indes nicht nur die politische Diskussion um eine selbstbestimmte Zukunft des Baskenlands, der sich Spanien und Frankreich offensichtlich nicht gewachsen fühlen. Die neue Friedensstrategie der baskischen Linken hat schon längst die spanische Politik der Parteienverbote zu Fall gebracht. Damit ist eine starke baskische Linke wieder in Kommunen und Regionalparlamenten vertreten und bietet den neoliberalen Angriffen Paroli.

Auch in die drängende Aufgabe, die Situation der über 500 baskischen politischen Gefangenen zu entschärfen, kommt Bewegung. So verkündete das EPPK Mitte März 2014, dass zum ersten Mal in seiner Geschichte Mitglieder des Kollektivs – die auf Gefängnisse weit entfernt vom Baskenland verteilt sind – begonnen haben, individuelle Anträge auf Verlegung in das neue baskische Gefängnis in Zaballa zu stellen.

Das Baskenland geht seinen Weg, den wir gemeinsam mit EHL-Gruppen anderer Länder solidarisch begleiten. Besucht unsere Veranstaltungen in Berlin, Darmstadt, Erfurt, Hamburg, Kaiserslautern, Karlsruhe, Nürnberg und Regensburg und gebt Bescheid, wenn Ihr Euch auch an anderen Orten beteiligen wollt. Wir sind gerne bereit, Material und auch Referenten zur Verfügung zu stellen.


VON: DR. USCHI GRANDEL






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