Zur NPA-Erklärung "Gegen jede militärische Intervention in Syrien!"

02.09.13
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von A. Holberg

Diese Erklärung spiegelt den vollkommenen intellektuellen und politischen Bankrott einer vermeintlich trotzkistischen Organisation wider.

Nicht mitzubekommen, oder was wahrscheinlich und bedeutend schlimmer ist, nicht sehen zu wollen, dass die ursprünglich in der Tat populäre syrische "Revolution" schon lange in die Hände entweder desperater Banden der sogenannten FSA oder schlimmer noch wohlorganisierter und kampfstarker Verbände sunnitischer Extremisten (takfirische Jihadisten) gefallen ist, disqualifiziert jeden Beobachter.

Unter dem Vorwand, die syrische "Revolution" werde de facto nach wie vor von den Kräften getragen, die sie begonnen haben, die westlichen Imperialisten aufzufordern, Waffenhilfe für die weitgehend unfähigen Banden der FSA oder, was militärisch immerhin Sinn machen würde, die wesentlich fähigeren Jihadisten zu leisten, ist ein Verbrechen am syrischen Volk. Diese Forderung zu erneuern, weil das syrische Regime Giftgas eingesetzt habe, ist die Höhe, zumindest solange es absolut unklar ist, ob das Giftgas vom Regime oder, was logischer wäre, von Rebellengruppen eingesetzt wurde.

In der Tat ist die Forderung nach Waffenlieferungen an die Rebellen angesichts der Verschiebung des internen Kräfteverhältnisses bei diesen zu Gunsten konfessioneller Schlächter, die schon in der Theorie jede Art von Demokratie als Zeichen von Gottesfeindschaft ablehnen, sogar eine größere Bedrohung des syrischen Volkes als ein möglicher US-Angriff auf einige militärische Anlagen in Syrien. Dass die Haltung Russlands und Chinas bzgl. Syriens nicht das Ergebnis der Sorge um das Wohl der syrischen Massen ist, ist selbstverständlich. Staaten haben keine Moral, sondern Interessen.

Aber nur diese frontal anzugreifen wie es die NPA hier tut und den westlichen Imperialisten, die natürlich seit langem direkt oder vermittels regionaler Verbündeter auch militärisch Partei in Syrien sind, im Grunde nur vorzuwerfen, dass sie sich nicht (durch gezielte Waffenlieferungen) noch stärker eingemischt haben, kann nur als Zeichen von "Sozialimperialismus" verstanden werden.

Den syrischen Massen wäre ein Leben ohne das Al-Assad-Regime zu wünschen, vor allem aber eines ohne Bürgerkrieg und konfessionelles Abschlachten. Der Sturz des Regimes würde heute dieses nicht mehr beenden können (s.Iraq). Eine Voraussetzung dafür ist hingegen die Ausrottung der Takfiri-Kräfte und die militärische Niederlage des Reste der FSA.


VON: A. HOLBERG


Gegen jede militärische Intervention in Syrien! - 30-08-13 20:45




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