Chinas Bourgeoisie zwischen pseudo-historischen Kult und klein-bürgerlicher Dekadenz


10.05.11
InternationalesInternationales, TopNews 

 

von Reinhold Schramm

Hochzeit im antisozialistischen Revolutionsstil in Ostchina.


»Ein frisch vermähltes Paar singt bei seiner Hochzeit im Kreis Dongxiang in der ostchinesischen Provinz Jiangxi ein Revolutionslied.

Die Hochzeit fand nach Gewohnheiten aus den 1960er Jahren statt, mit Revolutionsparolen als Dekoration, einem Porträt des Vorsitzenden Mao und mit dem Paar in Uniform.« [1]

Dieses Jahr ist der 90. Jahrestag der Gründung der historischen Kommunistischen Partei Chinas, der heutigen transformierten antikommunistischen - liberal-sozialdemokratischen Konvergenzpartei Chinas (KPCh), der Partei der Administration des nationalen und internationalen Kapitals, der Partei der nationalen und internationalen Großbourgeoisie und Großaktionäre, - des nationalen und internationalen Konzern-, Finanz- und Monopolkapitals.  

Chinas Klassenwirklichkeit.

Aus Beijing Rundschau: »Es heißt, die {...} eingeführte Sicherung des Existenzminimums auf dem Lande, könne das Problem einer würdigen Versorgung der Senioren lösen. Zwar werden von diesem im Jahr 2007 eingeführten System bereits 34,519 Millionen bäuerliche Haushalte abgedeckt. Diese machen jedoch nur etwa vier Prozent der gesamten Bevölkerung auf dem Land aus. Der Anteil ist zu gering, und die Höhe des Existenzminimums ist zu niedrig. Nach einem Bericht der Weltbank lebten 2007, gemessen an der Kaufkraftparität (KKP), 135 Millionen Menschen in China, also zehn Prozent der Gesamtbevölkerung, in absoluter Armut, d.h. ihr Lebensunterhalt pro Tag lag unter einem Dollar. 430 Millionen, also 32 Prozent der Gesamtbevölkerung lebten in Armut, sie konnten auf zwei Dollar pro Tag zurückgreifen. Die meisten Armen leben in ländlichen Gebieten. Deshalb muss das Existenzminimum erhöht und der Kreis der Personen, die in den Genuss von Versorgungsleistungen kommen, erweitert werden. Aber das Existenzminimum kann nicht ein leistungsfähiges System der Rentenversicherung ersetzen.{...}« »Der Staat {...} vernachlässigt seit langem die Altersversorgung der Bauern. Von den 1951 erlassenen Regelungen über die Altersversicherung waren die Bauern, die über 90 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachten, ausgeschlossen.« »Heute ist China finanziell durchaus in der Lage, seine Landbewohner zu versorgen. 2007 haben die Staatseinnahmen Chinas um über eine Billion Yuan zugenommen. Wenn die Rentenzahlungen für ländliche Gebiete jährlich etwa 200 Milliarden Yuan betragen sollten, würde dies nur ein Fünftel der gegenwärtigen Staatseinnahmen ausmachen, eine Summe, die China durchaus aufzubringen in der Lage wäre.« {...} »Es ist höchste Zeit, ein allgemeines Rentensystem für Bauern einzurichten. Wenn sich dieser Plan verwirklichen ließe, wie glücklich würden die 900 Millionen Bauern Chinas sein!« [2]

Anmerkung: Die klein-bürgerlichen und selbst-beauftragten Sophisten, die antikommunistischen und emanzipationsfeindlichen Konvergenztheoretiker und -ideologen des (auch bundesdeutschen) transnationalen und chinesischen Kapitals, - auch unter den ‘Linken’ - in der Deutschland- und Europa-AG, werden auch für die „Soziale Frage“, ihre staats-statistische und gesellschaftspolitische Lösung und Rechtfertigung (amtlich-behördlich, innen- und außenpolitisch  vorgefertigt) anbieten.   

Chinas „durchschnittliche“ Einkommensverteilung und -entwicklung 2010:  
Stadt: 19.109 RMB (ca. 2.137 EUR) „durchschnittlich“ verfügbares Pro-Kopf-Jahreseinkommen (+ 7,8 % real).
Land: 5.919 RMB (ca. 662 EUR) „durchschnittliches“ Pro-Kopf-Jahreseinkommen (+ 10,9 % real). (Quelle: NBS.) (Stand: 15.04.2011) [3]  

Chinas (statistische) Inflation im ‘harmonischen’ bourgeoissozialistischen Kapitalismus - imperialistischer Prägung: »Zu einem früheren Zeitpunkt des Jahres legte Premierminister Wen Jiabao das Inflationsziel für 2011 mit einer Rate von 4 Prozent fest. Dennoch betrug die Inflation im Januar und Februar 4,9 Prozent, und im März sogar trotz einer Maßnahmeserie zur Zügelung der Preisanstiege ganze 5,2 Prozent.« (China Daily - CIIC) [4]

Quellen vgl.:
[1] China Daily / China Internet Information Center (CIIC) - am 10.05.2011.
»Hochzeit im Revolutionsstil in Ostchina«
german.china.org.cn/culture/txt/2011-05/10/content_22531523.htm
[2] Beijing Rundschau - am 14.09.2009.
»Rentenfrage: Ein Brief an den Ministerpräsidenten«
german.beijingreview.com.cn/focus/txt/2009-08/14/content_212220.htm
[3] Botschaft der BRD in Beijing. Wirtschaftsdaten kompakt, Stand: 15.04.2011.
www.peking.diplo.de/contentblob/1574184/Daten/1271532/widaten_kompakt_download.pdf
[4] China Daily / CIIC - am 04.05.2011. »Unilever dehnt Produktionskapazität in China weiter aus«  german.china.org.cn/business/2011-05/04/content_22492811.htm

Empfehlung:

I.) Forschung: Kultur der Gewalt. Das Subunternehmersystem und kollektive Aktionen von BauarbeiterInnen im postsozialistischen China. Von Pun Ngai und Lu Huilin. (April 2011)
duepublico.uni-duisburg-essen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-26911/04_Pun_Ngai.pdf
II.) Forschung: Unvollendete Proletarisierung - Das Selbst, die Wut und die Klassenaktionen der zweiten Generation von Bauernarbeiterinnen im heutigen China.
Von Pun Ngai und Lu Huilin. (Dezember 2010)  
duepublico.uni-duisburg-essen.de/serlets/DerivateServlet/Derivate-26032/05_Pun_Lu_China.pdf
III.) Forschung / Research: Hintergründe der Proletarisierung und Klassenzusammensetzung in China. Von Ralf Ruckus.
duepublico.uni-duisburg-essen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-25695/04_Ruckus_Hintergruende.pdf
Siehe, in: Sozial.Geschichte Online 4 (2010), S. 30-35
(http://www.stiftung-sozialgeschichte.de)  
IV.) Siehe auch: gongchao - www.gongchao.org
V.) Siehe LabourNet.de Germany: Arbeitskämpfe in China.
www.labournet.de/internationales/cn/arbeitskampf.html

Keine Empfehlung:

A) Shanghai Daily / CIIC - am 14.10.2010.  »Chinas reichste Personen werden immer reicher«
german.china.org.cn/china/2010-10/14/content_21124634_2.htm
B) CIIC - am 03.12.2010.  »Studie: China hat drittmeiste Dollarmillionäre weltweit«
german.china.org.cn/business/txt/2010-12/o3/content_21477224.htm
C) CIIC - am 13.04.2011.  »China hat knapp eine Million Euro-Millionäre«
german.china.org.cn/international/2011-04/13/content_22350607.htm
D) Shanghai Daily / CIIC - am 14.04.2011.
»Steigende Immobilienpreise führen zu noch mehr Reichen in China«
german.china.org.cn/china/2011-04/14/content_22359437.htm
E) CIIC - am 22.04.2011. »Auswandern durch Investitionen:
Chinas Reiche machen sich aus dem Staub«
german.china.org.cn/china/2011-04/22/content_22419691.htm
F) China Internet Information Center (CIIC) - am 21.04.2011:
»Luxus-Autos auf Shanghai Auto-Show 2011«
german.china.org.cn/china/2011-04/21/content_22408780.htm  


VON: REINHOLD SCHRAMM






<< Zurck
Diese Webseite verwendet keine Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz