China 2010. Die Anzahl der verbliebenen Staatsbetriebe soll weiter sinken


01.11.10
InternationalesInternationales, Wirtschaft, News 

 

von Reinhold Schramm

Chinas Staatsbetriebe produzieren 30 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und stellen 20 Prozent der Gesamtarbeitsplätze.


In den kommenden Jahren soll die Anzahl der Staatsbetriebe auf unter 50 sinken, erklärte Li Baomin, Leiter des Forschungszentrums bei der staatlichen Kommission für Kontrolle und Verwaltung von Staatsvermögen.
Gegenwärtig gibt es noch 123 Staatsbetriebe die der Zentralregierung direkt unterstellt sind. Außerdem gehören noch zahlreiche Unternehmen den Lokalregierungen. Bis Ende 2010 soll die Anzahl der Staatsbetriebe durch Umstrukturierung und Zusammenschlüsse auf 100 gesenkt werden. Die Regierung will in den kommenden Jahren die Reform (Transformation) der noch verbliebenen staatlichen Monopolbranchen beschleunigt vorantreiben. [1]

Chinas Staatsbetriebe sind im Besitz von 60 Prozent der nationalen Ressourcen. 80 Prozent der Staatsgewinne werden von zehn Betrieben erwirtschaftet, dies schließt die Staatsunternehmen Sinopec, CNPC und China Mobile ein. "Firmen wie PetroChina können von sich behaupten, dass sie zu den Firmen mit der höchsten Marktkapitalisierung gehören, dennoch produzieren sie nichts von Qualität", erklärte Li Rongrong, Vorsitzender der Kommission für Kontrolle und Verwaltung von Staatsvermögen des Staatsrates. (Global Times / CIIC, 26.07.2010) (1)

Im Jahr 1995 gab es noch 196 Betriebe im Staatsbesitz. Ihre Zahl sank durch die Integration kleinerer Betriebe, um eine Kosteneffektivität zu erreichen. Betriebe, welche die nationale Sicherheit betreffen, sollten im Staatsbesitz verbleiben, dazu gehörten Banken, Stromerzeuger, Petrochemie und der gesamte Zugverkehr (Auch Banken seit Jahren mit internationaler Beteiligung. - R.S.). (1)

Li Rongrong, Aufsichts- und Verwaltungskommission für Staatsvermögen, erklärte bereits im Dezember 2007: Die Umwandlung der staatseigenen Unternehmen zu Aktiengesellschaften soll beschleunigt vorangetrieben werden. China werde staatseigene Unternehmen für Investitionen von privatem Kapital und ausländischen Kapital öffnen. Die staatseigenen Betriebe sollen sich an Börsen im In- und Ausland notieren lassen. (CIIC, 19.12.2007) (2)

Auszug aus den aktuellen Wirtschaftsdaten Chinas:

- Der Anteil der Staatsunternehmen an der industriellen Wertschöpfung liegt bei ca. 35 % (2009). (Quelle: NBS)

- Der kumulierte offizielle Wert ausländischer Direktinvestitionen lag 2010/1.H.  bei  1.011 Milliarden US$  (1,011 Billionen US$). (NBS)

- Chinas Direktinvestitionen im Ausland betrugen kumuliert Ende 2009 ohne Finanzsektor ca. 172 Mrd. US$; einschließlich Finanzsektor knapp 250 Mrd. $.

- Bruttoinlandsprodukt (BIP), 2009: BIP/Kopf [USD] 3.776 / 2010: (voraussichtlich:) 3.829 US$.
Nach der chin. Statistik entfallen auf den privaten Sektor 65 % des BIP; nach OECD-Schätzung 57 %.

- BIP nach sektoraler Entstehung 2009: Industrie  46,8 %, Dienstleistung  42,6 %, Landwirtschaft 10,6 %.

- Erwerbstätige (2008): 775 Millionen, davon in den Städten 302 Mio.

- Anteil der Erwerbstätigen nach Sektoren (2007): Landwirtschaft 41 %, Industrie 27 %, Dienstleistung 32 %.

Anmerkung:
Seit 2006 existiert ein Umfragemodell zur Messung der Arbeitslosigkeit, dessen Ergebnisse nicht komplett veröffentlicht werden. Die offizielle städtische Arbeitslosigkeit betrug 2009 rund 4,3 %.  Die Asiatische Entwicklungsbank schätzt die städtische Arbeitslosigkeit auf mind. 8,5 %, die ländliche Arbeitslosigkeit auf 30 % ("überschüssige Arbeitskräfte"). Die Zahl der Wanderarbeiter beträgt nach chin. Angaben 230 Millionen Menschen (165 Mio. in Städten, und 65 Mio. in ländlichen Gebieten. - R.S.). (Wirtschaftsdaten - Stand: 16.08.2010)

Quellenzugang:
[1] german.china.org.cn - am 01.11.2010.
Zahl der Staatsbetriebe soll auf unter 50 sinken.
http://german.china.org.cn/business/txt/2010-11/01/content_21246143.htm
1) Vgl. Global Times / CIIC, 26.07.2010: Anzahl der Staatsbetriebe soll weiter reduziert werden.
2) Vgl. CRI / CIIC, 19.12.2007: Umbau staatseigener Unternehmen zu Aktiengesellschaften beschleunigt.



VON: REINHOLD SCHRAMM






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