Mahnmal errichtet!

15.04.18
InternationalesInternationales, Bewegungen, Köln 

 

Von Initiative Völkermord erinnern

Im Anschluss an die Matinee „Völkermorde erinnern, Kriege verhindern“ am 15. April in Köln haben die Initiative „Völkermord erinnern“ und Besucherinnen und Besucher eine Skulptur enthüllt. Es ist das erste Mahnmal in Deutschland im öffentlichen Raum, das an den mit deutscher Beteiligung durchgeführten Genozid an den Armeniern in den Jahren 1915-1918 erinnert.

Das Mahnmal, das von den Kölner Künstlern Stefan Kaiser und Max Scholz realisiert wurde, ist an der linksrheinischen Seite der Hohenzollernbrücke errichtet worden. Es steht gegenüber dem Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm II., Verantwortlicher für den Völkermord an den Ovaherero und Nama 1904 und Unterstützer des Genozids an den Armeniern.

Bereits im vergangenen Jahr hatte die armenische Gemeinde Köln mit Unterstützung des Kölner Stadtrats auf dem Brücker Friedhof einen Kreuzstein zur Erinnerung an die Opfer des Genozids platziert. Wir sehen in dem heute von uns an einem exponierten Ort in Köln aufgestellten Mahnmal eine wichtige Ergänzung der letztjährigen Initiative.

Auf der dreiseitigen stählernen Pyramide von 1,50 Metern Höhe, auf deren gekappter Spitze ein seitlich geschlitzter Granatapfel aus Bronze ruht – als ein Symbol für den Genozid an den Armeniern – ist in armenisch, deutsch, türkisch und englisch die folgende Inschrift angebracht:

Dieser Schmerz betrifft uns alle

Während des 1. Weltkriegs – zwischen 1915 und 1918 –

wurden in der heutigen Türkei über eine Million armenische

Frauen, Männer und Kinder aus ihren Häuser vertrieben,

deportiert und ermordet. Das Osmanische Reich

und beteiligte deutsche Offiziere unter Führung Kaiser

Wilhelm II. tragen die Verantwortung für diesen

Völkermord an der armenischen Bevölkerung.

Nur eine entschiedene Ächtung der Entwürdigung

von Minderheiten und die Einsicht, dass es weder eine

religiöse, noch eine nationale oder ethnische Überlegenheit

zwischen den Menschen gibt, kann solche Verbrechen verhindern.

Die Überschrift „Dieser Schmerz betrifft uns alle“ nimmt die jährliche Erinnerungsaktion in der Kölner Partnerstadt Istanbul auf, die unter demselben Titel steht. Der Wiederaufbau eines historischen Mahnmals im Gezi-Park in Istanbul ist von den türkischen Behörden bislang verhindert worden.

Die Initiator*innen der heutigen Aktion haben das Mahnmal den Kölner Bürger*innen und ihren gewählten Vertreter*innen geschenkt und der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker eine Schenkungsurkunde zugestellt.

Neben den Gruppen, die zur Matinee aufgerufen haben (s.u.), wird die Errichtung des Mahnmals von folgenden Personen unterstützt, die auch eine Patenschaft für die Skulptur übernommen haben:

Dogan Akhanli, Schriftsteller

Prof. Dr. Micha Brumlik, eh. Leiter des Fritz-Bauer-Instituts Frankfurt

Gunter Demnig, Künstler (Stolpersteine)

Peter Finkelgruen, Journalist und Schriftsteller

Ciler Firtina, Übersetzerin

Prof. Dr. Martin Pätzold, Mitglied des Bundestages 2013 – 2017

Dr. Martin Stankowski, Historiker

Günter Wallraff, Journalist

Ragip Zarakoglu, Verleger







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