Türkei: Hungerstreik der HDP-Abgeordneten Leyla Güven hat kritische Schwelle überschritten

09.01.19
InternationalesInternationales, News 

 

Von Civaka Azad

Die Ko-Vorsitzende des Demokratischen Gesellschaftskongresses (DTK) und Abgeordnete der Demokratischen Partei der Völker (HDP) Leyla Güven befindet sich seit mittlerweile 63 Tage im E-Typ Gefängnis von Amed

(Diyarbak?r) im unbefristeten Hungerstreik. Sie fordert mit ihrer Aktion die Aufhebung der Isolation des kurdischen Repräsentanten Abdullah Öcalan. Mindestens 155 weitere politische Gefangene in der Türkei haben sich mittlerweile dem Hungerstreik angeschlossen.

 

In den letzten Tagen hat sich der Gesundheitszustand von Leyla Güven deutlich verschlechtert. Neben Blutdruckschwankungen, Übelkeit und Kopfschmerzen klagt sie mittlerweile über Magenkrämpfe und hohe Sensibilität gegen Licht- und Lautstärkeeinflüsse. Aus diesen Gründen konnte Güven in den letzten sieben Tagen keine Besuche ihrer Anwälte im Gefängnis empfangen.

 

Die Journalistin Sabiha Temizkan, Tochter von Leyla Güven, die ihre Mutter zuletzt am 7. Januar besuchte, erklärt im Gespräch mit Civaka Azad, dass Leyla Güven nicht mehr ohne Hilfe auf den Beinen stehen könne und die Kraft zum Laufen fast vollständig verloren habe. Sabiha Temizkan fügt an: „Meine Mutter hat die im Hungerstreik anerkannte kritische Schwelle schon längst überschritten. Offen gesagt, haben wir die Sorge, dass jederzeit etwas Negatives passieren kann.“ Trotz dessen sei ihre Mutter weiterhin entschlossen den Hungerstreik solange fortzuführen bis ihre Forderung erfüllt wird.

 

Da der Hungerstreik der HDP-Abgeordneten Leyla Güven und ihre Forderungen wenig Widerhall in der allgemeinen Öffentlichkeit finden, und auch die türkischen Regierungsvertreter keinerlei Anstalten dazu machen, auf diesen demokratischen Protest einzugehen, besteht die ernstzunehmende Gefahr eines tödlichen Ausgangs ihrer Aktion.

 







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