ROG-Kundgebung: 100 Tage Haft – Freiheit für Shahidul Alam


Bildmontage: HF

11.11.18
InternationalesInternationales, Kultur, Bewegungen 

 

Von ROG

Einhundert Tage nach der Festnahme von Shahidul Alam ruft Reporter ohne Grenzen zu einer Kundgebung für den renommierten Fotografen aus Bangladesch auf:

am Dienstag, 13. November 2018 um 13:00 Uhr vor der Botschaft der Volksrepublik Bangladesch Kaiserin-Augusta-Allee 111, 10553 Berlin

mit Redebeiträgen von ROG-Geschäftsführer Christian Mihr und der bangladeschischen Bloggerin Shammi Haque. Wir werden uns mit Fotografien von Shahidul Alam vor die Botschaft stellen und seine Freilassung fordern.

Alam wurde am 5. August in Dhaka festgenommen, nachdem er sich kritisch über die Rolle der Regierung in Studierendenprotesten in der Hauptstadt geäußert hatte. Seit Ende Juli hatten in Dhaka tausende Schüler und Studenten gegen die Zustände des Straßenverkehrs im Land protestiert und von der Regierung mehr Einsatz für die Sicherheit auf den Straßen gefordert. Auslöser war der Tod zweier Jugendlicher, die von einem rasenden Bus erfasst wurden.

Alam war am Tag seiner Festnahme von mutmaßlichen Mitgliedern der Studentenorganisation der regierenden Awami-Liga angegriffen worden, während er Übergriffe auf demonstrierende Studenten filmte. Auf Facebook machte er den Vorfall öffentlich und lud Fotos seiner zerstörten Kamera hoch. 

Im Anschluss kritisierte er in einem Interview mit Al Jazeera English (http://ogy.de/4v6h) zudem die Regierung von Premierministerin Sheikh Hasina. Demnach seien die Studentenproteste ein Ventil für schon lange aufgestauten Unmut über die Regierung (http://ogy.de/pas2).

Alam drohen bis zu 14 Jahre Haft wegen angeblich „provokanter“ Kommentare (http://ogy.de/sxh3). Grundlage ist Paragraph 57 des Gesetzes über Informations- und Kommunikationstechnologie. Mithilfe des umstrittenen Paragraphen wurden allein im vergangenen Jahr mindestens 25 Journalisten sowie hunderte Blogger und Facebook-Nutzer verfolgt.

Shahidul Alam gründete neben der Bildagentur Drik auch das Pathshala South Asian Media Institute, ein Institut für Fotografie in Dhaka. Er saß in der World Press Photo Jury und seine Werke wurden im Museum of Modern Art in New York und im Centre Pompidou in Paris ausgestellt (http://ogy.de/tggw). Die Bilder des preisgekrönten Fotografen wurden unter anderem in der New York Times, im Time Magazine und in National Geographic veröffentlicht (http://ogy.de/g0np).

 

Auf der Rangliste der Pressefreiheit steht Bangladesch auf Platz 146 von 180 Staaten. Mindestens neun Medienschaffende sitzen derzeit wegen ihrer journalistischen Tätigkeit in Haft. Weitere Informationen über die Lage für Journalisten vor Ort finden Sie unter www.reporter-ohne-grenzen.de/bangladesch.

 







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