Der Tod von Ebru Timtik zeigt erneut: Deutschland sollte das Erdogan-Regime nicht weiter als Partner behandeln

29.08.20
InternationalesInternationales, Politik, News 

 

„Die türkische Rechtsanwältin Ebru Timtik ist gestern infolge eines 238 Tage andauernden Hungerstreiks verstorben. Mein aufrichtiges Beileid geht an ihre Familie und Freunde. Zudem befindet sich auch ihr Kollege Aytaç Ünsal in einem äußerst kritischen Zustand. DIE LINKE steht in Solidarität mit allen, die von der türkischen Regierung verfolgt und ihrer Menschenrechte beraubt werden. Die Türkei muss endlich reagieren und den Forderungen der Inhaftierten nach einem fairen Prozess nachgeben“, erklärt Zaklin Nastic, menschenrechtspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Bundestag. Nastic weiter:

„Der Tod von Ebru Timtik ist nicht der erste dieser Art: Dieses Jahr sind bereits die Grup-Yorum-Musiker Ibrahim Gökçek und Helin Bölek ebenfalls an den Folgen ihrer Hungerstreiks verstorben. Zudem sitzen momentan zahlreiche mutige Juristinnen und Juristen, die in der Vergangenheit Opfer der türkischen Regierung vertreten hatten, hinter Gittern. Aufgrund ihrer anwaltlichen Tätigkeit wurden sie zu insgesamt 159 Jahren und 2 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt, unter groben Verletzungen rechtsstaatlicher Standards. Ihre einzige Forderung: ein fairer Prozess unter Beachtung ihrer Rechte. Mit seiner Uneinsichtigkeit trägt Erdogan die Verantwortung für den tragischen Tod dieser Menschen.

Die Bundesregierung darf in Gesprächen mit türkischen Regierungsvertretern nicht lockerlassen und muss auf die Einhaltung von Menschenrechten und demokratischen Prinzipien drängen. Deutschland sollte das Erdogan-Regime nicht weiter als Partner behandeln. Waffenlieferungen an eine Regierung, an deren Händen Blut klebt, sind skandalös und gehören umgehend eingestellt.“







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