822 Millionen Hungernde sind 822 Millionen zu viel

15.10.19
InternationalesInternationales, Wirtschaft, Politik 

 

„Noch nie klaffte der Graben zwischen Überfluss und Not weiter auseinander als heute. Während ein Teil der Weltbevölkerung sich ständig weiter bereichert, leidet mehr als jeder zehnte Mensch weltweit an Hunger. Um diesen Hunger zu bekämpfen, müssen wir die globale Ungerechtigkeit angehen. Dieser Aufgabe kommt die Bundesregierung nicht nach“, erklärt Eva-Maria Schreiber, Sprecherin für Welternährungspolitik der Fraktion DIE LINKE, anlässlich der Veröffentlichung des Welthunger-Index 2019 und des morgigen Welthungertags. Schreiber weiter:

„Klimawandel, gewalttätige Konflikte und Armut sind die Hauptursachen für Hunger. Die Bundesregierung packt diese Ursachen nicht an. Im Gegenteil: sie verabschiedet ein Klimapaket, welches ein Klimaerwärmungspaket ist, exportiert weiter Waffen und Soldaten in alle Welt, anstatt konsequente Friedenspolitik zu betreiben, und baut ihr Entwicklungsministerium derzeit zu einer Außenhandelskammer um, anstatt die ärmsten Länder und bedürftigsten Bevölkerungsgruppen zu unterstützen.

Auch die Sonderinitiative ‚Eine Welt ohne Hunger‘, in die seit dem Amtsantritt von Entwicklungsminister Müller circa drei Milliarden Euro geflossen sind, verdient ihren Namen nicht. Sie setzt auf kurzfristige Produktionssteigerungen und Kooperationen mit den großen Playern wie der Gates-Stiftung oder Bayer. Eine ‚radikale Veränderung der Produktions- und Konsummuster‘, wie sie die Welthungerhilfe im aktuellen Welthunger-Index fordert, schaut anders aus. Sie stellt die Förderung von Kleinbauern, die auch im 21. Jahrhundert das Rückgrat unserer Ernährung darstellen, ins Zentrum ihres Denkens und Handelns. Davon ist die Bundesregierung leider weit entfernt.“







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