Foulspiel in Brasilien


Anti-FIFA-Protest

05.07.14
InternationalesInternationales, Kultur, Wirtschaft 

 

von Kontext TV

Wie FIFA und Militärpolizei einen Krieg gegen die Armen führen - Neue Kontext-TV-Sendung

Das unabhängige Nachrichtenmagazin Kontext TV hat eine neue Sendung veröffentlicht:Foulspiel in Brasilien: Wie FIFA und Militärpolizei einen Krieg gegen die Armen führen

Die Sendung ist online zu finden unter:
www.kontext-tv.de/node/431

Mit

  • Thomas Fatheuer, Sozialwissenschaftler und Buchautor, bis 2010 Leiter des Büros der Heinrich-Boell-Stiftung in Rio de Janeiro
  • Wolfgang Maennig, Professor für Wirtschaftspolitik an der Universität Hamburg, Ruder-Olympiasieger (1988)
  • Dave Zirin, Sportjournalist, Autor des Buches "Brazil's Dance with the Devil. The World Cup, the Olympics, and the Fight for Democracy"

sowie Ausschnitten aus dem Dokumentarfilm "Dominio Publico" von Fausto Mota

Im Zuge der WM-Vorbereitungen wurden auf Druck der FIFA Polizei und Militär massiv aufgerüstet. So hat die deutsche Polizei die Polizei von Rio in der „Kessel-Taktik“ ausgebildet, während Krauss-Maffei Wegmann zusammen mit Siemens 34 Gepard-Panzer mit Flugabwehrgeschützen und VW Wasserwerfer lieferte.

Die WM wird zum Anlass für den größten Einsatz von Streitkräften im Inneren in der Geschichte Brasiliens. Die staatliche Gewalt richtet sich besonders gegen die Men- schen in den Favelas. Für WM und Olympia sind schätzungsweise 250.000 Menschen vertrieben worden oder akut von Vertreibung bedroht.

Kein Haus eines Reichen sei angetastet worden, so Thomas Fatheuer, betroffen seien ausschließlich ärmere Menschen. Die Militärpolizei führe schon lange einen Krieg gegen die Armen“.
Indessen gehen in vielen brasilianischen Städten die Proteste gegen die Rekordaus- gaben für die WM weiter, die Militärpolizei geht mit Tränengas und Schusswaffen vor.

Die WM in Brasilien gilt als die teuerste aller Zeiten. Der brasilianische Staat hat mehr als zehn Milliarden Euro für die WM ausgegeben, während in Bereichen wie Gesundheit und Bildung lebensnotwendige Investitionen fehlen. Drei der Stadionneubauten sind in Städten entstanden, in denen es nicht einmal einen Drittliga-Fußballclub gibt – ein Milliardengeschäft für große Baukonzerne wie Odebrecht, die auch zu den wichtig- sten Wahlkampffinanziers von Regierung und Opposition gehören.

Sportliche Megaevents würden, so Thomas Fatheuer, benutzt, um eine massive Kommerzialisierung von Städten durchzusetzen. Die Stadt werde zu einem Ver- wertungsraum für das Kapital umgebaut, anstatt zu einem Raum der Partizipation von Bürgern. Auch die Fifa-Regeln würden Partizipation und Demokratie zurückdrängen, z.B. durch Sondergesetze zum Ausschluss lokaler Händler. Dabei sei der volkswirtschaft- liche Nutzen sportlicher Großereignisse, so der Wirtschaftswissenschaftler Wolfgang Maennig, gleich Null.

Der Beitrag gliedert sich in vier Teile:

1. Vertreibungen und Proteste: WM und Olympia als Mittel zur Durchsetzung neoliberaler Politik:
www.kontext-tv.de/node/432

2. Militarisierung: Deutsche Gepardpanzer, Wasserwerfer und Polizeikessel für die WM / Ein "Krieg gegen die Armen":
www.kontext-tv.de/node/433

3. Die Stadt als Raum des Kapitals: Wie WM und Olympia die Demokratie verdrängen / Baukonzerne als Hauptprofiteure:
www.kontext-tv.de/node/434

4. Ein Nullsummenspiel: Der Mythos vom volkswirtschaftlichen Nutzen großer Sportevents:
www.kontext-tv.de/node/435

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www.kontext-tv.de/node/95


Fabian Scheidler
Kontext TV

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www.canadianprogressiveworld.com/2014/06/25/brazil-world-cup-2014-protests-displaced-favela-residents

 


VON: KONTEXT TV






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