Moskau am 1. Mai 2010:
Linke, Anarchisten und Anti-Faschisten auf der Straße



02.05.10
InternationalesInternationales, Bewegungen, Arbeiterbewegung 

 

von Bernhard Clasen

Neonazis überfallen Linke mit Messern in der U-Bahn

Über 500 russische Anarchisten und Antifaschisten waren am 1. Mai von der Moskauer U-Bahn-Station „Oktjabrskaja“ zum Theaterplatz marschiert.

Die Teilnehmer trugen schwarze, schwarz-rote und schwarz-grüne Fahnen und Symbole der „Antifaschistischen Aktion“ aus Deutschland.
Dies berichtet der Internet-Server der russischen autonomen Szene, avtonom.org.

In Sprechchören skandierten sie:

Nein zum Faschismus“,
„Die Welt ist farbig und nicht braun“,
„Nein zum Kapitalismus, nein zum Faschismus!“,
„Friede den Völkern – Krieg den Herrschenden“,
„Unser Vaterland ist die Menschheit“,
„Sein Recht erhält man nicht, sein Recht nimmt man sich“,
„Unsere Waffe ist die Solidarität“,
„Menschen gehen vor Profit“,
„Die Armee ist Sklaverei“,
„Waffen für das Volk, nieder mit der Armee!“.


Nach der Demonstration spielten mehrere Musikgruppen aus der russischen Rockszene.

An Ständen konnten sich die Besucher über verschiedene Initiativen gegen Müllverbrennungsanlagen, die Waldvernichtung im Gebiet Moskau informieren, mehr über soziale Rechte und Rechte von Arbeitnehmern erfahren.

Weniger als ein Kilometer entfernt hielten die Nationalisten der „Bewegung gegen illegale Immigration“ und andere rechte Gruppen ihre Maifeierlichkeiten ab. Dies, so der Server „avtonom.org“, dürfte wohl kein Zufall gewesen sein, der den Beamten im Moskauer Bürgermeisteramt unterlaufen ist, die die Genehmigungen für die verschiedenen Mai-Feierlichkeiten koordinierten. Offensichtlich sollten die linken Gruppen durch die räumliche Nähe zu den Rechten provoziert werden.

Und als eine Gruppe von Antifaschisten das Konzert verlassen hatte, wurde sie in der Metro von Rechtsradikalen mit Messern angegriffen. Vier Antifaschisten, so „lenta.ru“, seien bei dem Angriff verletzt worden.
Am Abend des 1. Mai demonstrierte deswegen eine kleine Gruppe von Antifaschisten gegen die Übergriffe mit einer Straßenblockade. Drei Teilnehmer wurden verhaftet, ihnen droht nun wegen „Blockade von Transportwegen“ eine Arreststrafe von 15 Tagen.

Am gleichen Tag hatte auch die „Linke Front“ einen Protestmarsch unter dem Motto „Tag des Zorns“ organisiert.
500 Personen hatten sich an diesem Marsch beteiligt.
Die Demonstranten forderten den Rücktritt des Moskauer Bürgermeister Luschkow und des Gouverneurs des Moskauer Gebietes, Boris Gromow.
Nach der Demonstration wurde der Sprecher der „Linken Front“, Sergej Udalzow, vorübergehend verhaftet.
Sein Vergehen: er hatte weniger Demonstranten angemeldet, als gekommen waren.

Bernhard Clasen

Fotos: avtonom.org/node/11367


VON: BERNHARD CLASEN






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