Profit, Korruption und Spekulation: China führt eine Kampagne gegen die astronomischen Immobilienpreise.


22.03.10
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Von Reinhold Schramm

Die fünfmonatige Kampagne soll spekulativen Landkäufen und Preisspekulationen ein Ende setzen. Dabei sollen 70 staatliche Unternehmen nach Abschluss ihrer laufenden Bauprojekte ihre Aktivitäten im Immobilienmarkt einstellen. Der Versuch, den stark überhitzten Immobiliensektor zu kühlen, hatte Analysten zufolge bisher wenig Aussicht auf Erfolg. Vermögende Unternehmen werden demnach für einen Land-Kaufrausch zur Verantwortung gezogen, der die Wohnungspreise weiter nach oben getrieben haben soll. Laut Global Times tätigten den jüngsten verschwenderischen Einkauf drei Staatsunternehmen in Beijing für rund 11 Milliarden Yuan, einen Tag nach Abschluss der chinesischen Parlamentstagungen in Beijing, auf dem zuvor Maßnahmen zur Eindämmung der Immobilienpreise diskutiert wurden.
In Wangjing, im Nordosten Beijings, wurde eine Landparzelle für 27.000 Yuan (2.922 Euro) pro Quadratmeter verkauft [das 'durchschnittliche' Jahreseinkommen in der Stadt lag 2008 bei 1.717 Euro]. Der Quadratmeterpreis war höher als die Kosten für fertig gestellte Wohnungen in dieser Gegend (im Gebiet Beijing).
Trotz der Regierungsinitiative zur Bekämpfung der Spekulation und "Preisblasen" sind die Wohnungspreise für "Durchschnittsverdiener" in unerreichbare Höhen geschnellt. Im Jahresvergleich sind im vergangenen Monat (Feb. 2010 zu Feb. 2009) die Wohnungspreise um 10,7 Prozent gestiegen, laut Staatl. Statistikamt.
Wang Zhongfu von der Zentraluniversität für Finanzen und Wirtschaft erklärte, dass der Rückzug der staatlichen Unternehmen die (Spekulations-) Preise nicht drosseln könne. "Das wird die verbleibenden Firmen nicht davon abhalten, Unsummen für Landkäufe auszugeben. Es wird nur zur Kapitalhäufung führen und sie noch reicher machen", sagte Wang Zhongfu.
Liu Weixin von der Chinesischen Gesellschaft für städtische Wirtschaft erklärte, ein großer Teil des 433 Milliarden Euro (Umrechnung) schweren Konjunkturpaketes der Regierung sei in die staatseigenen unternehmen geflossen. Viele dieser staatseigenen Unternehmen hätten das Geld in den Immobilienmarkt investiert. "Spekulationen am Immobilienmarkt mit Geldern aus dem Konjunkturpaket schaden der Entwicklung der Branche", sagte Liu Weixin. "Diese großen Unternehmen treiben private Unternehmen in die Enge, das sind zwischen 70 und 80 Prozent der Bauträger." [70 bis 80 Prozent der Bauträger sind Privatunternehmen] Bauträger bevorzugen den Bau von großen Wohnkomplexen sowie Luxusprojekten, um ihren Gewinn zu steigern, erklärte Liu Weixin. Yin Kunhua, der Präsident des Shanghai Real Estate Management Institute, rief die Staatsunternehmen dazu auf, von denjenigen Märkten fern zu bleiben, die einen 'freien Wettbewerb' benötigen.
Ein Anstieg der Immobilienpreise hat die Angst vor einer "Immobilienblase" geschürt, vorangetrieben von den privaten und staatlichen Unternehmen, die letztlich 'platzen' und damit der Gesamtwirtschaft (nicht nur) in China schaden könnte.  

Quelle: Global Times / China.org.cn - am 21.03.2010. Immobilienpreise:
Chinesische Regierung zieht staatliche Unternehmen vom Immobilienmarkt ab.
CIIC: http://german.china.org.cn/fokus/2010-03/21/content_19652254.htm







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