Rede der Podiumsbesetzer bei der Rosa Luxemburg Konferenz


Bilmontage: HF

15.01.18
InternationalesInternationales, Berlin, Bewegungen 

 

Die folgende Rede konnte von den iranischen Genossen, die Samstag 13. das Podium der Rosa-Luxemburg Konferenz in Berlin besetzten, nicht bis zum Ende gehalten werden.

Heute besetzten iranische Marxist*innen die Bühne der Rosa-Luxemburg-Konferenz, um auf die Situation im Iran aufmerksam zu machen. Sei wollten einerseits Positionen in der deutschen Linken kritisieren, die pro-imperialistische und zionistische Regime-change-Gruppen unterstützen; andererseits kritisierten sie Strömungen, die sich hinter die islamische Diktatur stellen. Wir veröffentlichen hier den deutschsprachigen Redebeitrag gehalten von Mina Khani und Narges Nassimi, der von den Organisator*innen der Konferenz verhindert wurde, indem sie über die Lautsprecher die Internationale anstimmten, um den iranischen Marxist*innen das Wort zu nehmen.

Wir sind revolutionäre Marxist*innen aus dem Iran und aus Ost-Kurdistan im Iran.

Wir besetzen diese Bühne, weil wir auf die Notwendigkeit und Dringlichkeit der Solidarität mit den aufständischen Kräften im Iran hinweisen wollen und dies mit einer Kritik an
gewissen Sektoren der Linken in Deutschland verbunden ist. Wir müssen über den AntiImperialismus diskutieren. Seit zwei Wochen sind tausende Arbeiter*innen, ärmere Schichten der Gesellschaft sowie Menschen aus den unterdrückten Völkern dieses Landes auf den Straßen Irans. An der vordersten Front stehen die kämpfenden Frauen. Die Demonstrant*inen rufen nach Brot, Arbeit und Freiheit. Es wurde bereits angefangen, Streiks zu organisieren. Diese Bewegung zielt aus ihrem Klassencharakter heraus auf einen Regimewechsel.

Die Linke in Deutschland ist hinter dieser Bewegung zurückgefallen, wenn nicht mit ihrer Verschwörungstheorie und falschem antiimperialistischen Verständnis in den Rücken der arbeitenden Massen gefallen. Anstatt der internationalen und gewerkschaftlichen Solidarität der Arbeiter*innenklasse wurde das islamische Regime gegen die dortige Arbeiter*innenklasse verteidigt.

Wie kam es dazu? Die deutsche Linke hat überhaupt kein Vertrauen an die Kraft der Arbeiterklasse. Weder in Deutschland noch im Iran. Daher werden ihre Kämpfe, Auseinandersetzungen und Aufstände völlig unterschätzt und den Kalkulationen aus dem kapitalistischen Machtsystem ausgehend untergeordnet.

Also die angeblichen Akteure der Weltpolitik seien demnach nur imperialistische Mächte und aufsteigende regionalen Mächte. Dabei fällt die Solidarität mit der Arbeiterklasse im Iran zum Opfer. So wird jeder Aufstand, jeder Streik gleich von diesen angeblichen linken Kräften in Deutschland als angeblicher Agent des Imperialismus diffamiert.

Wäre diese unvergleichliche Anführerin der Arbeitenden Klassen heute hier: nämlich Rosa Luxemburg! Sie würde eine flammende Rede halten, wie damals gegen den deutschen Chauvinismus von Bernstein oder von Kautsky. Sie würde unversöhnlich gegen das hier geltende Verständnis von Imperialismus polemisieren: Der Feind meines Feindes sei mein Freund! Das ist kein Marxismus, das ist bürgerlicher Pragmatismus. Das ist kein Antiimperialismus,- das ist Antiamerikanismus als Ausdruck des deutschen Nationalismus.

Die Aufgabe in Deutschland ist es, die internationale Arbeiter*innenklasse zu unterstützen und den eigenen deutschen Imperialismus daran zu hindern, Waffen und Kapital in die Kolonien und Halbkolonien zu exportieren.

Die Aufgabe ist, jegliche imperialistische Militär- und Wirtschaftsbündnisse zu zerlegen wie die NATO, die EU, oder der IWF.

Über dies hinaus, haben wir auch einen weiteren Aspekt zu betrachten: Die Teilnahme der deutschen Konzerne an der wirtschaftlichen Entwicklung Irans bedeutet in unserem Alltag die Foltergeräte und die Ausbeutung als billige Arbeitskräfte.

Nun rufen wir euch dazu auf, den zentralen Punkt der internationalen Politik den Klassenstandpunkt unserer Klasse zu verstehen sowie ihre Forderungen zu unterstützen.

Es lebe die sozialistische Revolution im Iran. Es lebe die sozialistische Föderation der Völker im Nahen Osten!

Hoch die internationale Solidarität.







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