Solidarität nötig: Generalstreik in Israel!


Bildmontage: HF

18.12.17
InternationalesInternationales, Arbeiterbewegung, Debatte 

 

Von Siegfried Buttenmüller

In Israel gab es jetzt am Sonntag einen landesweiten Generalstreik der das Land lahmlegte. Grund war die Ankündigung des größten Betriebes des Landes, des Pharmakonzernes Teva, allein in Israel gleich 14 Tausend Arbeitsplätze abbauen zu wollen. Zu diesen Entlassungen käme ein etwa gleich großer Abbau bei zugehörigen Zulieferbetrieben usw. hinzu. Das wäre ein riesiges Ausmaß von Massenentlassungen wenn man bedenkt, das Israel etwa in Bevölkerungszahl und Wirtschaftskraft mit dem Bundesland Hessen vergleichbar ist.

Die Bevölkerung Israels ist mit den Beschäftigten bei Teva solidarisch und ist den Aufrufen der sozialen Bewegungen zum Generalstreik gefolgt. Flughäfen, Ministerien, Banken, Betriebe, alles wurde am Sonntag, der in Israel ein Arbeitstag ist,  lahmgelegt. Und dies nach den wöchentlichen Protesten gegen die israelische Regierung, an denen sich Zehntausende beteiligt haben.

Teva ist ein in Israel gegründeter und inzwischen internationaler und bedeutender Konzern der Pharma Branche, zu dem auch Ratiopharm zum Beispiel gehört. Das inzwischen internationale Kapital und Management des Konzernes möchte rationalisieren um den Fall der Profitraten zu verhindern, wobei die Standorte in Israel offensichtlich ganz oben auf der Streichliste stehen. Grund hierfür dürften lange Transportwege und im Vergleich hohe Produktionskosten in Israel sein. Die Preise sind in Israel sehr hoch und daher sind Billiglöhne kaum machbar da damit ein überleben überhaupt nicht möglich ist. Außerdem gibt es wenig Subventionen und dafür hohe Steuern und Abgaben für die Betriebe, was auch die Produktionskosten verteuert
Hinzu kommen die weitgehend geschlossenen Grenzen zu allen Nachbarländern, wo an sich ein sehr großer Bedarf an Medikamenten ist.

Natürlich müssen wir die Beschäftigten von Teva unterstützen und weitere Solidarität organisieren. Ohne Einkommen gibt es keine Zukunft aber das kapitalistische System mit seinen Wiedersprüchen kann weltweit Einkommen und Zukunft immer weniger garantieren.
Es braucht die internationale Solidarität der Arbeiterklasse und des Proletariates im Kampf um das Einkommen und die Existenz. Die Einkommen müssen bedingungslos werden, die Gesellschaften müssen demokratischer und gleicher werden. Die Produktion kann international nicht mehr nach den „Gesetzen" des Profites organisiert werden sondern müssen am Bedarf der Verbraucher ausgerichtet und von den Verbrauchern kontrolliert sein.
Hierzu Bedarf es der Gleichen Rechte für alle Menschen denn nur so können sich auch alle Menschen einbringen. Der Kapitalismus hat seine Grenzen und er verschwindet mit den Grenzen oder er erstickt in ihnen, das zeigt sich auch in Israel.
Mit dem Kapitalismus verlieren wir nichts ganz im Gegenteil gewinnen wir nur ohne ihn die Zukunft.

 

18.12.2017
Siegfried Buttenmüller

 

Solidarität an:

Basisgewerkschaftsdachverband Koach la'Ovdim („Kraft den Arbeitern“, hebräisch <bdi lang="he" dir="rtl" class="hebrew">??? ???????</bdi>)

http://workers.org.il/english/

 

Der dem DGB ähnliche Dachverband https://www.histadrut.org.il/

 

Berichte in Portalen über die Massenproteste in Israel der letzten Wochen:
http://www.scharf-links.de/44.0html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=63333&cHash=f8412037cd







<< Zurck
Ja, auch diese Webseite verwendet Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz