200 Millionen Menschen weltweit sind arbeitslos
24.01.12
Internationales, Wirtschaft, Soziales
von Reinhold Schramm Mehr als 197 Millionen Menschen auf der Welt sind laut Internationale Arbeitsorganisation (ILO) arbeitslos. Das sind genauso viele wie im Jahr 2010 und fast 27 Millionen mehr als 2007, vor dem Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise des nationalen und internationalen Kapitals.
Hinzu kommen rund 900 Millionen Menschen, vor allem in den in Unterentwicklung gehaltenen Regionen der imperialistischen Welt, die trotz Arbeit unter der (internationalen) Armutsschwelle von zwei Dollar pro Tag und Kopf bleiben.
Jeder dritte Werktätige (Frauen und Männer) auf der Welt ist arbeitslos oder lebt trotz Arbeit in Armut - das sind insgesamt rund 1,1 Milliarden Menschen.
Weltweit müssten nach Berechnungen der ILO in den kommenden zehn Jahren 600 Millionen produktive [sozial-ökologisch-ökonomische] Arbeitsplätze entstehen, um die vorhandene Arbeitslosigkeit abzubauen und die Neuzugänge an werktätigen Frauen und Männer zum Arbeitsmarkt aufzunehmen. Darüber hinaus müssten für 900 Millionen werktätige Frauen und Männer unterhalb der Armutsschwelle menschenwürdige Arbeitsplätze, Existenz- und Lebensbedingungen geschaffen werden.
[Anmerkung: Eine sozial-ökologisch-ökonomische Umgestaltung und Kreislaufwirtschaft ist im Kapitalismus und Imperialismus ausgeschlossen. Dies ist nur in einer künftigen Gesellschaftsformation auf der Grundlage des Gemeineigentums an den gesellschaftlichen Produktionsmitteln zu haben, und setzt die Überwindung und Aufhebung des Privateigentums an den gesellschaftlichen Produktionsmitteln - auf emanzipatorischen und revolutionären Wege - voraus. Diese Wahrheit wird auch von den ideologisch und finanziell gutgeschmierten Autoren des ILO-Berichts unterschlagen.]
Die Autoren des ILO-Berichts kommen aber auch zur Feststellung für Europa - und Deutschland: »Verstärkte Anstrengungen zur Schaffung von mehr Beschäftigung seien umso wichtiger, als sich die Aussichten für das laufende Jahr [2012] wieder verdüstert hätten, warnen die Autoren des Berichts. Es bestehe das Risiko, dass das globale Wirtschaftswachstum auf unter zwei Prozent fällt. In diesem Fall würde die Zahl der Arbeitslosen um 7 Millionen auf dann 204 Millionen [weltweit] ansteigen.« -
[Anm.: Nicht mehr irrationales Wachstum, sondern die Verteilung der vorhandenen Arbeit und die Umverteilung der Früchte der Wert- und Mehrwertschöpfung - von (bisher) oben nach unten - wäre eine mögliche Antwort; - vor allem in den Wirtschaftsmetropolen, einschließlich Ausgleichsleistungen - für die sozial-ökologische Entwicklung anderer Regionen. / R.S.]
»In Europa hat dem Bericht zufolge die Arbeitslosigkeit in der Krise mit rund 45 Millionen Betroffenen einen historischen Höchststand erreicht, und der Ausblick ist wegen der Schuldenkrise in den meisten Ländern negativ. {...}« -
Die ILO weist auch auf die schwache Entwicklung von Löhnen in Deutschland seit der Vereinigung (1990) hin. Dies »führte zu einer höheren Wettbewerbsfähigkeit deutscher Exporteure und zugleich zu einer schwachen Binnennachfrage. Die günstigeren deutschen Exporte setzten andere europäische Staaten unter Druck, während diese ihrerseits wegen der schwachen Nachfrage wenig nach Deutschland exportieren konnten. {...}« (Vgl.)
Quelle: Internationale Arbeitsorganisation (ILO), 24. Januar 2012. Neuer ILO-Bericht über globale Beschäftigungstrends: Jeder dritte Werktätige (Frauen und Männer) auf der Welt ist arbeitslos oder lebt trotz Arbeit in Armut. Vgl.: http://www.ilo.org/public/german/region/eurpro/bonn/aktuelles/get12.htm
VON: REINHOLD SCHRAMM
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