Kosova - Die Proteste der LPV sind progressiv


kosova- aktuell

16.01.12
InternationalesInternationales, Debatte 

 

von Agron Sadiku

Heute veröffentlichte die „Junge Welt“ einen kurzen Artikel zu den Protesten der „Bewegung für Selbstbestimmung“ (LPV) am vergangenen Samstag in Kosovo. Der Tenor des Artikels war, der LPV antiserbische Motive zu unterstellen.
Nichts ist aber weniger wahr als diese Behauptung. In vielen Reden und Interviews machte Albin Kurti deutlich, dass sich die Proteste nicht gegen die einfachen serbischen Menschen in Kosova und Serbien richten.

Die Proteste richten sich gegen den serbischen Staat und seine Politik, Ein Redebeitrag von Max Brym (Herausgeber von Kosova- Aktuell) am vergangenen Donnerstag auf einer Großkundgebung der LPV in Prishtina wurde begeistert beklatscht.

Max Brym bedankte sich bei Albin Kurti für seine Klarstellungen und betonte: „Die einfachen Serben und Albaner haben viele gemeinsame soziale Interessen. Diesen Interessen steht der serbische Chauvinismus mit seiner Ablehnung des Selbstbestimmungsrechtes von Kosova entgegen.“

Solche Sachverhalte sollte die „Junge Welt“ einfach mal zur Kenntnis nehmen und nicht im Stil des deutschen Botschafters in Prishtina und der bürgerlichen Medien, über progressive Aktionen herziehen.

Um was ging es den Demonstranten am Samstag?

Der "Standard" aus Österreich schreibt heute dazu: „Ziel der Protestierenden war ein Importstopp für serbische Waren. Sie wollten darauf aufmerksam machen, dass Belgrad nach wie vor die Ausfuhren von Waren aus dem Kosovo verhindert. Die rund 3.000 Anhänger der drittgrößten Partei im Kosovo wollten dazu den Grenzübergang Merdare nahe der Stadt Pudejovo blockieren. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas gegen die albanischen Demonstranten ein. Mehr als 50 Menschen wurden verletzt, über 140 Personen wurden festgenommen. .

Die Regierung in Prishtina verurteilte die gewalttätige Demonstration und lobte den Einsatz der Polizei. „Bei der Regierung in Prishtina handelt es sich um eine Clique von neoliberalen Dienstboten, der neuen und alten Kolonialisten in Kosova."

In einem Leserbrief an den "Standard" stellte ein Artikelschreiber genau die Ziele der Proteste dar. In dem Brief schreibt der Autor: „Hintergrund-Info NULL. Das Parlament der Republik Kosovo hat am 7. Dezember 2011 den Beschluss zur politischen und wirtschaftlichen Reziprozität gegenüber Serbien gefasst. Dieser besagt folglich, dass die Republik Kosovo Serbien so zu betrachten hat, wie Serbien die Republik Kosovo. Wenn Serbien die Nummernschilder der Republik Kosovo nicht anerkennt, anerkennt Kosovo die Nummernschilder Serbiens nicht an. Anerkennt Serbien den kosovarischen Zollstempel nicht an, anerkennt Kosovo den Zollstempel Serbiens auch nicht an. Leider wird dieser Beschluss des Parlamentes in Kosovo nicht umgesetzt! Die Regierung hat sich über dem Parlament hinweg gesetzt - weil eigene Interessen dahinter stehen.Hoffe, dass nicht zensuriert wird!“

Dem Artikelschreiber ist nur zuzustimmen. Wer die Forderung nach Gleichbehandlung im Warenverkehr als nationalistisch verurteilt tickt nicht mehr sauber.

Wie geht es weiter?


Auf einer Pressekonferenz in Prishtina erklärte Shpend Ahmeti: “Die massive Anwendung von Gewalt zeigt deutlich den Charakter Regierung Thaci auf. Diese Regierung hat sich entschieden Serbien gegen das Volk in Kosova zu verteidigen.“ Am 22 Januar wird es wieder Grenzblockaden durch die LPV gegen illegale serbische Warenexporte von Serbien nach Kosova geben.

Es sei denn, erklärte die LPV, die Regierung setze den Parlamentsbeschluss vom 7. Dezember in Sachen Gleichberechtigung von Warenexporten und Importen um.
Letzteres ist von der Regierung Thaci nicht zu erwarten. Mit Rückendeckung durch sämtliche wichtigen europäischen Staaten, soll Kosova ein „Transitland“ und „Konsumentenland“ ohne eigene ohne eigene Produktion bleiben. Dagegen wird protestiert.

http://kosova-aktuell.de/index.php?option=com_content&task=view&id=2049&Itemid=1

 

 


VON: AGRON SADIKU






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